29.06.2016
Auto & Reise

Nach Ter­ror­an­schlag: Zahlt die Rei­se­ver­si­che­rung?

Das müssen Urlauber mit einer Reiseversicherung nach einem Terroranschlag wissen - ein Überblick.

Wer nach einen Terroranschlag eine gebuchte Reise stornieren oder umbuchen will, ist dabei auf die Kulanz des Veranstalters angewiesen, solange es keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts gibt.


Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch kann eine Pauschalreise dann kostenlos storniert werden, wenn höhere Gewalt die Reise erheblich gefährden oder beeinträchtigen würde und dies zum Zeitpunkt der Buchung nicht vorhersehbar war. Als höhere Gewalt gelten etwa Naturkatastrophen, aber auch politische Unruhen und Krieg. Einzelne Terroranschläge werden hingegen in der Regel als allgemeines Lebensrisiko gewertet, es sei denn, dass sie zu einer offiziellen Reisewarnung führen.



Wann die Reiserücktrittsversicherung leistet

Eine Reiserücktrittskostenversicherung greift bei einer Reisestornierung aufgrund höherer Gewalt nicht. Dafür ist sie auch nicht gedacht. Sie erstattet die Stornogebühren, die der Reiseveranstalter in Rechnung stellt, wenn eine gebuchte Pauschalreise nicht angetreten werden kann – beispielsweise wegen einer unerwarteten schweren Erkrankung, einem Todesfall in der Familie oder wegen des Verlustes des Arbeitsplatzes.


Zusätzlich kann man eine Reiseabbruchversicherung abschließen. Sie ersetzt die entstehenden Mehrkosten, wenn man wegen vorzeitiger Rückreise bereits bezahlte Reiseleistungen nicht in Anspruch nehmen kann oder wenn der Urlauber, etwa wegen einer Krankheit, zu einem verlängerten Aufenthalt gezwungen ist.


Reiseveranstalter können sich versichern

Auch der Reiseveranstalter kann wegen höherer Gewalt eine Reise stornieren. Mit einer Veranstalterhaftpflicht-Police können darüber hinaus weitere Risiken versichert werden, die zum Ausfall einer Reise führen können, auch die durch einen Terroranschlag. Erstattet werden die Stornokosten, die dem Reiseveranstalter entstehen, wenn zum Beispiel Flüge gebucht, Zimmer reserviert oder Dienstleister beauftragt waren und dann abgesagt werden müssen.