08.12.2016
Beruf & Freizeit

Wie der Glüh­wei­num­trunk mit Kol­le­gen ver­si­chert ist

In der Mittagspause über den Weihnachtsmarkt bummeln? – Klar! Nach Feierabend mit Kollegen noch einen Glühwein trinken? – Immer! In der feucht-fröhlichen Vorweihnachtszeit ist die Grenze zwischen Arbeit und Vergnügen im wahrsten Sinne des Wortes fließend. Das hat Auswirkungen auf den Versicherungsschutz.

Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt zählt nicht zum Arbeitsweg – auch wenn die Glühweinstände direkt auf dem Weg nach Hause liegen. Die Folge: Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung auf dem Weg zwischen dem Arbeitsplatz und Zuhause greift nicht mehr; ein etwaiger Unfall wäre kein Arbeitsunfall. Dasselbe gilt für die Mittagspause. „Wer einen Zwischenstopp am Glühweinstand einlegt, ist privat unterwegs – und zwar auch dann, wenn er später seinen Heimweg fortsetzt oder wieder auf dem Weg ins Büro ist“, sagt Mathias Zunk, GDV-Versicherungsexperte.


Weihnachtsmarktbesuch ist Privatvergnügen

„Es kommt übrigens nicht darauf an, ob man mit Kollegen unterwegs ist oder statt Glühwein Kinderpunsch trinkt“, so Zunk. Grundsätzlich gelte: Wer nicht gerade auf dem Weihnachtsmarkt arbeitet, ist dort zu seinem privaten Vergnügen. Und vor den finanziellen Folgen eines Unfalls in der Freizeit schützt nicht die gesetzliche, sondern nur eine private Unfallversicherung.


Die „erweiterte Alkoholklausel“ bietet Schutz für Betrunkene

Doch auch wer eine private Unfallversicherung hat, sollte es zumindest mit dem Glühwein nicht übertreiben. „Wer nach dem Weihnachtsmarkt betrunken in eine Baugrube fällt, hat in aller Regel keinen Versicherungsschutz“, sagt Zunk. Ausschluss der „durch Alkoholkonsum verursachten Bewusstseinsstörung“ heißt die entsprechende Klausel auf Versicherungsdeutsch. Allerdings bieten manche Versicherer auch Policen mit einer sogenannten „erweiterten Alkoholklausel“ an: Dann sind auch alkoholbedingte Unfälle eingeschlossen. Ab einem bestimmten Promille-Wert ist allerdings auch hier Schluss mit dem Versicherungsschutz.