26.06.2018
Beruf & Freizeit

Das ist der häu­figste Grund, warum Men­schen berufs­un­fä­hig wer­den

Rücken und Gelenke sind es schon lange nicht mehr.

Die Ratingagentur Morgen & Morgen erhebt jedes Jahr, warum Menschen aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit aufgeben müssen. Die Ergebnisse zeigen: Der dominierende Trend der vergangenen Jahre hat sich noch verstärkt.


Am seltensten sind Herz- und Gefäßerkrankungen die Ursache einer Berufsunfähigkeit (7,34 Prozent). Ähnlich häufig beenden Unfälle das Arbeitsleben (8,98 Prozent). Jede sechste Person wird wegen Krebs oder anderer bösartiger Geschwüre berufsunfähig (15,48 Prozent), bei jeder fünften Person sind es Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (21,02 Prozent) - im Morgen & Morgen-Ranking die zweithäufigste Ursache.


Die Hauptursache, warum Menschen heute berufsunfähig werden, liegt jedoch nicht im Körper begründet, sondern im Geist. Mit großem Abstand sind heute psychische Erkrankungen (31,52 Prozent) die Ursache einer Berufsunfähigkeit - Tendenz seit Jahren steigend. Vor zehn Jahren machten diese Fälle lediglich 20 Prozent aus, errechnete Morgen & Morgen. Diese Zahl belege, so die Ratingagentur, "dass eine BU-Absicherung auch für nicht körperlich anspruchsvolle Berufe wichtig ist - eine psychische Erkrankung kann auch Bürotätige berufsunfähig machen." Bedeutet konkret: Nicht nur Klempner, sondern auch Controller sollten sich gegen dieses Risiko versichern - aus gutem Grund.



Nichts ist wertvoller als die Arbeitskraft

Ihr Auto, ihr Haus oder vielleicht sogar ihr Boot? Über den Wert dieser Dinge kann ihre Arbeitskraft nur müde lächeln. Für Otto-Normal-Arbeitnehmer gilt: Die Arbeitskraft ist sein größter Schatz. Wer eine Berufsausbildung hat, verdient im Schnitt 1,3 Millionen Euro im Laufe seines Erwerbslebens. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Mit Abitur sind es 1,6 Millionen, mit Uni-Abschluss sogar durchschnittlich 2,3 Millionen Euro im Laufe eines Arbeitslebens.


Wie wahrscheinlich ist es, berufsunfähig zu werden? 

Nach Angaben der deutschen Rentenversicherung wird durchschnittlich jeder vierte Arbeitnehmer berufsunfähig. Die Vereinigung der deutschen Versicherungsmathematiker hat berechnet, dass heute 30-jährige Frauen eine Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent haben, berufsunfähig zu werden. Bei ihren männlichen Altersgenossen liegt die Wahrscheinlichkeit bei 24 Prozent. Und: Berufsunfähigkeit trifft sowohl jüngere als auch ältere Arbeitnehmer. Wer 2016 berufsunfähig wurde, war im Schnitt 44 Jahre alt.