12.05.2017
Auto & Reise

So funk­tio­niert der Unfall­mel­de­dienst

Ein Stecker, eine App und eine Notrufzentrale, die im Ernstfall schnell Hilfe schickt: Mit dem Unfallmeldedienst sind Autofahrer bei Unfällen und Pannen besser geschützt.

Wie funktioniert der Unfallmeldedienst?

Der Unfallmeldedienst besteht aus drei Bausteinen: Dem Unfallmeldestecker für die 12-Volt-Buchse, einer App und einer Notrufzentrale. Erkennt der Unfallmeldestecker mit Hilfe seiner Sensortechnik einen Unfall, sendet er diese Information an die Unfallmelde-App auf dem Smartphone des Autofahrers, die dann einen Notruf absetzt.


Nach einem schweren Unfall wird automatisch eine Sprachverbindung zwischen der Notrufzentrale der Autoversicherer und dem Autofahrer am Unfallort hergestellt. Parallel werden den Agenten in der Notrufzentrale automatisch die Mobilfunknummer des Kunden, der aktuelle Standort des Fahrzeugs, die letzte Fahrtrichtung und das Autokennzeichen auf ihren Bildschirmen angezeigt. So können sie den Rettungsleitstellen detaillierte Informationen zum Unfallfahrzeug übermitteln. Die Meldung eines leichten Unfalls wird direkt vom Versicherer entgegengenommen, der den Fahrer in der jeweiligen Situation unterstützt.


Nach einem Unfall kann der Autofahrer den Notruf auch direkt über die Unfallmelde-App manuell auslösen. Dazu drückt er direkt auf der Startseite den Button „Rettung anfordern“.


Hilft der Unfallmeldedienst auch bei einer Panne?

Ja. Drückt der Autofahrer den Button „Hilfe bei Unfall / Panne“, werden die aktuelle Position des Fahrzeugs und die letzte Fahrtrichtung vom Versicherer entgegengenommen und eine Sprachverbindung aufgebaut. 



Wo bekomme ich den Unfallmeldedienst?

Über jedes Versicherungsunternehmen, das den Unfallmeldedienst für seine Kunden anbietet. Interessierte Versicherungskunden können den Stecker, die App, die Kontokennung und den Aktivierungscode bei ihrem Versicherer erhalten.


Was kostet ein Unfallmeldestecker bzw. die Teilnahme am Unfallmeldedienst?

Jeder Kfz-Versicherer, der den Unfallmeldedienst anbietet, kann individuell den Preis festlegen.


Was brauchen Autofahrer, um am Unfallmeldedienst teilnehmen zu können?

Der Unfallmeldestecker kann ohne großen Aufwand in jedem Pkw betrieben werden, es gibt nur wenige technische Voraussetzungen:


  • eine 12-V-Steckdose bzw. ein Zigarettenanzünder im Fahrzeug,
  • ein Smartphone mit Bluetooth, einem Mobilfunkvertrag mit mobiler Datenverbindung (Internet) und einem der folgenden Betriebssysteme: Android ab Version 4.1 oder iPhone ab Modell 5 mit iOS ab Version 8.


Ob das Smartphone mit dem Unfallmeldedienst kompatibel ist, können Autofahrer herausfinden, in dem sie mit dem Smartphone auf diesen Link klicken.


Bei jeder Fahrt müssen der Unfallmeldestecker in der 12V-Buchse mit Strom versorgt und die Unfallmelde-App auf dem Smartphone sowie die Bluetooth-Verbindung aktiv sein. Dann verbinden sich Smartphone und Unfallmeldestecker automatisch miteinander. Ob der Unfallmeldedienst betriebsbereit ist, können Fahrer jederzeit an der Leuchtdiode des Steckers erkennen. Ist das System betriebsbereit, leuchtet die LED-Diode des Steckers dauerhaft grün. Ist der Dienst nicht betriebsbereit, blinkt der Stecker.


Datenschutz: Welche Daten werden vom Unfallmeldedienst gesammelt, gespeichert und übertragen?

Daten werden ausschließlich bei der Registrierung und beim Auslösen des Unfallmeldedienstes übermittelt. Um die Leistungen des Unfallmeldedienstes erbringen zu können, werden personenbezogene Daten (Kunden- und Mobilfunknummer, fahrzeugspezifische Daten wie das Kennzeichen des versicherten Fahrzeugs und technische Daten wie die Stecker-ID und das Modell des verwendeten Smartphones) gespeichert. Darüber hinaus werden lediglich Daten zu den ausgelösten Fällen verzeichnet. Rückschlüsse auf die Fahrweise oder die Erstellung von Bewegungsprofilen ist nicht möglich, da ältere Daten kontinuierlich überschrieben werden.


Außerdem validiert die Notrufzentrale bzw. das Service-Center die Daten nach einem Unfall und nimmt ggf. weitere Informationen im Gespräch mit dem Autofahrer auf, die ebenfalls gespeichert werden. Die Übertragung der Daten zwischen der App und der Notrufzentrale erfolgt verschlüsselt. Der Datenverkehr erfolgt über eine BSI-zertifizierte Cloud.


Dritte erhalten keinen Zugang zu den Daten der Versicherten. Einzig die Rettungskräfte und autorisierte Dienstleister, die beispielsweise einen Abschleppwagen organisieren sollen, erhalten die zu diesem Zweck nötigen Informationen (z. B. den Standort).