24.04.2017
Beruf & Freizeit

5 Tipps zur Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Im Fall einer Berufsunfähigkeit reichen staatliche Leistungen nicht mehr aus. Verbraucher müssen entsprechend vorsorgen. Wir erklären, wie sie am besten dabei vorgehen.

Wer seinen gewohnten Lebensstandard bei einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit beibehalten will, muss privat vorsorgen. Denn wer nach 1961 geboren ist und seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, hat zunächst einmal geringe Ansprüchr aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Betroffene müssen vielmehr jede andere Arbeit annehmen, die sie noch ausüben können. Zudem gibt es eine volle Erwerbsminderungsrente nur für diejenigen, die weniger als drei Stunden täglich arbeiten können. Für diese Situation sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerüstet sein.


Tipp 1: Versicherung möglichst früh abschließen

Zudem sollte man sich so frühzeitig wie möglich versichern. Denn die Höhe der Beiträge ist abhängig vom Alter des Versicherten. Je jünger man in die Berufsunfähigkeitsversicherung eintritt, desto geringer fallen die Beiträge aus. Der Grund: In jungen Jahren ist man meist noch gesünder und hat nur selten relevante Vorerkrankungen. Wer erst dann zum Versicherer geht, wenn das Risiko berufsunfähig zu werden deutlich gestiegen ist, für den ist der Berufsunfähigkeitsschutz oft teurer oder nur mit Zuschlägen oder Ausschlüssen zu haben.

 

Tipp 2: Gesundheitsfragen korrekt beantworten

Bevor ein Vertrag zur Berufsunfähigkeit geschlossen wird, führt das Unternehmen eine Risikoprüfung durch. Das sind Fragen zum allgemeinen Gesundheitszustand, zu gefährlichen Hobbys oder zu Vorerkrankungen. Wenn hier falsche Angaben gemacht werden, riskiert man seinen Versicherungsschutz. Das gilt insbesondere dann, wenn der Versicherte vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Darum ist es wichtig, dass man sich Zeit nimmt beim Ausfüllen und die Fragen korrekt beantwortet.


 

Tipp 3: 75 bis 80 Prozent des Nettoverdienstes als Berufsunfähigkeitsrente

Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente ist individuell vereinbar. Sinnvoll ist eine Orientierung am letzten Einkommen – in der Regel sichern Versicherungsunternehmen maximal ein Niveau von 75 bis 80 Prozent des Nettoverdienstes ab.


Tipp 4: Versicherungssumme an Bedarf anpassen

Weil sich der Finanzbedarf im Laufe des Lebens verändert, sollte auch die Versicherungssumme nachträglich angepasst werden können. Dazu kann von Anfang an eine Dynamisierung, das heißt regelmäßige Anpassung der Versicherungsleistung und –prämie, in den Vertrag aufgenommen werden. Vorteil: Es gibt keine erneute Gesundheitsprüfung, und auch das mit zunehmendem Alter steigende Berufsunfähigkeitsrisiko spielt bei der Berechnung des Versicherungsbeitrags keine Rolle.


Tipp 5: Risiko nicht unterschätzen

Berufsunfähigkeit trifft viele Menschen mitten im Berufsleben: Wenn der Versicherungsfall eintritt, sind Versicherte mit einer privaten Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Durchschnitt erst 47 Jahre alt. Auch diese Zahl spricht dafür, möglichst früh eine Versicherung abzuschließen. Und: Selbst wer "nur" im Büro arbeitet, ist nicht vor einer Berufsunfähigkeit gefeit. Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit.