29.09.2017
Beruf & Freizeit

Die 7 gol­de­nen Regeln für Droh­nen-Pilo­ten

Über den Wolken soll die Freiheit grenzenlos sein - darunter ist sie es nicht. Die Wild-West-Mentalität im Luftraum ist vorbei, für Drohnen-Piloten gelten nun klarere Regeln.

Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird das Risiko für Abstürze und Unfälle. Rund 400.000 Drohnen sollen laut Schätzungen mittlerweile im deutschen Luftraum unterwegs sein. Meldungen über Beinahe-Crashs mit Flugzeugen oder tatsächliche Kollisionen mit Autos sind längst keine Seltenheit mehr.


Geht der Drohnen-Absturz glimpflich aus, wird "nur" das Fluggerät selbst beschädigt. Im ungünstigeren Fall kann es das Eigentum anderer Leute treffen. Und im schlimmsten Fall können Drohnen die Gesundheit anderer Menschen gefährden - wie bei diesem Motocross-Fahrer:



Neben dem richtigen Versicherungsschutz sollten Drohnen-Piloten sich an diese Regeln halten, um den Luftraum sicherer zu machen:


1. Für Hobby-Piloten: Kümmern Sie sich um Ihren Versicherungsschutz

Jedes Luftfahrzeug muss laut Gesetz versichert werden. Drohnen bilden hier keine Ausnahme. Hobby-Piloten brauchen deshalb eine spezielle Haftpflichtversicherung für ihre Drohne. Manche Versicherer schließen den Drohnen-Schutz auch in die private Haftpflichtversicherung mit ein. In diesem Fall sollten Drohnen-Piloten ihre Haftpflicht-Bedingungen daraufhin abklopfen oder gleich direkt den Versicherer oder Vermittler auf die Drohnen-Absicherung ansprechen.

 

Das Gewicht des Fluggeräts ist für den Haftpflichtschutz ebenfalls entscheidend. Viele Haftpflichtversicherer geben das Höchstgewicht vor, bis zu dem der Schutz gilt. Wer also eine 5-Kilo-Drohne fliegt, aber nur eine Haftpflicht für 250 Gramm-Fluggeräte abgeschlossen hat, steht nach einem Crash ohne Versicherungsschutz da. Deshalb sollte die Absicherung mit dem Drohnenmodell in Einklang gebracht werden.



Eine Drohne ohne Versicherungsschutz zu fliegen ist hingegen die schlechteste Idee. Der Drohnen-Pilot haftet für alle möglichen Schäden, die er mit seinem Fluggerät verursacht. Wer die Satellitenschüssel des Nachbarn mit seiner Drohne demoliert, kann den Schaden vielleicht noch aus eigener Tasche bezahlen. Verletzen sich jedoch Menschen bei einem Drohnenabsturz oder der Hobby-Flieger verursacht einen Verkehrsunfall, sieht das sicherlich anders aus.


2. Gewerblich genutzte Drohnen brauchen einen speziellen Haftpflichtschutz

Genauso wie für privat genutzte Drohnen besteht auch für gewerbliche Drohnen eine Versicherungspflicht. Wer seine Drohne zum Beispiel für professionelle Filmaufnahmen nutzt, braucht eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung. Die private Haftpflichtversicherung leistet nicht für Drohnen-Schäden, die während der gewerblichen Nutzung entstanden sind. Auch hier gilt: Der Versicherungsschutz sollte möglichst genau zum konkreten Einsatzgebiet der Drohne passen - seien es nun Modellflugwettbewerbe, Grundstücksvermessungen oder Luftbilder.  


3. Beachten Sie die Flugverbotszonen

In diesen Gebieten sind Drohnenflüge verboten:

  • über größeren Menschenansammlungen
  • in An- und Abflugbereich von Flughäfen
  • über Unglücksorten, Katastrophengebieten oder Einsatzorten der Polizei
  • über Bundes- und Länderbehörden, Gefängnissen, militärischen oder industriellen Anlagen
  • über Krankenhäusern
  • über Autobahnen und Bahnanlagen
  • über Naturschutzgebieten


Wer es genauer wissen möchte, wird beim Bundesverkehrsministerium fündig.


4. Ab 1. Oktober: Kennzeichen-Pflicht ab 250 Gramm

Flugmodelle, die schwerer sind als 250 Gramm, müssen ab dem 1. Oktober 2017 mit dem Namen und der Adresse des Halters gekennzeichnet sein. Ähnlich wie bei einem Auto soll dadurch schnell der Besitzer ermittelt werden können, wenn es gekracht hat. Die Kennzeichnung muss fest mit dem Flugmodell verbunden sein und feuerfest beschriftet werden. Plaketten oder Aluminium-Aufkleber sind dafür geeignet.


Ebenfalls neu ab 1.10.: Wer eine Drohne mit mehr als 2 Kilogramm steuern möchte, braucht nun einen Kenntnisnachweis - eine Art Drohnen-Führerschein. Dafür reicht entweder eine Pilotenlizenz aus. Eine andere Möglichkeit ist es, dass Drohnenflieger für den Kenntnisnachweis eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Prüfung ablegen. Auf Modellflugplätzen ist jedoch kein Kenntnisnachweis notwendig. 


5. Behalten Sie Ihre Drohne im Auge

Seit April 2017 ist es verboten, Drohnen außerhalb der Sichtweite zu fliegen. Piloten sollen dadurch die Fluggeräte besser unter Kontrolle behalten können.


6. Nicht höher als 100 Meter

Für Drohnen-Piloten ist bei 100 Metern Höhe Schluss, so schreibt es das Bundesverkehrsministerium vor. Zwei Ausnahmen von dieser Regel gibt es:

  1. Die Drohnen werden auf Flugplätzen mit entsprechender Aufstiegserlaubnis geflogen.
  2. Der Drohnenpilot ist Luftfahrzeugführer oder verfügt über einen Kenntnisnachweis (notwendig für Fluggeräte über 2 Kilogramm).


7. Respektieren Sie die Privatsphäre anderer

Beim Nachbarn mal einen verwegenen Blick auf die Dachterrasse werfen - von oben, mit dem Multicopter natürlich? Das wäre nicht nur eine Verletzung der Privatsphäre, sondern ist mittlerweile auch ausdrücklich untersagt. Das Verbot gilt für alle Drohnen über 250 Gramm Gewicht. Hat die Drohne eine Kamera, spielt das Gewicht keine Rolle: Das Fluggerät darf nicht über den fremden Wohngrundstücken in der Luft sein. Einzige Ausnahme: Der Grundstücksbesitzer stimmt dem Überflug ausdrücklich zu.


Übrigens: Selbst Schimpansen haben etwas dagegen, wenn eine Drohne ihnen zu nahe kommt.