10.12.2018
Beruf & Freizeit

Weih­nachts­pa­ket ver­schwun­den oder kaputt ange­kom­men: Wie bin ich geschützt?

Der Online-Handel boomt, gerade zur Weihnachtszeit. Mit der Masse an Paketen sind die Lieferanten mitunter überfordert - Sendungen gehen verloren oder kommen beschädigt an. Doch die Käufer haben umfangreiche Rechte.

Beschädigte Pakete gar nicht erst annehmen

Der Kunde ist König im Versandhandel. Wenn etwas schief läuft, dann müssen sich eigentlich Transporteur und Händler darum streiten, wer den Schaden begleicht. Dennoch sollte der Kunde vermeiden, sich in diesen Streit hineinziehen zu lassen. Das heißt: Die Annahme von Paketen verweigern, bei der schon die Verpackung offensichtlich beschädigt ist.


 

Schäden lassen sich noch später reklamieren

Händler schreiben in ihre Geschäftsbedingungen, dass der Kunde das Paket schon bei der Annahme auf Schäden überprüfen muss, weil er sonst seinen Versicherungsanspruch verlieren würde. Das stimmt nicht. Solche Klauseln sind unwirksam, bestätigt wurde das in zahlreichen Gerichtsurteilen.


Verbraucher sind besonders geschützt. Auch beim Online-Kauf gilt die gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei Jahren. In den ersten sechs Monaten muss der Händler beweisen, dass er einen heilen Artikel verschickt hat. Wer also erst später feststellt, dass die Ware beschädigt ist, darf natürlich fordern, dass nachgebessert wird. Der Händler kann sich dann entscheiden, ob er reparieren, umtauschen oder das Geld zurückzahlen will. Über den Schaden verständigt der sich dann mit dem Lieferanten. Der Kunde selbst muss nicht auf den Lieferanten zugehen und sollte sich auch nicht vom Händler vertrösten lassen: Er muss nicht darauf warten, dass der Lieferant dem Händler den Schaden ersetzt. 


 

Risiko bei privaten Käufen

Ganz anders verhält es sich bei Privatkäufen: Hier trägt der Käufer das Risiko für den Transport und nicht der Absender. Wenn das Handy aus der Online-Auktion beschädigt ankommt, das Paket aber äußerlich unbeschädigt wirkt, muss der Käufer den Schuldigen finden. Hier ist Streit vorprogrammiert: Hat der Verkäufer schlecht verpackt, etwa das Handy nur in Papier eingewickelt? Oder hat der Lieferant das Paket doch einmal zu oft fallen lassen? Geld gibt es erst einmal keines zurück, bis der Fall geklärt ist. Falls das Paket von der Großmutter unterwegs verloren geht, lässt sich natürlich viel leichter eine Schuld nachweisen.  



Vorsicht bei Nachbarschaftshilfe  

Etwas knifflig wird es, wenn der Nachbar gut gemeint ein völlig zerknautschtes Paket angenommen hat. Nun kann der Logistiker behaupten, dass nicht er das Geschenk beschädigt hat, sondern der Empfänger. Wenn es aber hart auf hart kommt: Der Kunde hat vielleicht mehr Ärger, aber das Recht auf seiner Seite. Es ist nicht seine Schuld, dass das Paket beim Nachbarn abgegeben wurde. Der Besteller kann auch in diesem Fall den Schaden reklamieren, Händler und Spediteur müssen dann untereinander aushandeln, wer nun Schuld daran hat. Allerdings: Nachbar und Besteller sollten sich einigermaßen gut kennen, denn der Nachbar ist für das Paket verantwortlich, wenn er es annimmt. Wenn es dann verschwindet oder beschädigt wird, haftet er im Zweifel dafür.