30.09.2014
Auto & Reise

eCall – Lebens­ret­ter im Auto

Autos sollen nach dem Willen der EU-Kommission zukünftig bei einem Unfall selbstständig einen Notruf absenden können. Die Technik, die das ermöglichen soll, heißt eCall und soll nach derzeitigem Stand ab Oktober 2015 verpflichtend in Neuwagen eingebaut werden. Wie das elektronische Notrufsystem eCall grundlegend funktioniert und wie es zukünftig Leben retten soll, das beantwortet diese Übersicht.

Was ist eCall?

Die Abkürzung „eCall” steht für „emergency call”, ein elektronisches Notrufsystem für Kraftfahrzeuge. eCall ist ein Projekt im Rahmen der eSafety-Initiative der Europäischen Kommission.


Wie funktioniert eCall?

Mithilfe von Sensoren erkennt das Auto einen schweren Unfall und löst automatisch und unverzüglich einen Notruf aus. Dazu greift das Fahrzeug auf eingebaute Ortungs- und Telekommunikationstechnik zurück. Das Auto sendet den Unfallort an die zuständige Rettungsleitstelle und baut gleichzeitig eine Sprechverbindung auf. Bei leichteren Unfällen bzw. in jeder Notsituation können die Fahrzeuginsassen den eCall auch manuell auslösen.


Warum wird eCall eingeführt?

Ziel von eCall ist es, Verletzte schneller am Unfallort versorgen zu können. Dadurch sollen die Folgen eines Unfalls abgemildert werden oder, bei schweren Unfällen, sogar Leben gerettet werden.


Welche Vorteile hat eCall?

Durch eCall ist die Rettungsleitstelle in der Lage, den Zeitraum zwischen dem Unfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte auf ein Minimum zu reduzieren. Das ist wichtig, weil die Folgen von Unfallverletzungen umso stärker abgemildert werden können, je früher die Versorgung am Unfallort beginnt. Die EU-Kommission hofft, insbesondere in ländlichen Regionen diesen Zeitraum um bis zu 50 Prozent zu verkürzen. Durch rechtzeitiges Eintreffen der Rettungskräfte soll die Zahl der Todesfälle und der schweren Verletzungen europaweit deutlich reduziert werden.


Wann wird eCall voraussichtlich einsatzbereit sein?

Ab Oktober 2015 muss das System in allen Fahrzeugen, die neu auf den Markt kommen, verpflichtend eingebaut werden, so der derzeitige Stand. Die Technik im Fahrzeug alleine genügt aber noch nicht. Auch die Rettungsleitstellen müssen ihre technische Infrastruktur an den eCall anpassen. Dafür haben sie bis Oktober 2017 Zeit. Erst dann wird auf Europas Straßen der elektronische Notruf in vollem Umfang sowohl gesendet als auch empfangen werden können, um dann unverzüglich ein Rettungsteam zum Unfallort zu schicken.