02.05.2017
Beruf & Freizeit

Smart­phone kaputt - Das leis­tet die Han­dy­ver­si­che­rung

Ein neues Smartphone kostet mehrere hundert Euro, geht aber leicht kaputt. Wenn das teure Gerät unfreiwillig baden geht oder herunterfällt, ist der Schaden passiert und viel Geld für eine Reparatur oder eine Neuanschaffung fällig. Kleiner kann der Ärger sein, wenn man eine Handyversicherung hat, meint GDV-Versicherungsexperte Mathias Zunk.

Herr Zunk, warum gehen Smartphones eigentlich so häufig kaputt?

Mathias Zunk: Wer ein Smartphone hat, schaut im Schnitt etwa alle fünf bis zehn Minuten drauf, er hat es also ein- bis zweihundert Mal am Tag in der Hand. Das Ding ist ständig in Bewegung: Aus der Tasche in die Hände, von dort auf den Schreibtisch, wieder in die Hand, zurück in die Tasche – und dann alles wieder von vorn. Die meisten Menschen nehmen nichts anderes öfter in die Hand als ihr Smartphone – da ist es nur normal, dass es auch mal auf dem Boden landet.


Dann sind Schäden durchs Herunterfallen die häufigsten?
Zunk: Ja. Wer sein Smartphone fallen lässt, hat schnell Risse oder Sprünge im Display. Und wenn das Smartphone ungünstig auf einem harten Untergrund aufprallt, geht oft gar nichts mehr.


Zahlt die Versicherung auch, wenn das Smartphone durch die eigene Ungeschicklichkeit kaputtgegangen ist?
Zunk: Sicher, dafür ist die Handyversicherung ja da. Und das Risiko ist durch den häufigen Gebrauch in allen möglichen Situationen sehr hoch – dem einen fällt das Smartphone runter, der nächste kippt versehentlich Kaffee drüber und der Dritte lässt es ins Klo fallen. Vorsätzlich herbeigeführte Schäden sind natürlich ausgeschlossen und bei grober Fahrlässigkeit wird der Versicherte mit in die Verantwortung genommen.


Es gibt tatsächlich Menschen, denen ihr Smartphone ins Klo fällt?
Zunk: Das passiert öfter als man denkt. Beim Gang zur Toilette rutscht es gerne mal aus der hinteren Hosentasche. Im Versicherungsdeutsch heißen solche Fälle dann Flüssigkeits- und Feuchtigkeitsschäden – und die sind versichert.


Bekomme ich den Neuwert oder den Zeitwert des Smartphones ersetzt?
Zunk: An erster Stelle steht nicht der Ersatz, sondern die Reparatur. In vielen Fällen kann das Smartphone wieder voll funktionsfähig gemacht werden. Die Kosten dafür übernimmt die Versicherung. Erst wenn eine Reparatur nicht möglich ist, wird das Gerät ersetzt. Ob man dann den Neuwert oder den Zeitwert erhält, hängt vom jeweiligen Vertrag ab, das Angebot an Handyversicherungen ist bunt. Oft ist es so geregelt, dass die Versicherung bei einem Schaden in den ersten Monaten den Neuwert erstattet und später den jeweiligen Zeitwert.

Was passiert, wenn mein Handy geklaut wird?
Zunk: Auch dagegen kann man sich versichern – und auch hier gibt es unterschiedliche Policen: Manche greifen nur bei Raub oder bei Einbruchdiebstahl, andere versichern auch den einfachen Diebstahl.


Was bedeutet einfacher Diebstahl?
Zunk: Das bedeutet,  dass keine Gewalt angewendet oder irgendwo eingebrochen wurde – das wäre dann nämlich ein Raub bzw. ein Einbruchdiebstahl. Aber auch beim einfachen Diebstahl gilt: Zu einfach darf man es den Dieben nicht machen. In der Regel müssen die Smartphones im persönlichen Gewahrsam sicher mitgeführt werden.


Und was bedeutet „im persönlichen Gewahrsam sicher mitführen“ in der Praxis?
Zunk: Der Versicherte muss das Smartphone körpernah tragen oder so halten, dass er jederzeit bereit und in der Lage ist, einen möglichen Diebstahlsversuch abzuwehren. Wenn ich im Restaurant etwa meine Tasche oder Jacke mit dem Smartphone über meine Stuhllehne hänge und es dann geklaut wird, ist das nicht versichert. Ebenso wenig darf ich in der U-Bahn einschlafen, während das Handy von anderen gesehen werden kann oder im Strandbad das Smartphone auf der Decke liegen lassen.


Für wen lohnt sich eine Handy-Versicherung?
Zunk: Ein Smartphone für mehrere hundert, vielleicht sogar fast tausend Euro bezahlen die wenigsten aus der Portokasse. Wer also nach einem Schaden nicht warten und für den Kauf des Ersatzgeräts erneut Geld sparen will, ist mit einer Handyversicherung gut beraten.