17.10.2017
Altersvorsorge & Rente

"Run-Off": Was die Über­tra­gung einer Lebens­ver­si­che­rung für den Kun­den bedeu­tet

Verschiedene Lebensversicherer haben angekündigt, künftig keine klassischen Lebensversicherungen mit garantierter Verzinsung über die gesamte Vertragslaufzeit mehr anzubieten. In der Vergangenheit abgeschlossene Verträge sollen teilweise ausgegliedert und als Paket an andere Versicherungsgesellschaften weitergegeben werden. Welche Folgen hat das für Versicherte?

Wichtig: Für die Kunden ändert sich durch Bestandsübertragung („Run Off“–Übertragung) nichts. Versicherte erhalten auch zukünftig alle garantierten Leistungen. Darüber hinaus werden sie weiterhin an den anfallenden Überschüssen beteiligt. Die Verträge werden also unverändert fortgeführt.


Dies ist im Versicherungsaufsichtsgesetz klar geregelt. Zudem muss jede Übertragung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht genehmigt werden. Die Aufsichtsbehörde stellt sicher, dass die Interessen der Versicherungsnehmer vollumfänglich gewahrt bleiben – insbesondere durch eine genaue Überprüfung der Versicherer, die die Verträge übernehmen.


Übertragung kann Vorteile haben

Versicherer, die Vertragsbestände übernehmen, können durch die Bündelung der Verträge auf darauf spezialisierten einheitlichen Plattformen erhebliche Kosteneinsparungen in der Verwaltung erzielen. Gleichzeitig können aufwändige Servicedienstleistungen wie beispielsweise die Kundenbetreuung auch außerhalb normaler Geschäftszeiten gewährleistet bleiben.


Übrigens profitieren auch die Kunden, wenn die Kosten sinken: Denn an den entstehenden Kosten-Überschüssen müssen die Kunden beteiligt werden. Auch das ist gesetzlich geregelt.