04.12.2014
Altersvorsorge & Rente

So wird die Alters­vor­sorge zum Erfolg

Lebensversicherungen verknüpfen Sicherheit mit einer planbaren, attraktiven Rendite. Bei der Lebensversicherung gilt allerdings, wie bei jeder anderen Altersvorsorge auch, dass Sparer frühzeitig mit dem Kapitalaufbau beginnen und ihr Vorsorgeziel konsequent verfolgen müssen. Vier Faktoren, die die private Altersvorsorge erfolgreich macht.

Eins ist sicher: Die gesetzliche Rente wird künftig nur noch eine Basisabsicherung im Alter bieten. Laut aktuellem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung ersetzt die Altersrente des „Eckrentners“ nach 45 Beitragsjahren heute noch rund 48 Prozent seines Bruttoeinkommens. Bereits 2028 können Neurentner aber nur noch mit 44 Prozent rechnen – Tendenz stark fallend.

Wer heute 30 Jahre alt ist und sich nicht auf Erbschaften oder vorhandenes Vermögen verlassen kann, muss die wachsende Rentenlücke durch private Vorsorge ausgleichen. Unabhängig davon, ob sich ein Sparer für eine Lebensversicherung, einen Riester-Vertrag oder einen Aktien- bzw. Rentensparplan entscheidet – ob er sein Vorsorgeziel erfolgreich erreicht, hängt entscheidend von den nachfolgenden Regeln ab.


1. So früh wie möglich beginnen

Die wichtigste Regel ist, mit seiner Altersvorsorge so früh wie möglich zu beginnen. Da die meisten für ihre Altersvorsorge nur begrenzte Mittel zur Verfügung haben, ist es umso wichtiger, den Faktor Zeit für sich zu nutzen. Dann lässt sich auch mit kleinen Beträgen eine private Rente aufbauen, die die Rentenlücke ausgleicht.


Wie wichtig ein langer Ansparzeitraum zum Vermögensaufbau ist, zeigt die folgende Beispielrechnung für eine private Rentenversicherung: Ein 30-Jähriger, der ab seinem 67. Lebensjahr eine zusätzliche private Rente von 500 Euro braucht, muss dafür bis zum Rentenbeginn Kapital von rund 110.000 Euro angespart haben. Dafür muss der Sparer ab sofort jeden Monat 125 Euro in seine Rentenversicherung einzahlen. Beginnt er erst zehn Jahre später, benötigt er bereits einen monatlichen Beitrag von 208 Euro.


2. Sparraten durchhalten

Fast ebenso wichtig ist es, den Sparprozess bis zum geplanten Ende durchzuhalten. Bei der Lebensversicherung hilft die vertragliche Bindung: Von den annähernd 80 Milliarden Euro, die die deutschen Lebensversicherer 2013 auszahlten, entfielen nur knapp 15 Milliarden auf vorzeitig gelöste Verträge, hingegen 65 Milliarden Euro auf durchgehaltene Policen.


Eine erfolgreiche Altersvorsorge setzt aber nicht nur Spardisziplin, sondern auch eine realistische Einschätzung der eigenen finanziellen Möglichkeiten voraus: Das anvisierte Sparziel und die dafür aufzuwendenden Beiträge müssen so gewählt sein, dass sie auch bei Änderungen der sonstigen monatlichen Belastungen noch finanzierbar sind. Es kann auch sinnvoll sein, mit niedrigen Beiträgen zu starten und diese im Laufe der Zeit entsprechend der finanziellen Möglichkeiten nach oben anzupassen.


3. Sein Risiko kennen

Kritiker der Lebensversicherung weisen darauf hin, dass sich mit regelmäßigen Investitionen in Aktien- oder Rentenfonds in der Ansparphase höhere Renditen als mit einer Kapitallebensversicherung erzielen lassen. Allerdings geht die Renditechance mit einem wesentlich höheren Kursrisiko einher, wie die Grafik verdeutlicht:




Insbesondere am Aktienmarkt gibt es immer wieder extreme Kursschwankungen. Zwar konnten Anleger, die regelmäßig und über einen langen Zeitraum am Aktienmarkt investiert haben, mit einiger Wahrscheinlichkeit eine überdurchschnittliche Rendite erzielen. Auf der anderen Seite lässt sich ein starker Kurseinbruch kurz vor dem geplanten Rentenbeginn nicht mehr ausgleichen – im Extremfall kann ein schlechter Monat die Sparleistung von Jahren zunichte machen.


Ob Aktien als Altersvorsorge Sinn machen, hängt daher entscheidend davon ab, welche Risiken man tragen kann: Je weniger Geld zum Sparen verfügbar ist, desto wichtiger ist die Sicherheit der Rendite bei der Auswahl des Vorsorgeprodukts. Bei größerem finanziellem Spielraum können Aktien, Anleihen und Fonds eine sinnvolle Ergänzung sein. Verlustphasen muss man aber aushalten können – nicht nur finanziell, sondern auch mental.


4. Ruhe bewahren und Kurs halten

Das psychologische Moment bei der Kapitalanlage wird von vielen Sparern unterschätzt. Privatanleger verfolgen häufig keine konsequente Anlagestrategie, sondern orientieren sich stark an der vorherrschenden Börsenstimmung: Sie kaufen in der Hausse und verkaufen in der Baisse. So steckten Anleger in den zwei Jahren vor dem Platzen der „Dot-Com-Blase“ mehr Geld in Aktienfonds als in den zehn Jahren zuvor. Von der deutlichen Kurserholung nach dem Crash hatten viele Sparer nichts, weil sie kaum noch in Aktien investierten.




Wer sich ungeachtet dieser Risiken für eine Altersvorsorge auf Basis von Aktienfonds entscheidet, braucht daher gute Nerven und den unbedingten Willen, Monat für Monat einen festen Betrag zu investieren – auch dann, wenn scheinbar alles auf weiter fallende Kurse hindeutet. Zudem braucht er Disziplin: Entwickelt sich sein Aktienvermögen besser als erwartet, darf er sich nicht zu Teilverkäufen verleiten lassen. Denn dann fehlt der Kapitalpuffer, um Rückschläge an der Börse aufzufangen. Anleger, denen es an diesen Eigenschaften mangelt, sollten bei der Altersvorsorge auf eine klassische Versicherungslösung setzen. Diese Variante ist zwar weniger flexibel, für die meisten Sparer dürfte dieser vermeintliche Nachteil aber durch die spätere Rente aufgewogen werden – garantiert.