05.05.2017
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Warum Sie vor Limo­nade mehr Angst haben soll­ten als vor dem Ertrin­ken

Statistiken öffnen uns die Augen für die wahren Risiken des Lebens. So ist das auch beim übermäßigen Genuss von Süßgetränken und der Gefahr, unter Wasser das Zeitliche zu segnen.

Geben Sie es zu – Sie können den Sommer doch auch nicht mehr erwarten. 30 Grad und Sonnenschein, eiskalte Limo im Liegestuhl und ab und zu ein Sprung ins kühle Nass. Aber haben Sie sich schon mal überlegt, wie gefährlich das eigentlich ist?


Vermutlich nicht. Dabei ist die Antwort: Ziemlich gefährlich für Ihre Gesundheit. Warum? Dreimal dürfen Sie raten. Richtig, Sie können einen Hitzschlag bekommen, und das geht ordentlich auf den Kreislauf. Oder Sie holen sich, zweitens, einen Mega-Sonnenbrand, wenn Sie es mit Ihren Bräunungsabsichten übertreiben – was bei häufiger Wiederholung gar nicht gut für die Haut ist und die Krebsgefahr erhöht. Ist aber in diesem Fall auch nicht gemeint.


Einen haben Sie noch. Versuchen wir es mal mit dem Sprung ins kühle Nass. Und tatsächlich, auch das stellt eine reale Gefahr dar, mitunter sogar eine lebensgefährliche. So starben im vergangenen Jahr 537 Menschen hierzulande beim Schwimmen oder Baden. Unbewachte Seen oder Flüsse sind dabei nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) besonders häufige Todesfallen. In bewachten Bädern und an der Küste hingegen kamen 2016 „nur“ 19 beziehungsweise 27 Menschen ums Leben.


Sie werden es vermutlich nicht glauben, aber deutlich tödlicher als die kurze Abkühlung im Wasser ist – statistisch gesehen – das lecker-süße Kaltgetränk am Beckenrand. Denn zuckerhaltige Getränke wie Limonade oder Eistee machen nicht nur dick. In einer international angelegten Studie fanden Forscher heraus, dass 2010 weltweit rund 184.000 Menschen an den Folgen eines übermäßigen Konsums starben. Die Zuckergetränke seien verantwortlich dafür, dass die Menschen durch Diabetes, Krebs oder Herzkrankheiten den Tod fanden. Für Deutschland ermittelten die Wissenschaftler 3039 Limo-Tote. Das wahre Risiko schlummert also im Becher - und nicht im Becken.