05.12.2014
Altersvorsorge & Rente

Spar­hilfe vom Staat

Wer privat für den Ruhestand vorsorgen will, bekommt Sparhilfen vom Staat. Vor allem für Sparer mit Kindern und mittlerem oder niedrigen Einkommen lohnen sich Riester- und Rürup-Renten.

Ob Arbeitnehmer oder Freiberufler, Beamter oder Arbeitsloser: Nahezu jeder kann bei der privaten Altersvorsorge auf Sparhilfen vom Staat setzen: Die vor nunmehr zwölf Jahren eingeführte Riester-Förderung können Angestellte und andere Rentenversicherungspflichtige sowie Beamte in Anspruch nehmen, nicht jedoch Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht. Um diese Lücke zu schließen, gibt es seit 2005 die Basisrente (auch Rürup-Rente genannt).


Familien kommen an Riester kaum vorbei

Da die Riester-Förderung auf Pro-Kopf-Zulagen beruht, lohnt sich ein Riester-Vertrag besonders für Sparer mit Kindern und/oder mittleren bis niedrigen Einkommen. Wer die volle Riester-Förderung erhalten möchte, muss jährlich mindestens vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Einkommens einzahlen. Die maximale jährliche Grundzulage beträgt 154 Euro pro förderberechtigter Person. Zusätzlich wird eine Kinderzulage von 185 Euro gezahlt. Für Kinder, die 2008 oder später geboren wurden, fließen 300 Euro. Über die Zulagen hinaus können Riester-Sparer von Steuerermäßigungen profitieren. Allerdings erkennt das Finanzamt bei Riester-Verträgen höchstens 2.100 Euro pro Jahr als Sonderausgaben an.


Auch bei Jahreseinkommen von 50.000 Euro und mehr liegt die Förderquote je nach Familienstand zwischen 28 Prozent und 38 Prozent. Besonders hoch ist der Förderanteil, also das Verhältnis von staatlichen Zulagen zum Gesamtbeitrag, bei Sparern mit niedrigen Einkommen und Kind(ern): Alleinerziehende Riester-Sparer mit einem Jahreseinkommen von 15.000 Euro bekommen für einen Eigenbeitrag von 261 Euro weitere 339 Euro vom Staat. Die Förderung beläuft sich damit auf 56 Prozent des Gesamtbeitrags.


Basis-Rente hilft Steuern sparen

Die Basis-Rente steht entgegen einem verbreiteten Missverständnis nicht nur Selbstständigen, sondern grundsätzlich jedem offen. Da es bei der Basis-Rente keine Zulagen gibt, sondern ausschließlich Steuerermäßigungen, lohnt sie sich insbesondere für Bezieher höherer Einkommen bzw. Arbeitnehmer, die mehr als den Riester-Höchstbetrag von 2.100 Euro pro Jahr für die Altersvorsorge zurücklegen wollen.


Beispielsweise kann ein alleinstehender Arbeitnehmer mit einem Jahresbruttoeinkommen von 60.000 Euro im Jahr 2014 rund 1.020 Euro an Steuern sparen, wenn er 3.000 Euro in eine Basis-Rentenversicherung einzahlt. Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro, die ebenfalls 3.000 Euro investieren, sparen hingegen nur rund 650 Euro an Steuern.


Institut: Gute Riester-Rendite

Für Arbeitnehmer mit mittleren Einkommen ist Riester wegen der Pro-Kopf-Zulagen daher meist sinnvoller als Rürup. Das unabhängige Institut für Transparenz (ITA) analysierte jüngst Riester-Renten der „ersten Generation“, die zwölf Jahre nach der Riester-Rentenreform fällig geworden sind. Das Fazit der Tester fiel überwiegend positiv aus: Selbst ein Single ohne Kind erzielte über zwölf Jahre eine durchschnittliche Rendite auf den Eigenbeitrag von 3,99 Prozent, mit Kind erreicht der Wert sogar 5,77 Prozent – mögliche zusätzliche Steuerersparnis nicht eingerechnet. Am besten schnitten im Vergleichsfeld übrigens die Riester-Produkte der Lebensversicherer ab. Riester-Fonds mussten hingegen in der Finanzkrise starke Wertverluste hinnehmen, die sie in den Folgejahren bis Anfang 2014 nicht mehr aufholen konnten.