07.07.2017
Auto & Reise

Wer zahlt, wenn mein Auto abge­brannt ist?

Die G20-Proteste in Hamburg sind eskaliert. Viele Autos sind abgebrannt - von der Luxuskarosse bis zum Kleinwagen. Hausbesitzer und Gewerbetreibende sind auch von der Randale betroffen. Welche Versicherungen kommen für diese Schäden auf?

Noch vor dem eigentlichen Beginn des G20-Gipfels sind die Proteste eskaliert. Ein Teil der Demonstranten zerstörte unter anderem Bankautomaten, riss Pflastersteine heraus und machte auch vor Autos nicht Halt:



Krawall-Schäden am Auto versichern

Der Haken bei Krawall-Schäden: In der Regel lässt sich der Verursacher nach den Tumulten nur sehr schwer oder gar nicht ermitteln. In diesem Fall bleiben die Autobesitzer selbst auf dem Schaden sitzen. Mit einer Teil- bzw. Vollkaskoversicherung hingegen brauchen sie die Reparaturkosten nicht selbst bezahlen. 


Eine Teilkaskoversicherung kommt für Schäden durch Böller, Feuer und für zerstörte Autoscheiben auf. Eine Vollkaskoversicherung leistet darüber hinaus auch für Vandalismusschäden, etwa durch Steinwürfe. Teilkaskoschäden wirken sich nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt aus, Schäden in der Vollkasko hingegen schon.


Wer hingegen nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, kann keinen Schadenersatz erwarten. Diese Police leistet nur, wenn der Versicherte bei anderen einen Schaden verursacht hat.



Was sind Schäden an Gebäuden und Hausrat versichert?

In der privaten Wohngebäude- und Hausratversicherung sowie in der gewerblichen Sachversicherung sind Feuerschäden versichert. Beispielsweise, wenn bei einer gewalttätigen Demonstration ein Brandsatz in ein Haus geschleudert wird.


Reine Sachbeschädigungen, im Zuge von gewalttätigen Demonstrationen (z.B. Steinwurf beschädigt Außenputz) sind nicht automatisch in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung mitversichert. Einige Versicherer bieten Premiumprodukte an, mit denen "Böswillige Beschädigungen" und "Innere Unruhen" versichert werden können.


Tipp: Einfach bei seinem Versicherer nachfragen, ob und zu welchen Konditionen er diesen Zusatzschutz anbietet.


Wie sind gewerbliche Betriebe versichert?

Für Industrie- und Gewerbebetriebe besteht über „Extended Coverage“-Policen die Möglichkeit, eine Versicherung für Sachschäden durch „Innere Unruhen“ und böswillige Beschädigungen einzuschließen.  Kommunen, größere Handelsketten und Filialbetriebe etc., die über eine „Extended Coverage“-Police verfügen, haben "Böswillige Beschädigungen" und "Innere Unruhen" im Regelfall mitversichert. Hier gilt: Einen Blick in die Police werfen, in Zweifelsfällen bei seinem Versicherer nachfragen.