24.05.2017
Haus & Garten

Mit dem Lebens­ver­si­che­rer ins Eigen­heim

Nicht nur Banken oder Bausparkassen vergeben Hauskredite, sondern auch Lebensversicherer. Sie sind an Planungssicherheit und einer langen Zinsbindung interessiert? Hier könnten Sie fündig werden.

Für viele Deutsche ist die eigene Immobilie ein Lebenstraum: Der Inbegriff von Freiheit und fester Baustein ihrer Altersvorsorge. Doch ohne einen Kredit lässt sich der Traum angesichts der hohen Kaufpreise für die allermeisten nicht verwirklichen.

 

Auf der Suche nach der passenden Finanzierung lohnt ein Blick auf die Angebote der Assekuranz. Neben Banken oder Bausparkassen bieten auch rund 35 Lebensversicherer Hauskredite an. Ihr Marktanteil in der privaten Wohnimmobilienfinanzierung liegt zwar bei unter vier Prozent, sie besetzen jedoch eine wichtige Nische. Im Unterschied zu Banken fällt es ihnen leichter, Kredite mit Zinsbindungen von 20 oder gar 30 Jahren anzubieten. Der Grund: Während sich Banken überwiegend über kurzfristige Einlagen wie Girokonten refinanzieren, können Versicherer die Beiträge ihrer Kunden langfristig investieren.

 

Assekuranz bietet bei langen Zinsbindungen bessere Konditionen

Dass die Assekuranz mit ihren Konditionen besonders bei sehr langen Laufzeiten gut abschneidet, zeigt etwa der Hypothekenvergleich der FMH-Finanzberatung: Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro ist ein Darlehen von 180.000 Euro – mit 25 Jahren Laufzeit und einem Tilgungssatz von drei Prozent – bei den Versicherern zu einem durchschnittlichen Effektivzins von 2,21 Prozent zu haben (Stand: 31.3.2017). Bei den Banken kostet derselbe Kredit durchschnittlich 2,32 Prozent (siehe Tabelle).

 

Und gerade in der aktuellen Marktsituation kann es für künftige Bauherren sinnvoll sein, lange Zinsbindungen zu vereinbaren. Denn die Konditionen sind extrem günstig. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen in zehn oder 15 Jahren, wenn eine Anschlussfinanzierung nötig wird, höher liegen, ist somit groß. Mit einer langfristigen Zinsbindung umgehen Bauherren das Risiko steigender Kreditkosten.


Kreditkonditionen von Banken und Lebensversicherern

Effektivzins* in Prozent nach Dauer der Zinsbindung 

ZinsbindungBankenVersicherer
10 Jahre
1,41
1,54
15 Jahre
1,92
1,88
20 Jahre
2,17
2,11
25 Jahre
2,32
2,21
30 Jahre
2,38
2,32

* Mittelwerte für folgendes Finanzierungsbeispiel: Kaufpreis: 300.000 €, Darlehen: 180.000 €, Tilgung: 3 %. Quelle: FMH Finanzberatung; Stand: 31.3.2017


Durchschnittliche Tilgungsdauer in Deutschland liegt bei 26 Jahren

Dass Planungssicherheit besonders bei der Baufinanzierung sehr wichtig ist, belegt eine Auswertung der Postbank aus dem Jahr 2015. Demnach dauert es in Deutschland im Schnitt knapp 26 Jahre, ehe ein Durchschnittsverdiener einen Kredit für eine 110 Quadratmeter große Eigentumswohnung abgezahlt hat. In Großstädten, in denen die Immobilienpreise besonders zugelegt haben, ist die Tilgungszeit mit 30 bis 40 Jahren noch deutlich länger.

 

Ausgedehnte Laufzeiten geben auch den Lebensversicherern Planungssicherheit, deren Verträge teilweise mehrere Jahrzehnte laufen. In dieser Zeit brauchen sie regelmäßige und planbare Erträge, die sie wiederum ihren Kunden gutschreiben können. Baudarlehen leisten das und passen daher gut zum Geschäftsmodell der Versicherer.

 

Versicherer sind bei der Kreditvergabe vorsichtig 

Sie sind aber sehr auf Sicherheit bedacht und agieren bei der Kreditvergabe vorsichtiger als Banken: Während diese teilweise auch den vollen Kaufpreis finanzieren, liegt die Grenze bei den Versicherern meist bei 80 Prozent des Beleihungswertes – also des langfristig nachhaltigen Werts einer Immobilie. Ansonsten unterscheiden sich die Angebote kaum: So vergeben auch einige Versicherer Baukredite als Wohnriester-Variante oder verbunden mit einer KfW-Förderung. Sondertilgungen während der Laufzeit sind bei ihnen ebenfalls möglich.