20.03.2019
Auto & Reise

Fahr­stil, Selbst­be­tei­li­gung, Typ­klasse: So kön­nen Sie Ihren Kfz-Bei­trag beein­flus­sen

Die Höhe des Kfz-Versicherungsbeitrags hängt von zahlreichen Faktoren ab. Auf viele haben die Autofahrer keinen oder wenig Einfluss. Doch es gibt Ausnahmen.

Den Beruf oder Wohnort würden wohl die Wenigsten wechseln, um Einfluss auf den Kfz-Versicherungsbeitrag zu nehmen. Andere Faktoren können Autofahrer hingegen direkt beeinflussen - unter anderem durch die Auswahl des Modells, ihren Fahrstil oder auch dadurch, wo das Auto abgestellt wird. Diese 10 Faktoren haben Autofahrer selbst in der Hand:


1. Achten Sie auf die Typklasse

Rund 29.000 verschiedene Automodelle sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Alle Automodelle werden dabei in sogenannte „Typklassen“ eingeordnet. Die Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen der letzten drei Jahre eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider. In der Kaskoversicherung spielt neben den Reparaturkosten auch der Wert eines Automodells eine Rolle. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Einstufung in der Typklasse, desto günstiger wirkt sich dies auf den Versicherungsbeitrag aus. Die aktuellen Typklassen aller Fahrzeuge verrät Ihnen unsere Typklassen-Abfrage.


2. Fahren Sie vorsichtig

Wer keine Autounfälle verursacht, erhält eine günstigere Einstufung in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung. Der Versicherer gewährt oftmals einen sogenannten Schadenfreiheitsrabatt. Wer ein Jahr lang keinen Schaden hatte, wird in die nächstbessere Schadenfreiheitsklasse eingestuft.


3. Schützen Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse

Viele Versicherer bieten einen so genannten Rabattschutz an. Er sorgt dafür, dass die einmal erreichte Schadenfreiheitsklasse auch nach einem Schadenfall erhalten bleibt. Im Regelfall ist ein Schaden pro Jahr abgedeckt, manche Versicherer bieten den Rabattschutz sogar für mehrere Schadenfälle im Jahr an. Im Falle eines Versichererwechsels wird allerdings die Schadenfreiheitsklasse an den Nachversicherer weitergegeben, die sich ergeben hätte, wenn kein Rabattschutz abgeschlossen worden wäre. Dies ist notwendig, damit der Nachversicherer das individuelle Risiko des Versicherungsnehmers einschätzen kann, das durch die „nicht-rabattgeschützte“ Schadenfreiheitsklasse beschrieben wird.


4. Vereinbaren Sie eine Selbstbeteiligung

Sowohl in der Teilkasko- als auch in der Vollkaskoversicherung kann eine Selbstbeteiligung vereinbart werden. Ist der Versicherte im Schadensfall bereit, einen Teil der Kosten am eigenen Auto zu übernehmen, wirkt sich das günstig auf die Versicherungsprämie aus.


5. Tragen Sie kleinere Schäden selbst

Wer einen Schaden komplett aus eigener Tasche bezahlt, verhindert eine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse. Das geht nicht nur in der Kasko-, sondern auch in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Ob es besser ist, den Schaden selbst zu tragen oder die Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse in Kauf zu nehmen, kann der Kfz-Versicherer ausrechnen. Ist der Versicherer in Vorleistung gegangen, haben Autofahrer sechs Monate Zeit, den Schaden von Ihrer Versicherung „zurückzukaufen“, also doch noch selbst zu bezahlen.


6. Lassen Sie nicht jeden mit Ihrem Wagen fahren

Lässt der Fahrzeughalter jede Person mit seinem Auto fahren, die einen gültigen Führerschein besitzt, hebt das den Versicherungsbeitrag an. Schränkt der Fahrzeughalter den Nutzerkreis auf sich selbst und die Partnerin bzw. den Partner ein, sinkt der Versicherungsbeitrag.


7. Reduzieren Sie Ihre Kilometerleistung

Je mehr Kilometer ein Auto auf der Straße zurücklegt, desto größer ist das Risiko eines Unfalls. Dies spiegelt sich auch in den Schadenbilanzen der Autoversicherer wider. Faustregel ist daher: Wer weniger unterwegs ist, zahlt auch weniger. Aber nur wenn Sie dies auch entsprechend angeben. Denn Versicherer vergeben keinen nachträglichen Rabatt.


8. Achten Sie beim Kauf auf das Fahrzeugalter

Statistiken der Kfz-Versicherer zeigen, dass Fahrer von Autos, die als Neuwagen oder junge Gebrauchtwagen gekauft wurden, weniger Schäden verursachen als der Durchschnitt aller Fahrzeuge. Käufer älterer Fahrzeuge verursachen hingegen überdurchschnittlich viele Schäden. Dies kann sich entsprechend auf die Versicherungsprämie auswirken.


9. Parken Sie in einer Garage - sofern vorhanden

Stellt man das Auto in der Garage ab, ist es vor einem möglichen Diebstahl besser geschützt. Auch das Risiko vor umstürzenden Bäumen oder Hagel- und Sturmschäden wird minimiert. In der Teilkaskoversicherung wird das Parken in einer Garage oftmals mit einem „Garagenrabatt“ prämiert.


10. Vergleichen Sie mögliche Sonderkonditionen

Jede Versicherung kalkuliert ihre Tarife und Beitragshöhen anders. Manche Unternehmen geben Rabatte für bestimmte Berufsgruppen oder für die Mitarbeit in einer ehrenamtlichen Organisation. Andere prämieren die Mitgliedschaft in einem Automobilclub, wieder andere den Besitz einer Bahncard oder eines Hauses.


Seit Kurzem gibt es auch die Möglichkeit einen Telematik-Tarif zu wählen. Die Idee dahinter: Wer vorsichtig fährt, verursacht in der Regel weniger Schäden – und dies spiegelt sich im Versicherungsbeitrag wider. Um die tatsächliche Fahrweise zu messen und zu bewerten, haben die Versicherer unterschiedliche technische Lösungen entwickelt und messen verschiedene Dinge: Manche Systeme messen Faktoren wie Geschwindigkeit, Beschleunigungs- und Bremsverhalten, andere Systeme berücksichtigen auch die Tageszeit und Fahrten im dichten Stadtverkehr oder auf der Autobahn.