05.09.2018
Beruf & Freizeit

Straße oder Woh­nung: Wo ist es gefähr­li­cher?

Diese verblüffenden Unfall-Statistiken zeigen, wo es wirklich riskant wird.

Wer glaubt, der heutige Straßenverkehr sei mörderisch, war 1970 wahrscheinlich noch nicht geboren oder kann sich nicht mehr erinnern. Damals starben rund 20.000 Menschen durch Verkehrsunfälle - trauriger Höhepunkt in der Geschichte der Bundesrepublik. Seitdem hat sich nicht nur technisch viel getan. Die Zahl der Verkehrstoten ist stetig zurückgegangen. Im vergangenen Jahr verunglückten rund 3.200 Menschen auf Deutschlands Straßen tödlich.


Wer sein Sterblichkeitsrisiko reduzieren möchte, sollte auf Flugzeuge umsteigen. Das ist zwar weniger umweltfreundlich, dafür aber deutlich sicherer: Das Risiko, im Auto tödlich zu verunglücken, ist 839 Mal höher als im Flugzeug - bezogen auf die zurückgelegten Personenkilometer. Diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes sollten jedoch niemanden dazu veranlassen, häufiger zu Hause zu bleiben. Denn dort wird es erst richtig gefährlich.



Sicheres Zuhause? Schön wär's!

Zuhause kann nichts passieren? Von wegen, die eigenen vier Wände sind weitaus gefährlicher als viele denken. Knapp 10.000 Menschen sind 2015 durch Unfälle in vertrautem Terrain gestorben. In den eigenen vier Wänden kommen also drei Mal so viele Menschen durch Unfälle ums Leben wie im Straßenverkehr.


Jüngere Menschen können diese Statistik etwas gelassener zur Kenntnis nehmen als ältere. Der Grund: 88 Prozent der Personen, die im Haushalt tödlich verunglücken, sind älter als 65 Jahre. Übrigens: Die mit weitem Abstand häufigste Todesursache für häusliche Unfälle sind Stürze (85 Prozent). Wie viele Unglückliche dabei von einer Leiter stürzen, ist nicht erfasst.


​​​​​​​

Der Tod lauert selbst im Büro

Zuerst die gute Nachricht: Bei der Arbeit sterben jährlich deutlich weniger Menschen als im Straßenverkehr oder zu Hause. Jetzt die schlechte: Nach den Zahlen der Gesetzlichen Unfallversicherung sind es immer noch zwei pro Tag (nicht nur Werktage!). 450 Menschen sind im vergangenen Jahr direkt bei der Arbeit umgekommen, 280 auf dem Weg dahin. Überraschend dabei: Die meisten tödlichen Unfälle verzeichnet die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (101), und nicht die Bauwirtschaft (88).


Kaum vorstellbar: In Deutschland ereignen sich täglich rund 2.400 Arbeitsunfälle. Sicher, die allermeisten davon gehen mehr oder weniger glimpflich aus. Den Arbeitsschutz sollte trotzdem jeder ernst nehmen.