22.11.2017
Auto & Reise

Check­liste: Für wen sich der Wech­sel der Kfz-Ver­si­che­rung lohnt

Eine Woche haben Autofahrer jetzt noch Zeit, sich eine neue Kfz-Versicherung zu suchen. Ein Wechsel ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll.

1. Habe ich nach einem Wechsel weiterhin die gleichen Leistungen?

Dass die Kfz-Haftpflicht für den Schaden des Unfallgegners aufkommt – logisch. Dass die Kasko die Beule am eigenen Kotflügel ersetzt – geschenkt. Solche grundlegenden Leistungsbausteine sind in allen Kfz-Versicherungsprodukten integriert. In Details unterscheiden sich jedoch viele Policen – und genau darauf kommt es bei einem Wechsel an. Autofahrer sollten sich deshalb vor dem Wechsel vergewissern, ob sie bei ihrer neuen Versicherung auch tatsächlich die gleichen Leistungen haben.  Das können Anhaltspunkte sein:


  • Selbstbeteiligung: Für die Kasko-Versicherungen ihrer Autos können Versicherte in aller Regel eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Hier gilt eine einfache Faustregel: Je höher die Selbstbeteiligung, desto günstiger wird der Beitrag.
  • Versicherungssumme: Bis zu welcher Höhe leistet die Versicherung im Schadensfall?
  • Verzicht auf Einrede grober Fahrlässigkeit: Leistet die Kaskoversicherung auch, wenn der Unfall grob fahrlässig entstanden ist, Sie also eine Mitschuld haben?  
  • Wildunfälle: Sind mit der neuen Police standardmäßig Unfälle mit Haarwild (Reh, Wildschwein, etc.) versichert oder Zusammenstöße mit allen Tieren?
  • Zusatzleistungen: Enthält die Versicherung zusätzliche nützliche Bausteine wie etwa einen Autoschutzbrief (Pannen- und Unfallhilfe, Abschleppdienst, etc.) oder eine Fahrerschutzversicherung?
  • Marder: Sind in einem bestimmten Tarif nur direkte Marderschäden oder auch Marderbiss-Folgeschäden versichert?


Tipp: Schauen Sie sich vor dem Versicherungswechsel die Leistungsbausteine genau an. Denn ein günstigerer Vertrag, der am Ende weniger Schäden ersetzt, ist nicht immer die bessere Lösung.


2. Wieviel Geld spare ich durch den Wechsel wirklich?

„Mehrere Hundert Euro“ könnten Autofahrer bei einem Wechsel sparen – so das jährliche Werbeversprechen vieler Vergleichsportale.  Aber wie viel Geld können Autofahrer wirklich sparen?


In die Berechnung einer Kfz-Versicherungsprämie fließen sehr viele – teils personenabhängige – Faktoren ein: Autotyp und -alter, Wohnsitz, Beruf, Selbstbeteiligung und Schadenfreiheitsrabatt, um nur einige zu nennen. Jede Versicherung kalkuliert ihre Tarife und ihre Beitragshöhen anders. Davon können Versicherungskunden profitieren, in der Regel treffen die hohen, werbewirksamen Sparpotentiale nur auf bestimmte Zielgruppen zu.


Tipp: Vergleichen Sie - neben den Leistungen - auch den tatsächlichen Preisunterschied. Fragen Sie sich, ob sich ein Wechsel für 5 Euro am Ende wirklich lohnt.


3. Wo finde ich günstige Tarife: Vergleichsportal, Versicherer oder Vermittler?

Online-Vergleichsportale sind für viele Autofahrer die erste Anlaufstelle auf Suche nach einer neuen Kfz-Versicherung – und auch eine digitale Entscheidungshilfe. Was dabei nicht allen Wechselwilligen bewusst ist: Vergleichsportale bilden nicht den gesamten Markt ab, sondern lediglich einen Ausschnitt. Es gibt Kfz-Versicherer, deren Tarife nicht bei Check 24, Verivox und Co. gelistet sind.


Tipp: Gute Angebote finden Autofahrer nicht nur im Netz, sondern auch direkt bei den Kfz-Versicherern oder einem Vermittler.


4. Wann kann ich wechseln?

Für die meisten Autofahrer in Deutschland endet der Kfz-Versicherungsvertrag eines jeden Jahres am 31. Dezember und läuft am 1. Januar weiter, wenn nicht vorher gekündigt wurde. Aufgrund der einmonatigen Kündigungsfrist endet somit die Wechselsaison Ende November.  Es gibt allerdings auch unterjährige Verträge, dann endet der Versicherungsschutz an einem anderen Termin im Laufe des Jahres. Diese Verträge haben entsprechend auch einen anderen Wechsel-Stichtag. Ein Beispiel: Tritt der Versicherungsschutz zum 1. Juli eines Jahres in Kraft, kann dieser Autofahrer entsprechend zum 31. Mai kündigen.


Tipp: Prüfen Sie in Ihrem Kfz-Versicherungsvertrag, wann Ihr Versicherungsjahr endet.


Sonderkündigungsrecht
Autofahrer haben in bestimmten Fällen ein Sonderkündigungsrecht. Sie können unabhängig von der Laufzeit ihrer Versicherung wechseln, wenn

  • der Versicherungsbeitrag erhöht wird,
  • ein Schaden entstanden ist,
  • das Auto verkauft wird,
  • der Versicherer das Schadenfreiheitsrabatt-System oder die Tarifstruktur ändert.


5. Habe ich meine Fahrleistung realistisch eingeschätzt?

Für die Berechnung der Kfz-Versicherungsprämie ist es unter anderem relevant, wie viele Kilometer ein Autofahrer jährlich zurücklegt. Wer seine jährliche Fahrleistung, sei es bewusst oder unbewusst, kleinrechnet, bekommt in der Regel auch eine günstigere Prämie angeboten. Gut versichert sind Autofahrer mit dieser Strategie jedoch nicht. Weicht die tatsächliche Kilometerleistung deutlich ab, kann der Versicherer im Schadensfall Leistungen kürzen oder Prämiennachforderungen stellen.


Dasselbe gilt auch für die Anzahl der Fahrer und sowie die gewerbliche Nutzung des Fahrzeugs. Prinzipiell gilt: Passen die Angaben, anhand derer die Prämie berechnet wird, nicht zur tatsächlichen Nutzung des Autos, darf der Versicherer im Extremfall Leistungen kürzen.


Tipp: Machen Sie realistische und ehrliche Angaben beim Kfz-Versicherungswechsel. Nur so erhalten Sie ein passgenaues Angebot.