18.09.2017
Altersvorsorge & Rente

Die 3 größ­ten Irr­tü­mer zur Lebens­er­war­tung

Viele Menschen unterschätzen ihre Lebenserwartung, sie werden deutlich älter als erwartet. Wer das Rentnerleben länger genießen kann, sollte darauf auch finanziell vorbereitet sein.

1. Irrtum: „Ich werde sicher keine 90 Jahre alt.“

Vier von fünf Deutschen glauben nicht, dass sie ihren 90. Geburtstag feiern werden. Im Durchschnitt rechnen sie nur mit 82 Lebensjahren, wie eine repräsentative Umfrage des Ipsos-Instituts ergab. Doch damit unterschätzen vermutlich viele ihre individuelle Lebensdauer deutlich.


Von den heute lebenden Frauen, die im Jahr 1965 geboren wurden, werden ungefähr 48 Prozent ihren 90. Geburtstag feiern können. Bei den heute 30-jährigen sind es schon etwa 56 Prozent, wenn man die eher vorsichtigen Annahmen des Statistischen Bundesamtes zugrunde legt.


2. Irrtum: „Ich lebe höchstens 15 Jahre von der Rente.“

Die Lebenserwartung steigt dank des medizinischen Fortschritts für jede Generation um sechs bis neun Jahre. Die steigende Lebenserwartung bringt auch einen längeren Ruhestand mit sich - eine gute Nachricht. Im Jahr 1960 erhielten westdeutsche Neurentner im Durchschnitt knapp zehn Jahre lang eine Rente. 2016 lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer etwa doppelt so hoch: Insgesamt konnten Rentner durchschnittlich 19,6 Jahre ihren Ruhestand genießen, Frauen sogar 21,6 Jahren lang.



3. Irrtum: „Mit jedem Jahr, das ich älter werde, sinkt die mir verbleibende Lebenserwartung um ein Jahr.“

Das Gegenteil ist richtig. Mit jedem Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, ein höheres Alter zu erreichen. Dies liegt unter anderem daran, dass bestimmte Gesundheits- und Unfallrisiken – beispielsweise im Straßenverkehr – in jüngeren Jahren höher sind. Neugeborene hatten 1990 laut Statistischem Bundesamt eine Lebenserwartung von 83,7 Jahren. Mit 15 Jahren war die Lebenserwartung bereits auf 84,6 Jahre gestiegen.