28.09.2017
Auto & Reise

Wie Old­ti­mer-Lieb­ha­ber ab Okto­ber dop­pelt spa­ren kön­nen

Fahrer alter Autos profitieren mit dem H-Kennzeichen von der niedrigen Kfz-Steuer. Durch eine Änderung können Oldtimer-Besitzer demnächst noch mehr Steuern sparen - auch ihre Versicherungsbeiträge könnten sinken.

Oldtimerfreunde können ab Oktober Geld sparen. Das sogenannte Historien-Kennzeichen (H-Kennzeichen) für Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre als sind, lässt sich künftig auch mit einem Saison-Kennzeichen kombinieren. Für Oldtimer muss damit nicht mehr die volle Kfz-Steuer von pauschal 191,73 Euro pro Jahr bezahlt werden.


Die Neuregelung nutzt all jenen, die ihr Liebhaberstück nur eine bestimmte Zeit im Jahr nutzen wollen. Bei einem H-Kennzeichen mit Saisonzulassung wird die Kfz-Steuer nur noch für die angemeldeten Monate erhoben. Eine Zulassung von März bis Oktober kostet beispielsweise nur noch 127,82 Euro an Steuern.


Saisonzulassung kann zu niedrigeren Versicherungsprämien führen

Sparen können die Liebhaber historischer Autos unter Umständen auch bei der Kfz-Versicherung, wenn sie ihr Auto nur saisonal anmelden. Sie zahlen in der Regel nur für die Zeit, in der das Auto auf die Straße darf. Legen sie den Wagen über den Winter still, fällt die Prämie für die Oldtimerversicherung geringer aus.


Versichert sind die Autos dennoch meist auch in der zulassungsfreien Zeit. Oldtimerfreunde profitieren oft von der sogenannten Ruheversicherung: Haben sie ihr Fahrzeug ordnungsgemäß untergebracht, bleibt der Schutz der Haftpflicht- und der Teilkaskoversicherung bestehen. Schäden aufgrund von Diebstahl, Feuer, Marderbissen oder Hagel und Sturm sind abgedeckt.



Bundesregierung rechnet mit reger Nutzung

Wer bislang seinen Oldtimer nur für einige Monate anmelden wollte, musste das reguläre Saisonkennzeichen beantragen. Bei diesem gilt allerdings der normale Kfz-Steuersatz, der sich unter anderem nach dem Schadstoffausstoß des Fahrzeugs richtet und für die meisten Oldtimer ungünstiger ist. Weiterer Nachteil: Während Autos mit H-Kennzeichen ohne Plakette in die Umweltzonen dürfen, gilt die Ausnahmeregelung für Pkw mit Saisonkennzeichen nicht.


Die Bundesregierung erwartet, dass viele Oldie-Besitzer die Neuregelung nutzen werden und rechnet mit Steuerausfällen von 20 Mio. Euro pro Jahr. Deutschlandweit gibt es rund 380.000 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen, dazu kommen laut Kraftfahrtbundesamt weitere 220.000 Fahrzeuge, wie zwar älter als 30 Jahre, aber ohne H-Kennzeichen unterwegs sind.