03.12.2015
Beruf & Freizeit

Der rich­tige Ver­si­che­rungs­schutz für Ehren­amt­li­che

Ehrenamtliches Engagement besitzt einen hohen Stellenwert. Ohne diese freiwillige Unterstützung wäre etwa die Betreuung der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, nicht zu schaffen. Insgesamt bekleiden rund 23 Millionen Deutsche ein Ehrenamt. Wir haben zusammengefasst, wie sich engagierte Menschen richtig absichern können.

Ob bei der freiwilligen Feuerwehr, im Sportverein oder in der Kirchengemeinde: Ehrenamtliche Tätigkeiten ziehen sich durch sehr viele gesellschaftliche Bereiche und machen diese teilweise erst möglich. Für Ehrenamtliche steht das Engagement für andere und die Gesellschaft im Vordergrund. Die Frage nach dem eigenen Schutz rückt dabei oft in den Hintergrund. Aber auch für Ehrenamtliche gilt, dass Unfälle oder Missgeschicke im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein können.


Prinzipiell gilt: Ehrenamtliche können sowohl über die Organisation, bei der sie tätig sind, versichert sein als auch einen individuellen Versicherungsschutz haben. Im Idealfall ergänzen sich beide Möglichkeiten.


Wie sich Ehrenamtliche individuell versichern können

Wer ehrenamtlich tätig ist, sollte sich auf jeden Fall bei seinem Verein oder Träger erkundigen, ob seine Tätigkeit gesetzlich unfallversichert ist, oder ob und welche privaten Gruppenverträge für ihn gelten. So hat er von Anfang an Klarheit, mit welchen Leistungen er im Schadensfall rechnen kann.


Viele Ehrenamtliche sind gesetzlich unfallversichert. Dazu zählen zum Beispiel Menschen, die in folgenden Bereichen tätig sind:


  • in Rettungsunternehmen (unentgeltlich)
  • in der Wohlfahrtspflege (unentgeltlich)
  • bei Kommunen
  • im Bildungswesen
  • in gesetzlich geregelten Freiwilligendiensten, z.B. Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
  • bei Kirchen


Alle Details, für welche Personengruppen die gesetzliche Unfallversicherung greift, hat das Bundearbeitsministerium in einer Broschüre (PDF)aufbereitet.


Private Gruppenversicherung über den Träger

Darüber hinaus gibt es für viele ehrenamtliche Tätigkeiten private Gruppenversicherungen, die die Träger für ihre Helfer abgeschlossen haben. Auch danach sollten sich Ehrenamtliche erkundigen, um Einzelheiten zu erfahren.


Für beide Varianten gilt: Versichert ist jeweils nur die ehrenamtliche Tätigkeit und – bei der gesetzlichen Unfallversicherung – der Weg dorthin und zurück. Aber Vorsicht: Schon kleine private Abstecher auf dem Hin- und Rückweg sind nicht mehr versichert.


Im Zweifelsfall privat vorsorgen

Ist der gesetzliche oder private Versicherungsschutz über den Träger unzureichend oder vielleicht gar nicht vorhanden, sollten Ehrenamtliche privat vorsorgen. Die private Unfallversicherung gilt für Unfälle des Versicherten weltweit, rund um die Uhr und egal aus welchem Anlass. Versichert ist dann nicht nur die ehrenamtliche Tätigkeit, sondern auch Beruf, Sport, Reisen, Freizeitaktivitäten und Unfälle zu Hause. Wenn ein Unfall dauerhafte Schädigungen nach sich zieht, zahlt die Unfallversicherung eine Invaliditätsleistung. Das ist ein Einmalbeitrag, dessen Höhe sich nach dem Versicherungsvertrag und der Schwere der Verletzung richtet.


In schweren Fällen kommt in aller Regel noch eine lebenslange Unfallrente hinzu, deren Höhe ebenfalls vertraglich festgelegt werden kann. Aber auch bei Unfällen ohne bleibende Schäden kann man mit Leistungen rechnen, etwa einem Krankenhaustagegeld oder Hilfsleistungen zu Hause.


Auch Ehrenamtliche haften für verursachte Schäden

Auch im Ehrenamt gilt: Wer anderen einen Schaden zufügt, muss finanziell dafür gerade stehen – in unbegrenzter Höhe. Sollte die Organisation keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, ist es wichtig, dass der Ehrenamtliche eine Privathaftpflicht hat.



Wie sich ehrenamtliche Organisationen versichern können

 
1. Betriebs- bzw. Vereinshaftpflichtversicherung

Diese Versicherungen schützen gegen Haftpflichtansprüche gegen die Einrichtung. Die Ehrenamtlichen sollten ausdrücklich in den Versicherungsschutz eingeschlossen sein. Damit ist gewährleistet, dass sie nicht selbst für Schäden finanziell haften müssen, die sie im Ehrenamt anderen zufügen.


2. Gruppenunfallversicherung

Kommen freiwillig Engagierte während der ehrenamtlichen Tätigkeit durch einen Unfall selbst zu Schaden, leistet die private Gruppenunfallversicherung. Vor allem für Ehrenamtsbereiche, die nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt sind, wie etwa Vorstandsämter in Vereinen und Verbänden, ist der Schutz durch eine Gruppenunfallversicherung unverzichtbar.


3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung zur Gruppenunfallversicherung, die Träger ihren Ehrenamtlichen über einen preiswerten Rahmenvertrag bieten können. Die vereinbarte Rente wird unabhängig von der Ursache der Einschränkung in der Regel ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit geleistet.


Vereine und Organisationen, die Ehrenamtliche beschäftigen, sollten ihre freiwilligen Helfer von der Haftung für Schäden durch Fahrlässigkeit freistellen. Freiwillig Engagierte, die kein leitendes Amt im Verein bekleiden, sind in der Regel auch durch die private Haftpflichtversicherung geschützt.