26.10.2015
Auto & Reise

Dieb­stahl im Auto­zug - Wel­che Ver­si­che­rung leis­tet?

Im Schlaf überrascht: Diebe haben in der Nacht zum Samstag 26 verladene Fahrzeuge in einem Autozug rabiat aufgebrochen, der von Lörrach nach Hamburg-Altona unterwegs gewesen ist. Navigationsgeräte, Kameras, Laptops und auch Bargeld sollen die Kriminellen dabei erbeutet haben. Für die eingeschlagenen Fensterscheiben an den Autos kommt die Teilkaskoversicherung auf. Bei den Wertgegenständen, die sich in den Wagen befunden haben, wird es hingegen komplizierter.

Der Schaden, den die Diebe angerichtet haben, ist kein Fall für die Haftpflichtversicherung der geschädigten Reisenden, wie die Bild mutmaßt . Eine private Haftpflichtversicherung leistet dann, wenn der Versicherte Dritten einen Schaden zufügt. In dem Autozug haben die Diebe die Fensterscheiben der Autos eingeschlagen. Diese Schäden übernimmt die Teilkaskoversicherung. Sie leistet auch, wenn fest eingebaute Teile des Autos geklaut wurden. Dazu zählen etwa das Autoradio oder ein fest eingebautes Navigationsgerät.


Gestohlene Gegenstände im Auto: Hausratversicherung greift nicht

Die Hausratversicherung enthält einen Baustein „Außenversicherung“. Sie erstreckt sich somit nicht nur auf die eigenen vier Wände: Auf Reisen ist das Gepäck in gewissem Umfang mitversichert, etwa bei Raub oder Diebstahl aus dem Hotelzimmer. Werden die Gegenstände allerdings wie in diesem Fall aus dem Auto gestohlen, fällt das nicht unter die Außenversicherung der Hausrat. Diese leistet nur, wenn Wertgegenstände aus einem verschließbaren Gebäude gestohlen wurden, zum Beispiel aus einer verschlossenen Garage.


Auch die Deutsche Bahn (DB) schließt eine Haftung für Schäden aus, die „auf unabwendbare Ereignisse zurückzuführen sind“. Dazu zählt die Bahn auch Schäden durch Diebstahl. Die DB zahlt für den Verlust von im Auto untergebrachten Gegenständen nur dann, wenn sie ein Verschulden trifft. Das dürfte hier nicht der Fall sein.


Keine Wertgegenstände im Wagen lassen

Worauf für die Geschädigten vielleicht noch hoffen können: Wenn bestohlene Autofahrer etwa für Laptop oder Handy eine spezielle Elektronikversicherung abgeschlossen haben, könnte diese für die geklauten Gegenstände aufkommen. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die Geschädigten hier Abschläge in Kauf nehmen müssen. Aus diesem Grund sollten sich Autofahrer auch nach folgender Faustregel richten: Wertgegenstände nicht im Auto lassen – sei es auf einem Parkplatz, auf Fähren oder im Autozug.