31.05.2019
Altersvorsorge & Rente

Alters­vor­sorge für Frauen: Erfolg­rei­cher für die Rente spa­ren

Altersarmut ist häufig weiblich. Mit diesen 5 Tipps können Frauen ihre Altersvorsorge verbessern.

Um es gleich vorweg zu sagen: Frauen machen bei der Ruhestandsplanung vieles richtig - sehr viel sogar: Sie haben häufiger eine zusätzliche Vorsorge als Männer, strengen sich beim Sparen mehr an und und profitieren stärker von den staatlichen Zuschüssen. Das belegt ein Forschungsbericht des Bundesarbeitsministeriums (PDF). 


Dennoch haben Frauen bei der Rente das Nachsehen gegenüber den Männern ("Gender Pension Gap"). Vor allem geringere Löhne, mehr Teilzeitarbeit und Unterbrechungen im Erwerbsleben sind die Gründe dafür. Um im Alter nicht jeden Cent zwei Mal umdrehen zu müssen, sollten Frauen ihre eigene Altersvorsorge richtig in Angriff nehmen.



1. Tipp: Beginnen Sie möglichst früh mit der Altersvorsorge

Bei der Altersvorsorge gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Frauen, die bereits in jüngeren Jahren zu sparen beginnen, haben den Zinseszinseffekt auf ihrer Seite - egal ob sie jeden Monat kleinere oder größere Beträge fürs Alter zurücklegen. Langfristig müssen sich deshalb Sparerinnen weniger finanziell anstrengen und kommen trotzdem auf eine angemessene Rente. 


2. Tipp: Verlassen Sie sich nicht auf ihren Mann

Auch wenn am Traualtar oder im Standesamt etwas anderes versprochen wurde: Ehen gehen in die Brüche und zwar nicht zu knapp. Jedes Jahr lassen sich rund 160.000 Paare scheiden. Hat sich die Frau allein auf die Altersvorsorge des Mannes verlassen, kann es im Alter finanziell eng werden. Frauen sollten deshalb emanzipiert handeln. Ein Mann ist keine Altersvorsorge.


3. Tipp: Rechnen Sie mit einem langen Leben

Die Lebenserwartung von Frauen ist durchschnittlich höher als bei Männern. Für die Vorsorgestrategie bedeutet das: Frauen brauchen in der Regel "mehr" Geld im Ruhestand - einfach weil sie länger leben. Deshalb sollten sie auf Vorsorgeprodukte setzen, die eine finanzielle Absicherung bis ans Lebensende garantieren können. Dafür kommen etwa die Riester-Rente oder private Rentenversicherungen in Frage. Mit anderen Finanzprodukten kann es passieren, dass das angesparte Geld irgendwann aufgebraucht ist - das Leben aber noch nicht zu Ende.



4. Tipp: Geben Sie nicht auf halber Strecke auf

Die Geburt eines Kindes, die Pflege der Eltern oder auch eine Teilzeitbeschäftigung: Für Frauen kann es unterschiedliche Lebensphasen geben, in denen sie weniger verdienen. Entscheidend für die Vorsorgestrategie ist deshalb, die Lebensphasen mit geringerem Einkommen nicht voll auf die Altersvorsorge durchschlagen zu lassen.


Frauen mit einer bestehenden Altersvorsorge sollten in dieser Situation nicht ihre bereits erworbenen Rentenansprüche leichtfertig aufgeben. Mit anderen Worten: Kündigen ist meist die schlechteste Lösung. Deutlich cleverer ist es, zum Beispiel die Beiträge zu reduzieren oder den Vertrag beitragsfrei zu stellen (mehr Möglichkeiten haben wir hier aufgelistet). So können Frauen etwa Zeiten der Arbeitslosigkeit oder die Elternzeit flexibel überbrücken. Steht anschließend wieder mehr Geld zur Verfügung, kann die bestehende Altersvorsorge einfach weitergeführt werden.  


5. Tipp: Sichern Sie sich die staatlichen Zulagen

Mit einer Riester-Rente haben Frauen Anspruch auf die Grundzulage (175 Euro pro Jahr) und, falls sie schon Nachwuchs haben, auf die Kinderzulage (300 Euro pro Jahr je Kind). Eine Mutter mit zwei Kindern beispielsweise bekommt so jedes Jahr 775 Euro vom Staat für ihre Altersvorsorge gut geschrieben. Davon profitieren auch Frauen mit Minijob oder ohne eigenes Einkommen: Um die volle Zulage zu bekommen, reicht oft schon der Mindesteigenbeitrag von 60 Euro im Jahr. Langfristig verbessern die staatlichen Zulagen die Rendite der Altersvorsorge – dem Zinseszinseffekt sei Dank.