15.09.2016
Altersvorsorge & Rente

Was leis­tet eine Ster­be­geld­ver­si­che­rung?

Auf welche Versicherungsfragen sollten Hinterbliebene achten, wenn ein Angehöriger stirbt? Und was lässt sich noch zu Lebzeiten regeln? GDV-Experte Mathias Zunk weiß Rat.

Herr Zunk, mitten in der Trauer über den Tod eines Menschen, müssen Angehörige die Bestattung organisieren – und finanzieren. Was empfehlen Sie hier?
Mathias Zunk: Menschen sollten sich am besten schon zu Lebzeiten darüber Gedanken machen, wie sie ihre Bestattung wünschen und welche Kosten dabei anfallen können. Nach der in Deutschland geltenden Bestattungspflicht müssen Angehörige sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Bestattung entstehen, übernehmen. Wenn Sie Ihre Verwandten vor hohen Beerdigungs-Kosten und organisatorischem Stress bewahren möchten, bietet sich ein Bestattungsvorsorgevertrag und eine Sterbegeldversicherung an. Wenn Sie verstorben sind, zahlen die Anbieter die vorher vereinbarte Summe an Ihre Hinterbliebenen aus.


Wie teuer ist denn eigentlich eine Bestattung?
Zunk: Das ist sehr unterschiedlich und hängt von Ihren Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten ab. Die Stiftung Warentest hat ausgerechnet, dass die durchschnittlichen Beerdigungskosten mittlerweile bei mehr als 6.000 Euro liegen. Selbst bei der als verhältnismäßig günstig geltenden Waldbestattung, bei der die Asche eines Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt wird, liegt die Bandbreite zwischen 300 und 6.000 Euro: Je schöner der Baum und je schöner die Stelle, desto teurer das Grab.


Die Sterbegeldversicherung übernimmt dann alle Kosten?
Zunk: Wenn Sie eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen haben, haben Sie eine bestimmte Versicherungssumme vereinbart. Diese wird dann im Todesfall an die Begünstigten – zum Beispiel Ihre Partnerin oder Ihren Partner – ausbezahlt. Allerdings gilt nach Vertragsbeginn oft eine gewisse Wartezeit, bevor die volle Summe ausbezahlt wird. Sterben Sie bereits kurz nach Abschluss der Versicherung, erstattet der Versicherer die bereits eingezahlten Beiträge.


Zur finanziellen Absicherung meiner Familie denke ich auch über den Abschluss einer Risikolebensversicherung nach. Könnte denn nicht aus dieser Summe die Beerdigung bezahlt werden?
Zunk: Eine Risikolebensversicherung ist definitiv sinnvoll. Sie sichert Ihre Hinterbliebenen ab. Im Fall Ihres Todes erhalten sie einen beim Vertragsabschluss festgelegten Geldbetrag, die sogenannte Todesfallsumme. Damit können sie dann z.B. ein für den Hausbau aufgenommenes Darlehen zurückzahlen. Und natürlich könnten sie von Teilen der Summe auch die Beerdigungskosten bezahlen. Aber: In der Regel läuft die Risikolebensversicherung nicht endlos. Stattdessen legen Sie bei Vertragsabschluss eine bestimmte Laufzeit fest. Tritt der Tod nach Ende der Laufzeit ein, gehen Ihre Hinterbliebenen leer aus.


Und was ist ein Bestattungsvorsorgevertrag?
Zunk: In einem solchen Vertrag können Sie über die Art der Bestattung bis hin zu Einzelheiten wie der Blumendekoration auf dem Sarg alles im Vorhinein festlegen. Zumeist schließt man direkt mit dem Bestattungsunternehmen ab. Das ist dann auch für Ihre Hinterbliebenen verbindlich. Ergänzend empfehle ich Ihnen aber eine Sterbegeldversicherung, damit sichergestellt ist, dass Ihre Angehörigen die Bestattung auch finanzieren können.