10.08.2022
Beruf & Freizeit

Fahr­ra­d­un­fälle neh­men zu – Ver­let­zun­gen der Arme und Beine tre­ten beson­ders häu­fig auf

Die Zahl der Fahrradunfälle, bei denen Personen verletzt wurden, hat seit 2010 um fast 30 Prozent zugenommen. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2020 insgesamt 91.533 Fahrradunfälle mit Personenschaden, das sind 5,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

2010 wurden 65.647 Fahrradunfälle registriert. Schätzungen zu folge gibt es derzeit ca.  68,5 Millionen Fahrräder in Deutschland. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands wurden allein im letzten Jahr 2,7 Millionen Fahrräder in Deutschland verkauft. Gerade die Corona-Pandemie hat das Mobilitätsverhalten der Menschen stark beeinflusst; viele Menschen sind aufs Fahrrad oder E-Bike umgestiegen. Zu mehr Unfällen kam es unter anderem durch ein höheres Aufkommen von Fahrrädern, steigende Geschwindigkeiten, beispielsweise von E-Bikes, und mehr ältere Radfahrer. 


Häufige Verletzungen durch Fahrradunfälle 

Experten in der Versicherungswirtschaft beobachten nicht nur einen Anstieg von Fahrrad- und E-Bike-Unfällen, auch die Schwere der Unfallfolgen hat in den vergangenen drei Jahren zugenommen. Ihren Beobachtungen zufolge sind die Verletzungen häufig an den Schultern,  Armen und Beinen. Diese Beobachtung bestätigen auch die Statistiken. Zahlen der deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie aus dem Jahr 2016 zeigen, dass Verletzungen an Armen und Beinen bei Fahrradunfällen besonders häufig auftreten. Sie machen 60 Prozent aller körperlichen Schäden aus. Die Bandbreite der Unfallfolgen reicht von oberflächlichen Verletzungen wie kleineren Schürfwunden, Hämatomen und Prellungen über Knochenbrüche an Handgelenken, Unterarmen und Beinen bis hin zu Beckenbrüchen, insbesondere bei älteren Menschen. Bei lebensbedrohlichen oder tödlichen Verletzungen war jedoch immer der Kopf die am schwersten verletzte Körperregion. 


So schützen Sie sich bei Fahrradunfällen 

Verkehrssicherheit prüfen: Ein Fahrrad, das schon länger nicht mehr genutzt wurde, sollte vor der ersten Fahrt auf seine Verkehrssicherheit geprüft werden. Funktionieren die Bremsen, sind Risse im Rahmen oder im Lack vorhanden, sind metallische Teile durchgerostet? Am besten ist es, eine Liste anzufertigen, ob und welche Teile ersetzt werden müssen.  

Nie alkoholisiert Rad fahren: Auch kleine Mengen von Alkohol können das Reaktionsvermögen einer Person stark beinträchtigen. Daher sollten Sie nach Alkoholkonsum lieber das Fahrrad nachhause schieben. 

Helm tragen: Die Unfallforschung der Versicherer, der ADFC und die deutsche Verkehrswacht werben für das freiwillige Tragen von Fahrradhelmen. Zwar sind Helme nur wenige Zentimeter dick, aber sie verringern die Aufprallkräfte, die bei einem Sturz auf dem Kopf einwirken.  

Benutzen Sie LED-Strahler: Die Strahler leuchten nicht nur die Fahrbahn aus, sie machen die Fahrradfahrer im nächtlichen Straßenverkehr auch für andere deutlich sichtbar. Da sie sehr hell strahlen und den Gegenverkehr blenden können, sollte allerdings auf eine korrekte Einstellung geachtet werden.


Bei Unfällen schützt die private Unfallversicherung 

Trotz aller Vorsichts- und Schutzmaßnahmen kann es dennoch zu Unfällen kommen. In diesen Fällen hilft die private Unfallversicherung. Sie leistet, wenn ein Unfall dauerhafte geistige oder körperliche Beeinträchtigungen nach sich zieht oder sogar zum Tod führt. Aber auch bei Unfallfolgen, die nicht von Dauer sind, leistet die Unfallversicherung. Anders als in der gesetzlichen Unfallversicherung gilt der Versicherungsschutz der privaten in der Regel rund um die Uhr und weltweit. Die gesetzliche Unfallversicherung hingegen schützt nur bei der Arbeit oder auf dem Weg zum Arbeitsplatz.