30.03.2020
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5 Dinge, die wir vor der Corona-Krise nicht gedacht hät­ten

Die Corona-Pandemie stellt unseren Alltag auf den Kopf. Neben aller Tragik bringt die Krise auch unerwartete Entwicklungen mit sich: kuriose, erfreuliche und leider auch kriminelle.

1. Schmuck war gestern: Einbrecher klauen Klopapier

Diese Situation ist einmalig in der deutschen Wirtschaftsgeschichte: Manche Supermärkte können die Regale nicht so schnell auffüllen, wie sie leer gekauft werden. Wer Anfang des Jahres behauptet hätte, dass Kunden bald verzweifelt nach dem Hygieneartikel Ausschau halten würden, wäre zu Recht als Narr bezeichnet worden.


Der Run auf Toilettenpapier bekommt nun einen kriminellen Anstrich. Einbrecher klauen gezielt die begehrten Rollen – so geschehen in München und Krefeld. In Gummersbach stiegen Einbrecher in einen Toilettenwagen ein und erbeuteten 20 Rollen. Kriminelle in Würselen gingen noch einen Schritt weiter: Sie schlugen die Scheiben eines Autos ein, um an das begehrte Gut zu kommen - übrigens ein Fall für die Teilkaskoversicherung.



2. Weniger Verkehr, weniger Unfälle

Kreuzfahrtschiffe bleiben im Hafen, Flugzeuge am Boden. Autos bleiben in der Garage und die Straßen spürbar leerer. Nach einer Auswertung von Spiegel Online, die sich auf Daten des Navigationsanbieters TomTom stützt, ist der Verkehr in Hamburg, Köln, München und Berlin um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Stichtag für diese Analyse war der 20. März. Seitdem gelten in vielen Bundesländern schärfere Ausgangsbeschränkungen, ein weiterer Rückgang ist also wahrscheinlich. In Paris, Madrid und Mailand lag die Verkehrsdichte nur noch bei 17 bis 20 Prozent im Vergleich zum Januar. 


Der ADAC hat ermittelt, dass Länge und Anzahl der Staus deutlich abgenommen haben. Die Gesamtlänge aller Staus ging demnach von 14.500 auf rund 4.900 Kilometer zurück. Während der ADAC am 16. März, einem Montag, noch 840 Staus zählte, waren es am darauffolgenden Freitag – für gewöhnlich einer der staureichsten Wochentage – lediglich 396.


Unfallforscher rechnen deshalb auch mit weniger Zusammenstößen. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, sagt: "Ich bin überzeugt davon, dass wir in diesem Frühjahr einen deutlichen Rückgang der Unfälle insgesamt, aber auch der Unfälle mit Personenschaden, sehen werden."


3. Börsen-Crash: Was passiert mit meiner Altersvorsorge?

Wer die Entwicklung der Börsen beobachtet, kommt derzeit schnell mit historischen Vergleichen um die Ecke: 1929, 1987, 2020. Was dieser Einbruch von seinen Vorgängern unterscheidet, ist die Geschwindigkeit. Der Abverkauf verlief deutlich schneller, man könnte auch sagen: deutlich panischer.


Als langfristige Kapitalanleger sind Lebensversicherungen – und damit auch ihre Kunden – von kurzfristigen Kursschwankungen am Aktienmarkt weniger betroffen als kurzfristig orientierte Anleger. Zudem entfällt nur ein vergleichsweise geringer Teil der Kapitalanlagen in der Lebensversicherung auf Aktien bzw. Aktienfonds.


Durch die Krise werden viele Menschen finanzielle Einbußen hinnehmen müssen – sei es wegen Kurzarbeit oder weggebrochener Aufträge. Welche Möglichkeiten es gibt, wie Sparer jetzt ihre Altersvorsorge durch die Krise bringen können, erfahren Sie auf dieser Seite.


4. Cyber-Risiko steigt

Cyberkriminelle versuchen aus der Angst und Verunsicherung während der Corona-Krise Kapital zu schlagen. Vor allem Krankenhäuser, die auch in normalen Zeiten durch Cyberattacken erpressbar sind, seien jetzt noch stärker im Visier. Die europäische Polizeibehörde Europol weist etwa daraufhin, dass die Uni-Klinik im tschechischen Brünn (Brno) Opfer einer Cyberattacke geworden sei. Die Erpresser hätten damit gedroht, den Betrieb lahm zu legen, falls kein Lösegeld gezahlt wird.


Auch andere Betriebe lassen sich derzeit viel leichter angreifen: Homeoffice, Telefon- und Videokonferenzen und der Zugriff auf die Unternehmensnetzwerke funktionieren nur mit der entsprechenden IT. So können Hacker mit einem Angriff schnell auch den Notbetrieb unmöglich machen.


Das Cyber-Risiko privater Nutzer ist ebenfalls gestiegen. Online-Kriminelle versuchen aktuell etwa, mit Hilfe von Phishing-Mails rund um das Thema Corona an die Passwörter zu kommen. So werden etwa Mails von der WHO, von Fluggesellschaften oder Hotelketten gefälscht, um an die Daten der Nutzer zu kommen. 

Gut zu wissen: Für den Schutz gegen Cyberrisiken kann eine eigene Cyberversicherung oder ein eigener Internet-Schutzbrief abgeschlossen werden; auch Rechtsschutz- und Sachversicherer bieten mit Zusatzbausteinen Schutz gegen die Risiken aus dem Netz. Einzelne Schäden sind schon heute durch Standard-Policen gedeckt: So übernimmt die private Haftpflichtversicherung Schadenersatzforderungen nach dem unbemerkten Weiterleiten von Viren.


5. Mehr Homeoffice, weniger Versicherungsschutz

Anbieter von Videokonferenzsoftware könnten gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Wenn so viele Menschen im Homeoffice sitzen, werden die Werkzeuge der digitalen Zusammenarbeit unverzichtbar. Gleichzeitig bekommen Millionen Arbeitnehmer mit den Tools in Berührung - und könnten sie auch künftig in ihren Arbeitsalltag integrieren.

Die negative Seite des Homeoffice-Booms: Arbeitnehmer haben an ihrem Heimarbeitsplatz nur abgespeckteren Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung. Geht es nach der Urteilen der Sozialgerichte, gelten im Homeoffice andere Regeln als im Büro. Dort gilt etwa, dass der Weg zur Toilette versichert ist (nicht jedoch der Toilettenbesuch an sich). Im Homeoffice ist er es hingegen ist nicht. Auch der Weg vom Homeoffice zur Kita unterliegt anderen Regeln beim Versicherungsschutz.