27.11.2017
Altersvorsorge & Rente

Dar­auf soll­ten Ries­ter-Kun­den bis zum Jah­res­ende ach­ten

Riester-Sparer, bei denen sich die berufliche oder familiäre Situation geändert hat, sollten jetzt aktiv werden. Auf diese 5 Punkte kommt es an.

1. Nehmen Sie sich Zeit für Riester

Der Riester-Anbieter muss über alle Veränderungen, die für die Riester-Rente relevant sind, informiert werden – das ist letztendlich auch im Interesse des Kunden. So steigt beispielsweise mit einem neugeborenen Kind in diesem Jahr die staatliche Förderung für die private Riester-Rente. Weitere wichtige Änderungen sind 


  • ein anderer Familienstand
  • verändertes Einkommen oder 
  • ein anderer beruflicher Status.


In der Regel erhalten Riester-Sparer von ihrem Anbieter einmal im Jahr ein Formular, das berufliche und familiäre Änderungen abfragt.



2. Denken Sie an die staatliche Zulage

Die staatlichen Zulagen werden nicht automatisch dem Riester-Vertrag gutgeschrieben, sondern müssen über den Riester-Anbieter bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen beantragt werden. Dieser Antrag muss der Zulagenstelle innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf des jeweiligen Beitragsjahres vorliegen. Konkret: Bis Ende 2017 können Sie noch die Zulagen für das Beitragsjahr 2015 beantragen.


Gut zu wissen: Die Grundzulage für Riester-Verträge steigt ab 1. Januar 2018 auf 175 Euro – bislang gibt der Staat 154 Euro. Voraussetzung bleibt, dass Sparer mindestens 4 Prozent ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens in einen Riester-Vertrag einzahlen.



3. Nachzahlungen sichern volle Zulage

Wer 2016 eine Gehaltserhöhung bekommen hat, sollte unbedingt die Höhe seiner Riester-Beiträge prüfen. Mit einer Nachzahlung im Dezember können sich Riester-Sparer die volle Förderung für 2017 sichern.


Hintergrund: Die volle Riester-Zulage bekommen Sparer nur dann, wenn 4 Prozent des Bruttoeinkommens von 2016 in den Riester-Vertrag fließen. Bei einem Durchschnittsverdiener (2016: 32.643 Euro brutto) sind das gut 1.305 Euro. Von dieser Summe gehen die Grundzulage und gegebenenfalls Kinderzulagen ab, nur den Rest müssen Riester-Sparer selbst einzahlen.


Rechenbeispiel: Durchschnittsverdiener, zwei Kinder (Geburtsdatum 2008 oder später)

Bruttogehalt 201632.643 € (vorher 30.850€)
davon 4 % für volle Förderung1.305,72 €
abzüglich Grundzulage154 €
abzüglich 2 Kinderzulagen600 €
optimaler Eigenbeitrag 2017551,72 €


Bereits eingezahlt (Januar bis Dezember) 480 €
Nachzahlung für volle Förderung71,72 €



4. Riester-Beiträge in Steuererklärung angeben

Wer seine Steuererklärung noch immer auf dem Schreibtisch liegen hat, sollte die Riester-Rente nicht vergessen. Sie kann Vorteile bei der Einkommensteuer bringen. Die eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen können als Sonderausgaben bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden. Dazu muss bei der Einkommensteuererklärung die „Anlage AV“ ausgefüllt werden. Das Finanzamt prüft dann, ob die Steuerersparnis über den sogenannten Sonderausgabenabzug höher ist als die Zulage („Günstigerprüfung“). Ist der Sonderausgabenabzug lohnender, führt das zu einer zusätzlichen Steuerermäßigung.



5. Kinderzulage nur für die Bezieher des Kindergeldes

Die Regelung ist hier einfach: Die Kinderzulage erhält die förderberechtigte Person, die auch das Kindergeld bekommt. Entfällt der Anspruch auf Kindergeld, wird die Kinderzulage für die Zukunft gestrichen.