04.08.2017
Altersvorsorge & Rente

Mehr För­de­rung für Ries­ter und betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung

Die Altersvorsorge über Riester-Verträge und die betriebliche Altersversorgung werden zum 1. Januar 2018 für viele noch attraktiver: Das Betriebsrentenstärkungsgesetz bringt verbesserte Fördermöglichkeiten. Zudem müssen Geringverdiener nicht mehr befürchten, dass sie vergebens vorgesorgt haben, wenn sie im Alter trotz aller Sparbemühungen auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind.

Wichtig für Riester-Sparer:

•    Die Grundzulage für Riester-Verträge steigt ab 1. Januar 2018 auf 175 Euro – bislang gibt der Staat 154 Euro. Voraussetzung bleibt, dass Sparer mindestens 4 Prozent ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens in einen Riester-Vertrag einzahlen. Es bleibt dabei, dass die Summe aus eigener Einzahlung und staatlichen Zulagen nicht höher als 2.100 Euro pro Jahr sein darf.


Wichtig für Sparer mit betrieblicher Altersversorgung (bAV):

•    Wer als Arbeitnehmer weniger als 26.400 Euro pro Jahr verdient, kann ab 1. Januar 2018 unter bestimmten Voraussetzungen von einer neuen staatlichen Förderung profitieren. Zahlt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer zusätzlich zum Arbeitslohn mindestens 240 Euro pro Jahr an eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse, bekommt der Arbeitgeber 30 Prozent des Zuschusses vom Staat erstattet. Höchstgrenze für die Erstattung sind 480 Euro Arbeitgeberzuschuss pro Jahr.


•    Arbeitnehmer können ab 1. Januar 2018 mehr als bisher steuerfrei in ihre bAV einzahlen: Für das Jahr 2018 bleiben Einzahlungen bis zu einer Summe von 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) von der Steuer befreit – bezogen auf das Jahr 2017 entspräche dies 6.096 Euro. Bislang galt, dass vier Prozent sowie zusätzlich 1.800 Euro pro Jahr steuerfrei eingezahlt werden können.


•    Arbeitnehmer, die einen Teil ihres Bruttolohns sozialversicherungsfrei in eine bAV einzahlen („Entgeltumwandlung“), haben künftig auch einen Anspruch auf Arbeitgeberzuschüsse – bislang ist die Beteiligung des Arbeitgebers an der bAV freiwillig. Bei Neuverträgen, die ab 1. Januar 2019 geschlossen werden, müssen Arbeitgeber den umgewandelten Beitrag der Arbeitnehmer um 15 Prozent aufstocken. Ab 2022 gilt diese Regelung auch für Altverträge mit Entgeltumwandlung. Damit wird der Teil der Sozialversicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber spart, wenn seine Mitarbeiter sich für die Entgeltumwandlung entscheiden, an die Mitarbeitern weiter gegeben – ihre Betriebsrente steigt.


•    Die betriebliche Altersversorgung kann künftig auch über so genannte Sozialpartnermodelle organisiert werden, wenn sich die Tarifpartner darauf verständigen. Neu am Sozialpartnermodell ist vor allem, dass Arbeitgeber nur noch für die Zahlung des Beitrags zur betrieblichen Altersversorgung haften. Gleichzeitig schließt das Modell im Gegensatz zu den etablierten bAV-Modellen garantierte Leistungen für Arbeitnehmer grundsätzlich aus und führt unverbindliche „Zielrenten“ ein. Derzeit ist allerdings noch offen, wie das Sozialpartnermodell von den Tarifparteien in unterschiedlichen Branchen aufgenommen wird und wann es erste Tarifverträge zur „Zielrente“ gibt.


Wichtig für alle Altersvorsorge-Sparer:

•    Renten aus einer freiwilligen zusätzlichen Altersvorsorge bleiben künftig zu einem guten Teil von der Anrechnung auf die Grundsicherung im Alter verschont. Ab 1. Januar 2018 werden Renten unter anderen aus Riester- oder bAV-Verträgen nur dann mit Leistungen der Grundsicherung im Alter verrechnet, soweit die Rente einen Freibetrag übersteigt. Dieser Freibetrag beläuft sich auf mindestens 100 Euro monatlich. Für jeden Renten-Euro, der 100 Euro übersteigt, wird die Grundsicherung um 70 Cent gekürzt; es bleiben also per Saldo 30 Cent übrig. Die Obergrenze für den Freibetrag liegt bei 50 Prozent des Regelsatzes der Grundsicherung. Würde die Regel also schon heute gelten, dann dürften Bezieher von Grundsicherung effektiv bis zu 204,50 Euro ihrer Rente behalten.