08.12.2016
Altersvorsorge & Rente

Wie wich­tig ist die pri­vate Vor­sorge für Stu­die­rende?

Wer an der Universität eingeschrieben ist, die ersten Vorlesungen besucht und die Studenten-WG bezogen hat, dem schwirrt sicherlich einiges durch den Kopf. Mit Sicherheit aber nicht die Rente in spe. Das können wir nicht ändern, aber vielleicht darauf hinweisen, dass der Gedanke daran gar nicht so verkehrt wäre...

Für viele Studierende ist es sicherlich eine gute Nachricht, dass die meisten noch bei Mama und Papa versichert sind. Auf die private Vorsorge trifft das allerdings nicht  zu. Ob Berufsunfähigkeit oder private Rente, hier müssen Studentinnen und Studenten selbst aktiv werden. Drei Policen verdienen dabei ein besonderes Augenmerk: 


1. Die Berufsunfähigkeitsversicherung


Studierenden liegt vermutlich die Vorstellung fern, ihren Job irgendwann nicht mehr ausüben zu können. Nichtsdestotrotz sind sie mit der Tatsache konfrontiert, dass jeder vierte Beschäftigte im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig wird.


Wer dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben, kann den Wegfall des Lohns mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kompensieren, die in diesem Fall eine monatliche Rente zahlt. Auf staatliche Absicherung sollten Studierende sich nicht verlassen: Denn wer nach 1961 geboren wurde, hat keinen Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Sie erhalten lediglich eine Erwerbsminderungsrente, die die Lebenshaltungskosten in der Regel nicht decken können.


Was Studierende wissen sollten: Wer in jungen Jahren abschließt, zahlt in der Regel weniger Beiträge. Der Grund: Jüngere Menschen sind meistens gesünder und haben weniger Vorerkrankungen. Ihr Risiko, berufsunfähig zu werden, ist dementsprechend geringer.


2. Private Altersvorsorge a là Riester?


Wer im Studium nebenher arbeitet und finanziell Luft hat, Geld zur Seite zu legen, kann das Ersparte etwa in eine Riester-Rentenversicherung investieren. Aus drei Gründen lohnt sich das besonders für junge Menschen:


  1. Je früher man beginnt, desto mehr staatliche Zulagen erhalten die jungen Sparer.
  2. Junge Sparer profitieren langfristig stärker vom Zinseszinseffekt.
  3. Sie brauchen nur eine relativ geringe Eigenleistung, um den vollen Zulagenanspruch zu erhalten.


Bei der Altersvorsorge gilt: Je später man beginnt, desto mehr Geld muss monatlich aufgewendet werden, um die gewünschte Rentenleistung zu erhalten. Der Zinseszinseffekt kommt vor allem denjenigen zugute, die Altersvorsorge nicht als 100-Meter-Sprint sondern als Marathonlauf begreifen.


Um die vollen Zulagen bei der Riester-Förderung zu bekommen, müssen die Sparer 4 Prozent ihres Vorjahreseinkommens in die Riester-Rente einzahlen. Ein Rechenbeispiel:


Wer im vergangen Jahr 10.000 Euro etwa durch Nebenjobs verdient hat, muss monatlich rund 20,50 Euro in die Riester-Rentenversicherung einbezahlen, um die vollen Zulagen von jährlich 154 Euro vom Staat zu bekommen.


Gut zu wissen: Wer unter 25 ist und einen Riester-Vertrag abschließt, bekommt einmalig 200 Euro vom Staat obendrauf.


3. Die private Unfallversicherung


Sportlich aktiv sein neben dem Studium ist für viele Studierende selbstverständlich. Ereignet sich dabei in der Freizeit ein Unfall mit bleibenden Folgen, sind Studierende kaum abgesichert. Die Gründe: 

  1. Über die gesetzliche Rentenversicherung besteht oft kein oder nur geringer Versicherungsschutz.
  2. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nicht bei Unfällen in der Freizeit. 

Mit einer privaten Unfallversicherung haben Studierende nach einem Unfall Anspruch beispielsweise auf:

  • Invaliditätsleistungen in Form einer Kapitalsumme
  • Eine Unfallrente, die individuell bei Vertragsabschluss vereinbart wird
  • Erstattung kosmetischer Operationen
  • Bergungskosten, etwa bei Unfällen im Urlaub
  • Tagegeld und Krankenhaustagegeld
  • Todesfallleistung für Hinterbliebene