22.03.2019
Beruf & Freizeit

Pfer­de­haft­pflicht­ver­si­che­rung - die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten

Reiten ist ein beliebtes Hobby. Es ist aber nicht ganz ungefährlich, ein Pferd zu halten - reißt es sich los, kann es erhebliche Schäden anrichten. Wichtig deshalb: die richtige Versicherung.

Je größer das Tier, desto größer die Gefahr: Auf diese etwas vereinfachte Formel lässt sich das Risiko bringen, das Tierhalter im Kopf haben sollten. Denn grundsätzlich haftet der Besitzer für alle Schäden, die sein Tier anrichtet. "Die private Haftpflichtversicherung zahlt in der Regel nur bei kleineren Haustieren wie Katzen, Meerschweinchen, Vögel oder Hamster," erklärt Mathias Zunk, Verbraucherexperte beim Versicherungsverband GDV. Größere Tiere wie Hunde und Pferde müssen dagegen separat versichert werden. Warum sich besonders Pferde-Liebhaber über eine Tierhalterhaftpflichtversicherung informieren sollten und was zu beachten ist:

Warum brauchen Pferdehalter eine Extra-Versicherung?

Pferde sind Fluchttiere. Wenn sie sich erschrecken, reißen sie sich los. Und ein Tier, das 600 Kilo oder mehr wiegt, das kann man nicht halten. Dadurch können große Schäden entstehen. Als Tierhalter muss man die Gefährdungshaftung übernehmen. Das heißt: Wenn mein Tier einen Schaden verursacht, hafte ich. Ob mich ein Verschulden trifft, ist dabei unwichtig. Insofern ist eine Pferdehalterhaftpflicht ein gewisser Selbstschutz.

Werden alle Risiken von einer Pferdehalterhaftpflicht erfasst?

Nicht unbedingt. Wer einen Hengst hat, sollte darauf achten, dass auch Deckschäden von der Versicherung übernommen werden. Denn wenn eine fruchtbare Stute unabsichtlich gedeckt wird, kann das unter Umständen teuer werden - zum Beispiel, weil die Stute als professionelles Reitpferd genutzt wird und dann einige Zeit ausfällt. Halter von Stuten sollten wiederum darauf achten, dass auch Fohlen in den ersten Monaten vom Versicherungsschutz erfasst werden. Auch bei einer Reitbeteiligung gelten Besonderheiten: Damit die Versicherung auch bei anderen Reitern greift, muss der Pferdehalter darauf achten, dass fremde Reiter mitversichert sind.


Worauf Pferdebesitzer beim Abschluss achten sollten

Die Versicherungssumme sollte ausreichend hoch sein, damit die entstandenen Schäden vollständig übernommen werden. Versicherungsexperten empfehlen mittlerweile pauschal fünf Millionen Euro. Dann ist man meist auf der sicheren Seite. "Der Beitrag für eine höhere Versicherungssumme muss nicht viel teurer sein als eine geringere Deckungssume", sagt Zunk. "Tierhalter sollten sich im Vorfeld gut informieren und beraten lassen." Je höher die vereinbarten Leistungen, desto höher der Schutz. Insgesamt kostet eine Pferdehalterhaftpflicht für ein Pferd etwa 100 Euro pro Jahr. Für Zucht-, Turnier- und Rennpferde zahlen die Besitzer in der Regel mehr.


Text: dpa / www.dieversicherer.de