17.10.2017
Altersvorsorge & Rente

Die­sen Feh­ler soll­ten Berufs­ein­stei­ger ver­mei­den

Wer ins Berufsleben startet, freut sich auf neue Aufgabe, neue Kollegen und sicherlich auch über das erste, regelmäßige Einkommen. Viele Berufsanfänger verdrängen dabei ein wichtiges Thema, das sich später rächen kann.

Keine Frage: Der erste Kontoauszug macht den meisten Berufseinsteigern Spaß. Unabhängigkeit. Kauffreude. Geschafft! Man ist auf einmal Teil der Erwachsenenwelt. Dieses Moment sollte jeder Youngster genießen – ohne dabei den Blick in die Zukunft zu vergessen. Denn was auf der Gehaltsabrechnung  steht, sollte kritisch beäugt werden, insbesondere die Abzüge für die gesetzliche Rentenversicherung.

 

Die gesetzliche Rente wird jungen Menschen künftig keinen auskömmlichen Lebensabend mehr sichern. Dennoch schieben viele die eigene Altersvorsorge vor sich her, ignorieren oder verdrängen das Thema - ein Fehler. Berufseinsteiger bieten sich hier viele Chancen, im Gegensatz zu den Langgedienten.


Je früher, desto smarter

Wer früh mit der Altersvorsorge beginnt, muss weniger aufwenden, dank Zinseszinseffekt. Einfach erklärt: Wer langfristig kleinere Beträge fürs Alter zurücklegt, bekommt darauf Zinsen ausgezahlt. Auf diese Beiträge mit Zinsen gibt es über viele Jahre hinweg wieder Zinsen. Wer also früh anfängt zu sparen, muss weniger eigenes Geld einbringen als jemand, der erst spät mit der Altersvorsorge beginnt. 


Riester: Staatliche Zulagen mitnehmen

Wer sich nach dem Studium nicht gerade selbstständig macht, erhält in der Regel ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen. Dadurch sind junge Arbeitnehmer auch berechtigt, die staatliche Riester-Förderung zu beantragen - sofern sie sich für ein entsprechendes Altersvorsorgeprodukt entscheiden. 


Die Stiftung Warentest kommt zu dem Ergebnis: In Zeiten niedriger Zinsen sorgen die staatlichen Zulagen und die Steuervorteile für ein Rendite-Plus, das es anderswo nicht gibt. Ab 2018 erhöht der Staat zudem die Grundzulage auf 175 Euro (bisher: 154 Euro). Für Akademiker, die meist mit höheren Gehältern ins Berufsleben starten, zahlt sich zudem die Steuerersparnis beim Riestern aus. Einzige Voraussetzung dafür: Sie müssen in der Steuererklärung ihre eingezahlten Beiträge in der "Anlage AV" angeben.



Bin ich der Typ für mehr Risiko?

Für manche Berufseinsteiger liegt nichts ferner als der Ruhestand. Diese Tatsache, dass es bis zur Rente noch so lange hin ist, können junge Berufstätige finanziell geschickt nutzen. Viele Versicherer kombinieren mittlerweile die Verlässlichkeit klassischer Rentenversicherungen mit den Renditechancen am Kapitalmarkt - mit zwei Vorteilen:


  1. Durch die lange Sparphase können Berufseinsteiger Schwankungen am Kapitalmarkt lockerer aushalten als ältere Sparer. 
  2. Je mehr Zeit ein Sparer hat, desto mehr Rendite ist - langfristig kalkuliert - drin. 


Wer sich am Kapitalmarkt betätigt, ob direkt oder indirekt, sollte sich für eine ausführliche Beratung Zeit nehmen  - sei es bei einem Vermittler, einem Versicherer oder einem Honorarberater.



Betriebsrente: Was bietet die neue Firma?

Wer neu in einen Betrieb kommt, sollte sich über die Möglichkeiten einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) informieren. Alle Berufstätigen haben einen Rechtsanspruch auf eine Betriebsrente. Das bedeutet aber nicht, dass Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet sind, die Betriebsrenten ihrer Arbeitnehmer zu finanzieren. Viele Betriebe tun jedoch genau das: Sie unterstützen ihre Angestellten beim Aufbau einer Betriebsrente, etwa indem sie die Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung entweder voll bezahlen oder sich mit dem Angestellten teilen. Mit dieser Vorsorgeform können sich Berufseinsteiger schon früh eine zusätzliche Rente aufbauen.