17.10.2017
Beruf & Freizeit

Wann Stu­die­rende noch bei Mama und Papa ver­si­chert sind

Im Oktober beginnt für rund 500.000 junge Frauen und Männer mit dem Start des Wintersemesters ein neuer Lebensabschnitt. Vieles verändert sich: die Stadt, die Wohnung, die Freunde. In puncto Versicherung bleibt meist alles beim Alten – bis auf einige Ausnahmen.

Private Haftpflichtversicherung: Mitversichert bis zum Ende des Studiums

Bei einer der wohl wichtigsten Versicherungen überhaupt werden die meisten Erstsemester beruhigt schlafen können: Während der Studienzeit sind Kinder bei ihren Eltern in der privaten Haftpflicht mitversichert. Voraussetzung ist nur, dass die Eltern einen Familientarif haben, der Kinder mit einschließt. Zwei Ausnahmen gibt es aber.

Erstens: Wer bereits vor dem Studium eine Ausbildung absolviert hat oder nach einem Studienabschluss ein zweites Studium anschließt, braucht eine eigene Haftpflichtversicherung. Die Mitversicherung bei den Eltern gilt nur während der Erstausbildung. Ein Masterstudium nach einem Bachelorabschluss zählt dabei aber noch zur Erstausbildung. 

Zweitens: Wer bereits verheiratet ist, kann nicht mehr bei den Eltern mitversichert sein, egal, ob Erststudium oder nicht.


Krankenversicherung: Bis 25 zumeist beitragsfrei gesetzlich versichert

Ohne die Krankenversicherung geht nichts. Der Nachweis wird in der Regel von den Universitäten bereits bei der Einschreibung gefordert. Studierende, deren Eltern gesetzlich versichert sind, können bis zum 25. Lebensjahr beitragsfrei in der Familienversicherung bleiben. Danach müssen sich Studierende selbst versichern und damit Beiträge bezahlen.

Sind beide Eltern privat krankenversichert, müssen Studierende entweder sich selbst auch weiterhin privat krankenversichern oder sich für die gesetzliche Krankenkasse entscheiden. Die beitragsfreie Familienversicherung ist dann aber nicht möglich. Somit müssen diese Studierenden auch in der gesetzlichen Krankenversicherung schon vor dem 25. Lebensjahr Beiträge zahlen.


Hausratversicherung: Eigener Hausstand = eigene Versicherung nötig

Ein WG-Zimmer oder das Zimmer im Studentenwohnheim sind noch über die elterliche Hausratpolice versichert, denn sie gelten nicht als eigener Hausstand. Zum Tragen kommt in den Fällen die sogenannte Außenversicherung, die Gegenstände außerhalb der eigenen vier Wände mit einschließt – beispielsweise auch auf Reisen. Der Schutz kann jedoch zeitlich begrenzt sein, für die Dauer des Erststudiums bleibt er in der Regel aber bestehen. Genaueres steht im Versicherungsvertrag. Zudem ist der Schadenersatz häufig auf zehn Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Das sollte für die Werte im WG-Zimmer jedoch ausreichen.

Mieten Studenten eine möblierte Wohnung, ist der Vermieter für die Absicherung der vermieteten Möbel zuständig. Kleidung und Bücher sind hier in der Regel ebenfalls noch über die Außenversicherung abgedeckt. Eine Nachfrage beim Versicherer schafft Klarheit. Gründen Studenten hingegen einen eigenen Hausstand, sind sie nicht mehr über die Eltern abgesichert. Was als eigener Hausstand gilt, ist jedoch nicht genau definiert.

Wer als Student eine eigene Wohnung mietet und sich mit neuen Möbeln einrichtet, sollte deshalb unbedingt mit dem Versicherer der Eltern sprechen. Eventuell benötigen sie eine eigene Hausratversicherung.

 

Rechtsschutzversicherung: Mitversichert, aber auf Altersgrenze achten

Haben die Eltern eine Rechtsschutzversicherung, sind Studierende meist mitversichert. Sollte es zum Beispiel mit dem Vermieter der ersten Wohnung Ärger geben, springt die Versicherung der Eltern ein. In der Regel gilt der Schutz während des Studiums bis zu einem Alter von 25 Jahren – vorausgesetzt die Kinder sind unverheiratet. Viele Anbieter haben auch deutlich höhere Altersgrenzen oder verzichten völlig darauf. Ein Blick in die Vertragsbedingungen schafft Klarheit.


Erst wenn Kinder eine berufliche Tätigkeit ausüben, die über den Studentenjob hinausgeht, fällt der erweiterte Rechtsschutz weg. Achtgeben müssen deshalb auch diejenigen, die ein duales Studium absolvieren. Sie sollten bei dem Versicherer nachfragen, ob ihre Ausbildung schon als dauerhafte Beschäftigung gewertet wird.


Von der Mitversicherung ausgenommen sind manchmal Verkehrsstreitigkeiten mit Fahrzeugen, die nicht auf die Eltern zugelassen sind. Wer also einen ungerechtfertigten Strafzettel für das eigene Auto bekommt, könnte in der Auseinandersetzung mit den Behörden nicht die Rechtsschutzversicherung der Eltern in Anspruch nehmen. Versicherer bieten aber auch Tarife an, die Autos der Kinder mit einschließen.