05.01.2018
Haus & Garten

Die 3 häu­figs­ten Irr­tü­mer bei Hoch­was­ser

Bei Überschwemmungen wähnen sich manche Hausbesitzer in trügerischer Sicherheit.

1. Irrtum: Ich habe eine Gebäudeversicherung - ich brauch mich nicht kümmern

Die Wohngebäudeversicherung deckt viele Gefahren ab: Sie leistet bei Sturm, Blitz oder Hagel und zahlt, wenn ein Orkan das Dach abdeckt. Sie leistet allerdings nicht, wenn Dauerregen den Keller flutet. Dafür gibt es den erweiterten Naturgefahrenschutz, in der Fachsprache: die Elementarschadenversicherung. Diese gibt als Zusatzbaustein zur bestehenden Wohngebäudeversicherung und zur Hausratversicherung. Eigenheimbesitzer und Mieter sind damit auch vor Zerstörungen gefeit, die auf Starkregen oder Überschwemmungen zurückgehen. 


2. Irrtum: Mein Haus ist nicht gefährdet, ich wohne weit weg vom Wasser

Viele Menschen gehen davon aus, dass nur Häuser an Flüssen wie Elbe oder Rhein von Überschwemmungen betroffen sind. Ein Irrtum: Denn immer wieder kommt es zu großen Schäden abseits der großen Gewässer.  Hausbesitzer in Berlin oder Münster bekamen das in den letzten Jahren zu spüren. Die Gleichung „fern vom Fluss = keine Gefahr” geht also nicht auf. 


3. Irrtum: Im Ernstfall wird mir der Staat helfen

In Sachen Hochwasserrisiko verlassen sich die Deutschen gerne auf Vater Staat. Die Vergangenheit gibt ihnen mit dieser Einschätzung auch scheinbar recht: Bei den letzten großen Hochwassern, 2002 und 2013, hat der Staat zahlreiche Schäden beglichen. In beiden Jahren stand allerdings eine Bundestagswahl unmittelbar bevor.  Vor einem Jahr folgte der Paradigmenwechsel: 

2017 verständigten sich die Ministerpräsidenten der Länder darauf, staatliche Soforthilfen grundsätzlich nur noch an jene auszuzahlen, die sich erfolglos um eine Versicherung bemüht haben oder denen ein Versicherungsangebot zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten wurde. Betroffenen müssen jetzt nachweisen, dass sie tatsächlich keinen Elementarschutz für ihr Gebäude bekommen konnten. Erst dann hilft der Staat.