07.01.2016
Beruf & Freizeit

Warum Hob­by­pi­lo­ten ihre Drohne ver­si­chern müs­sen

Immer mehr Hobbypiloten begeistern sich für Multicopter. Was viele nicht wissen: Für Drohnen gilt eine Versicherungspflicht. Und meistens reicht die normale Haftpflichtversicherung nicht aus.

Die Begeisterung für die ferngesteuerten Flugobjekte ist groß. Was vielen Hobbypiloten jedoch nicht bewusst ist: Sie sind für mögliche Schäden verantwortlich – und damit auch haftbar. Wer mit seiner Drohne versehentlich eine Scheibe beim Nachbarn einfliegt, wird das noch finanziell verschmerzen können. Anders sieht es aus, wenn der Quadcopter wegen des leeren Akkus auf die Straße stürzt und einen Unfall verursacht.


Welche Gefahr von den Flugkörpern ausgeht, wurde beim Slalom-Weltcup in Madonna di Campiglio deutlich. Beinahe traf eine abstürzende Kameradrohne den österreichischen Ski-Profi Marcel Hirscher. Schon im vorigen Sommer warnte der ADAC, dass immer häufiger Rettungspiloten gefährliche Begegnungen mit Drohnen haben – auch wenn sie einen Crash bislang noch immer vermeiden konnten. Und im Juli 2015 wäre beinahe eine Lufthansa-Maschine beim Landeanflug auf den Flughafen Warschau mit einer Drohne kollidiert.



Private Haftpflichtversicherung reicht oft nicht aus

Die Fälle verdeutlichen: Die möglichen Schäden durch Drohnen sind groß. „Deshalb unterliegen sie, wie andere Flugmodelle auch, der Versicherungspflicht“, erklärt Ferenc Földhazi, Haftpflichtexperte bei der R+V Versicherung. Für unbemannte Flugobjekte ist seit 2005 eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. In der privaten Haftpflichtversicherung sind solche Drohnen jedoch oft nicht mitversichert.


Nur reine Spielzeuge sind in der privaten Haftpflichtversicherung immer mit eingeschlossen. Allerdings ist rechtlich umstritten, welche Flugobjekte noch als Spielzeug gelten. „Hier sollte der Gesetzgeber für Verbraucher eine klare Regelung schaffen“, sagt Peter Graß, Leiter des Bereichs Haftpflicht beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Die meisten Drohnen, die sich für den Betrieb im Freien eignen, dürften rechtlich kein Spielzeug mehr sein“, erklärt Graß.



Vor dem Testflug mit dem Versicherer sprechen

Deshalb sollten Hobbypiloten vor dem ersten Testflug mit ihrer Versicherung sprechen. „Drohnenbesitzer sollten vorab prüfen, ob die eigene Privathaftpflichtversicherung ihr Flugmodell mitversichert“, sagt R+V-Experte Földhazi. Die Angebote unterscheiden sich sehr: Einige Versicherer schließen selbst größere Drohnen in die private Haftpflichtversicherung mit ein, andere ziehen die Grenze schon bei einem Fluggewicht von 50 Gramm. Deshalb lohnt sich der Blick in die Versicherungsbedingungen oder ein Anruf beim Berater.


Deckt die private Haftpflichtversicherung keine Schäden durch Drohnen, muss eine Extra-Versicherung abgeschlossen werden. Sonst drohen nicht nur hohe Kosten im Schadenfall, sondern eventuell auch ein Bußgeld. Den passenden Schutz bieten die gleichen Versicherungen, die auch für Modellflugzeuge angeboten werden.


„Private Nutzer von Drohnen haben auch die Möglichkeit, einem Modellflugverband beizutreten“, sagt Lydia Baur-Empt von der HDI-Gerling Industrie Versicherung. Mit der Mitgliedschaft erhielten die Piloten auch Versicherungsschutz – solang die Regeln des Verbands eingehalten werden. Auch neben der Versicherung sollten Drohnenflieger sich über die Regeln im Luftraum im Klaren sein. „Flugmodelle dürfen nur da geflogen werden, wo es erlaubt ist, und dabei sind alle geltenden Regeln einzuhalten“, sagt Baur-Empt. Dann kann der Drohnenflug mit Sicherheit starten.