13.03.2018
Altersvorsorge & Rente

Kann ich meine Ries­ter-Rente ver­er­ben?

Was wird eigentlich aus der Riester-Rente, wenn der Versicherte stirbt? Zwar lässt sich eine Riester-Rente vererben, unter Umständen müssen Hinterbliebene aber die staatliche Förderung zurückzahlen. In vielen Fällen lässt sich das jedoch vermeiden.

Tod in der Ansparphase: So bleiben Zulagen und Steuervergünstigungen erhalten

In der Regel ist im Riester-Vertrag vereinbart, dass das vorhandene Kapital ausgezahlt wird, wenn der Versicherte vor Rentenbeginn stirbt. Eine Auszahlung ist aber „förderschädlich“ – die Zulagen und Steuerermäßigungen müssen zurückgezahlt werden.


Vermeiden lässt sich dies, wenn ein Ehegatte/eingetragener Lebenspartner als Begünstigter im Vertrag steht und das vorhandene Kapital auf einen eigenen Riester-Vertrag übertragen lässt. In diesem Fall ist die Übertragung „förderunschädlich“. Das heißt: Riester-Zulagen und Steuervergünstigungen bleiben erhalten. Ehe-/Lebenspartner können auch eigens für die Übertragung einen Riester-Vertrag abschließen, um das Kapital der verstorbenen Person ohne Abzüge zu übernehmen.


Kinder hingegen haben die Möglichkeit einer steuerunschädlichen Übertragung nicht. Fällt das vorhandene Riester-Kapital an sie, müssen sie die staatliche Förderung zurückzahlen. Dies gilt auch dann, wenn sie das Kapital auf einen eigenen Riester-Vertrag einzahlen würden.


Hinterbliebenenrente sichert Förderung

Eine Besonderheit der Riester-Rentenversicherung ist die Möglichkeit, einen Hinterbliebenenschutz mit seinem Riester-Vertrag zu verbinden. Hat der Verstorbene mit seinem Riester-Versicherer die Auszahlung einer Hinterbliebenenrente vereinbart, bleiben Zulagen und Steuervorteile ebenfalls erhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hinterbliebenenrente an Ehegatten bzw. Lebenspartner lebenslang gezahlt wird oder aber an Kinder.


Bei Kindern darf die Rente allerdings nur bis zum Erreichen der Altersgrenze für den Kindergeldanspruch mit 18 bzw. 25 Jahren geleistet werden, um nicht die bisherige steuerliche Förderung zu gefährden.

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Was gilt bei einem Todesfall in der Rentenphase?

Stirbt der Versicherte nach Beginn seiner Altersrente, endet die Rentenzahlung sofort – es sei denn, es wurde eine Hinterbliebenenrente oder eine Rentengarantiezeit vereinbart.


Bei einer Rentengarantiezeit von beispielsweise 10 Jahren wird die Rente des Versicherten  mindestens 10 Jahre lang ausgezahlt. Verstirbt der Versicherte innerhalb der Garantiezeit, wird die Rente bis zum Ende der Garantiezeit an die vom Versicherten benannte Person weitergezahlt. Dabei geht aber grundsätzlich die gewährte staatliche Förderung verloren.


Der Ausweg: Zulagen und Steuervergünstigungen bleiben dann erhalten, wenn die ausstehenden Renten oder das verbleibende Riester-Kapital auf einen Riester-Vertrag des Ehegatten oder des Lebenspartners übertragen werden. Eine förderunschädliche Übertragung auf den Riester-Vertag eines Kindes ist jedoch nicht möglich.


Übrigens müssen Ehegatten oder Lebenspartner die staatliche Förderung auch dann nicht zurückzahlen, wenn sie selbst nicht förderberechtigt sind. Solange sie selbst nicht förderberechtigt sind, erhalten sie allerdings keine Förderung für weitere Beiträge, die sie in ihren Riester-Vertrag einzahlen.