23.03.2018
Auto & Reise

Wie schütze ich mein Auto vor Mar­dern?

Vom Ultraschall bis zum Duftmarken-Entferner: Es gibt viele Tipps zur Marderabwehr, aber nur ganz wenige helfen wirklich.

Kann bei der Marderabwehr helfen: Fachgerechte Motorwäsche

Wer Marder in der Nachbarschaft hat oder Spuren eines Marders an seinem Auto feststellt, sollte seinen Motorraum fachgerecht reinigen lassen. Denn: Auf nichts reagieren Marder so aggressiv wie auf die Duftspuren ihrer Artgenossen. Deshalb sind auch Autos, die häufig an anderen Orten und damit in den Revieren anderer Marder parken, besonders oft betroffen. Die Duftmarken regelmäßig zu entfernen kann Marderbissen wirksam vorbeugen.


Kann bei der Marderabwehr helfen: Motorraum abschotten

Ebenfalls wirksam sind Abschottungen für den ganzen Motorraum. Sie hindern den Marder daran, überhaupt zu den Kabeln und Schläuchen vorzudringen. Für viele Modelle gibt es Teile zum Nachrüsten, einzelne Hersteller bieten die Abschottungen schon ab Werk an – allerdings als Zusatzausstattung. Eine günstigere, aber auch weniger praktische Lösung können auch elastische Drahtgitter unter der Motorhaube sein – einen derart wackligen Untergrund mögen die Tiere gar nicht.


Kann bei der Marderabwehr helfen: Kabel und Schläuche ummanteln

Ist der Steinmarder erstmal im Motorraum, können flexible Rohre aus Hartplastik helfen. Die sogenannten Wellrohre halten auch den langen Zähnen der Marder stand. Sie werden einfach über die Schläuche und Kabel (z.B. Zündkabel) im Motorraum gezogen. Aber Vorsicht: Die Plastikrohre dürfen nicht an die heißen Teile des Motors gelangen. Und: Diese Methode bietet Schutz für Kabel und Schläuche, verhindert aber keine Schäden an Gummimanschetten und Dämmstoffen im Auto.



Schützt eher nicht vor Marderbiss: Gerüche absondern

Fremde Gerüche als Schutz vor den Tieren - das soll bei der Marderabwehr helfen? Viele Autofahrer schwören auf üble Gerüche, um Marder abzuschrecken. Angeblich hochwirksame Geheimtipps für die besten Düfte gibt es viele. Helfen sollen unter anderem Haare von Hunden, WC-Steine im Auto, spezielle Pasten, Knoblauchzehen und Mottenkugeln; auch vor dem Urinieren in den Motorblock ihres Fahrzeugs machen manche Autofahrer nicht halt.


Die Erfahrung zeigt aber: Wenn überhaupt werden die Marder von den Gerüchen nur für kurze Zeit ferngehalten. Die Tiere gewöhnen sich in aller Regel schnell an den Gestank. Noch schneller verschwindet oft nur die Wirkung des Duftspenders. Nach der ersten Fahrt durch den Regen sind viele Duftmarken schon wieder Geschichte.



Schützt eher nicht vor Marderbiss: Ultraschall senden

Ultraschall-Geräte senden hochfrequente Schallwellen, die der Mensch nicht wahrnehmen kann. Bei Mardern verursacht der Ultraschall hingegen Schmerzen – wenn die Quelle einen entsprechend hohen Schalldruck erzeugt. Der Haken: Im engen Motorraum wir der Ultraschall durch viele Hindernisse blockiert. Das vermindert den Schalldruck. An einen geringen Druck des Ultraschalls gewöhnen sich die Marder aber ebenso schnell wie an schlechte Gerüche am Fahrzeug.


Schützt eher nicht vor Marderbiss: Elektroschocks austeilen

Einen effektiveren Schutz des Autos als Düfte und Schallwellen versprechen die Hersteller von Hochspannungsgeräten. Diese Geräte ziehen im Motorraum mit spannungsgeladenen Plättchen eine Art „Weidezaun“, der elektrische Schläge an jedes Tier verteilt. Der Einbau von Hochspannungsgeräten mit mehreren hundert Volt sollte nicht nur wegen der empfindlichen Elektronik im Auto besonders überlegt und unbedingt sach- und fachgerecht ausgeführt werden - sonst geht der Marderschutz im ungünstigsten Fall nach hinten los. Der Warnhinweis der Hersteller solcher Geräte für Menschen mit Herzschrittmachern spricht Bände.