18.07.2017
Auto & Reise

Handy am Steuer - Warum Auto­fah­rer die Fin­ger davon las­sen soll­ten

Autofahrer sollten während der Fahrt ihr Smartphone ignorieren. Die Handynutzung erhöht nicht nur das Unfallrisiko, sondern hat auch Folgen für die Versicherungsleistung nach einem Unfall.

Hand aufs Herz: Wer hat noch nie beim Autofahren telefoniert, gesimst oder schnell auf den Bildschirm geblickt? Eben. Auch in einer Onlineumfrage - natürlich anonym - haben rund 76 Prozent zugegeben, am Steuer das Smartphone zu nutzen. Die Umfrage mit 2.600 Teilnehmern förderte auch zutage, dass über 92 Prozent die Handynutzung während der Fahrt für gefährlich halten. Intuitiv liegen sie damit richtig: Pro Jahr sterben nach Schätzungen der Kampagne "Be Smart" mindestens 500 Menschen auf deutschen Straßen durch Ablenkung, häufig verursacht durch das Smartphone.


Handynutzung im Gehen funktioniert schon nicht

In sozialen Netzwerken sorgt aktuell die Präventionskampagne #Itcanwait für Aufsehen. Südafrikanische Behörden werfen in dem Video mit drastischem Ende die berechtigte Frage auf: Wenn wir schon nicht gleichzeitig gehen und Nachrichten schreiben können, warum tun wir es dann beim Autofahren?


 

Allein schon um tödliche Unfälle zu vermeiden, sollten Autofahrer das Smartphone links liegen lassen. Die Versicherungsleistung nach einem Unfall ist ein weiterer Grund.


Was leistet die Kfz-Versicherung bei einem Unfall, wenn ich das Handy am Steuer bedient habe?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung entschädigt in jedem Fall das Unfallopfer voll - egal ob der Verursacher das Handy in der Hand hatte oder nicht.


Bei der Kaskoversicherung, die die Schäden am eigenen Wagen ersetzt, ist das anders: Hier kann sich die Handynutzung auf die Leistung auswirken. Steht der unerlaubte Gebrauch des Smartphones in einem direktem, ursächlichen Zusammenhang mit dem Unfall, kann die Kaskoversicherung die Leistung kürzen. Eine pauschale Kürzung gibt es jedoch nicht. Um wie viel geringer die Leistung der Kaskoversicherung ausfallen kann, hängt immer vom konkreten Einzelfall ab.


Welche Strafen drohen bei der Handynutzung am Steuer?

Autofahrer, die mit Handy am Steuer erwischt werden, müssen mit einem Bußgeld von 60 Euro rechnen und einem Punkt in Flensburg. Wiederholungstätern drohen im Extremfall sogar Fahrverbote.


Nicht nur das Telefonieren und Simsen werden geahndet. Auch das Wegdrücken von Anrufern, Nachrichten oder Uhrzeit ablesen sowie das Fotografieren mit dem Smartphone stellen Ordnungswidrigkeiten dar.


Ist der Motor hingegen abgeschaltet, ist die Smartphonenutzung erlaubt - auch wenn der Fahrer noch hinterm Steuer sitzt. Konkret: Wer an einer roten Ampel den Motor abstellt, telefoniert und das Gespräch beendet, bevor die Ampel wieder auf Grün springt, verhält sich korrekt. Ebenfalls erlaubt ist das Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung während der Fahrt.


Übrigens: Auch Radfahrer dürfen nicht während der Fahrt telefonieren. Werden sie erwischt, müssen sie derzeit 25 Euro Bußgeld bezahlen.