20.06.2017
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Warum Sel­fies töd­li­cher sind als Hai-Angriffe

Zugegeben: Früher gaben Urlaubsbilder oft nur einen äußerst unscharfen Eindruck von der schönsten Zeit des Jahres wieder. Dafür sind sie heute tödlicher als Hai-Angriffe.

Wann haben Sie zuletzt einen Luftsprung gemacht? Dann schauen Sie doch mal in den Kalender. Richtig: Jetzt beginnt die Urlaubszeit! Raus aus dem grauen Büroalltag, rein ins Ferienvergnügen. Ob mit Sack und Pack nach Spanien oder auf eine kühle Coke nach Kuba – Hauptsache weg vom Alltag. Entspannen, baden, fotografieren, lesen … Moment! Fotografieren? Ach, Du Schreck!


Kein Urlaubsmoment bleibt unfotografiert

Die Zeiten, in denen Urlaubsfotos wahlweise verwackelt, unscharf, über-, unter- oder immer zum falschen Zeitpunkt belichtet waren, sind lange vorbei. Was damals, in den 70ern, noch als Stoff für stundenlange Diavorträge auf Tante Ernas Geburtstagsfeier taugte, würde sich heute niemand mehr länger als den Bruchteil einer Sekunde anschauen.


Das Urlaubsfoto ist zum Statussymbol geworden. Wir knipsen uns am Frühstücksbuffet zwischen den exotischen Früchten, posten auf Facebook die Fotostory vom heutigen Kamelausritt und posieren körperoptimiert beim Kite-Surfen, während wir mit der Sonne um die Wette strahlen. Seien Sie doch mal ehrlich: Seit es diese Smartphones gibt, ist Urlaub nichts weiter als purer Stress. Ständig sind wir auf der Jagd nach dem optimalen Motiv, nach dem perfekten Licht, nach dem idealen Filter.


127 Tote durch Selfies

Und als wäre das mit dem Stress nicht schon anstrengend genug, ist diese Selbst-Knipserei auch noch verdammt gefährlich. Haben jedenfalls Studenten der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh herausgefunden. Zwischen März 2014 und September 2016 ermittelten sie 127 Todesfälle, bei denen riskante Selfies die Ursache gewesen sein sollen, und werteten sie aus. Nur mal zum Vergleich: Durch Hai-Attacken sterben jährlich „nur“ vier Menschen.


Besonders häufige Todesursache bei den Selfie-Opfern: der Sturz in die Tiefe. Ein 51-Jähriger Deutscher etwa fand den Tod in den Anden, als er aus 100 Metern abstürzte. Auf der Suche nach dem originellsten Selfie war er offenbar über eine Absperrung geklettert. Unter ähnlichen Umständen stürzte eine 35-jährige Amerikanerin in den Tod, weil sie sich im Grand Canyon zu nah an einen Abgrund wagte.

   
Nein, wir wollen Ihnen den Urlaub wirklich nicht vermiesen! Fahren Sie weit weg, entspannen Sie,  machen Sie einen Luftsprung, fotografieren Sie sich dabei. Aber achten Sie darauf, dass Sie hinterher wieder festen Boden unter den Füßen haben.