14.11.2014
Auto & Reise

„Nicht nur Bei­träge, son­dern auch Leis­tun­gen ver­glei­chen“

Mit dem Jahreswechsel läuft für die meisten Autofahrer auch die Kfz-Versicherung aus. Traditionell werben viele Versicherer jetzt um neue Kunden. Die wichtigsten Fragen in Sachen Versicherungswechsel beantwortet Mathias Zunk, Versicherungsexperte beim GDV-Verbraucherservice.

Herr Zunk, worauf sollten Autofahrer bei der Auswahl ihres Kfz-Versicherers achten?
Mathias Zunk: Sie sollten sich umfassend informieren und sich nicht nur am Beitrag, sondern auch an den Leistungen orientieren. Sieht die Versicherung eine Werkstattbindung vor? Gibt es einen Rabattschutz oder eine Fahrerschutzversicherung? Sind in einem bestimmten Tarif nur direkte Marderschäden oder auch Marderbiss-Folgeschäden versichert? Zahlt der Versicherer bei Wildunfällen mit Haarwild oder bei Unfällen mit Tieren jeglicher Art? Mit solchen und ähnlichen Fragen sollte man sich beschäftigen, bevor man sich für einen Tarif entscheidet.


Was ist bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung zu beachten?
Zunk: Am sichersten ist es, schriftlich zu kündigen und sich die Kündigung vom Versicherer auch bestätigen zu lassen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Vertragsende. Da die meisten Verträge vom 1. Januar bis zum 31. Dezember laufen, muss das Schreiben also spätestens bis zum 30. November bei der Versicherung eingegangen sein. In diesem Jahr fällt der 30. November auf einen Sonntag, die Kündigung sollte also spätestens am 28. November beim Versicherer ankommen – auch wenn zahlreiche Versicherer im Sinne der Kundenfreundlichkeit den nächsten Werktag als fristgerechten Eingang der Kündigung akzeptieren werden.


Kann jeder Autofahrer seine Versicherung zum Jahresende kündigen?
Zunk: Nein. Entscheidend ist nicht das Ende des Kalenderjahres, sondern das Ende des Versicherungsjahres. Bei den meisten Autofahrern läuft der Vertrag vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Manche Kfz-Versicherungsverträge enden jedoch unterjährig. Das jeweilige Datum ist in der Kfz-Versicherungspolice zu finden.


Gibt es neben dem Ende des Vertragsjahres noch weitere Anlässe, zu denen die Kfz-Versicherung gekündigt werden kann?
Zunk: Ja. Nach einem Schaden haben beide Vertragsparteien – also sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Versicherer – ein außerordentliches Kündigungsrecht. Erhöht der Versicherer den Beitrag aus kaufmännischen Gründen, zum Beispiel wenn es Veränderungen in der Typklasse des Fahrzeuges oder bei der Einstufung in die Regionalklasse gibt, kann der Kunde den Vertrag außerordentlich kündigen. Liegt der Grund für eine Preiserhöhung hingegen beim Kunden, weil er beispielsweise mehr Kilometer im Jahr gefahren ist als ursprünglich angegeben und der Versicherer den Beitrag entsprechend anpasst, besteht kein außerordentliches Kündigungsrecht.


Und zu guter Letzt: Wenn das Auto verkauft wird, endet der Vertrag automatisch beziehungsweise geht auf den neuen Besitzer über. Der kann dann entscheiden, ob er die Versicherung fortführt oder zu einem anderen Versicherer wechselt.