28.05.2018
Haus & Garten

Pho­to­vol­taik: Die­ses wich­tige Detail ver­ges­sen viele Haus­be­sit­zer

Wenn kein Strom fließt, sollte Geld fließen.

Brände, Blitze oder Hagelschauer können eine Photovoltaikanlage lahmlegen. Hausbesitzer sollten für diesen Fall vorsorgen, sonst drohen finanzielle Einbußen. Prinzipiell können sie ihre Photovoltaikanlage über zwei Wege versichern:


  1. Über einen Zusatzbaustein in der Wohngebäudeversicherung. Ohne diesen Zusatzbaustein wären die Stromerzeuger nicht geschützt. Der Vorteil dabei: Bei einem Schaden, der sowohl das Haus als auch die Photovoltaikanlage betrifft, erfolgt die Schadenregulierung aus einer Hand.
  2. Die Photovoltaikanlage bekommt eine eigenständige Police – unabhängig von der Absicherung des Hauses. 


Diese Versicherungen leisten zum Beispiel bei Schäden durch 

  • Feuer
  • Überspannung durch Blitze
  • Kurzschluss, Überstrom
  • Luftfahrzeuge
  • Leitungswasser
  • typische Naturgefahren (etwa Sturm, Hagel oder Schneedruck) 


Versichert sind damit alle Teile, die zur Photovoltaikanlage gehören. Dazu zählen Solarmodule, Montagerahmen, Befestigungselemente, Wechselrichter und die Verkabelung. Auch die Stromspeicheranlage, die das Gebäude versorgt, ist darüber geschützt.


Ergänzend können Hausbesitzer ihre Anlage gegen Einbruchdiebstahl, Tierbisse oder Bedienungsfehler versichern. Auch Schäden durch Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler lassen sich versichern. Diese sind verhältnismäßig häufig Ursache für Brände an Photovoltaikanlagen (Studie: Brandgefahr durch PV-Anlagen). 



Was übernimmt die Versicherung nach einem Schaden?

Kommt es zu einem Schaden an der Photovoltaikanlage, unterscheidet die Versicherung zwischen einem Teil- und einem Totalschaden.

 

  • Nach einem Teilschaden übernimmt die Versicherung alle Kosten, die für die Wiederherstellung der Anlage notwendig sind (etwa für Ersatzteile, Reparatur, Montage, Wiederherstellung des Betriebssystems).
  • Nach einem Totalschaden ersetzt die Photovoltaik-Versicherung den Neuwert der Anlage abzüglich des Wertes des Altmaterials.


Im Versicherungsfall kann eine Selbstbeteiligung fällig werden. Die Höhe richtet sich nach der individuellen Vereinbarung.



Nicht vergessen: Ertragsausfall mitversichern

Aus zwei Gründen sollten Hausbesitzer unbedingt den Ertragsausfall mitversichern:


  1. Fällt die Stromerzeugung egal aus welchen Gründen aus, entgeht dem Besitzer vorübergehend die Einspeisevergütung, die er normalerweise erhält. Die Versicherung zahlt dem Hausbesitzer für die Dauer des Ausfalls den Betrag, den er unter normalen Umständen mit seiner Anlage verdienen würde. Damit können etwa auch laufende Kredite bedient werden. Ebenfalls vorteilhaft: Mögliche Renditeprognosen für die Anlage müssen nicht über Bord geworfen werden.
  2. Ist die Photovoltaikanlage ausgefallen, brauchen Hausbesitzer Strom aus einer anderen Quelle. Diese Mehrkosten übernimmt die Photovoltaik-Versicherung ebenfalls - solange bis die Anlage repariert wurde und der eigene Strom wieder fließt.


Checkliste: So gehen Besitzer von Photovoltaikanlagen auf Nummer sicher

  1. Wählen Sie einen qualifizierten und erfahrenen Betrieb für die Installation der Photovoltaikanlage.
  2. Besprechen Sie die erforderlichen Maßnahmen direkt vor Ort am Gebäude. Achten Sie darauf, dass alle Gewerke bei der Planung und Ausführung gut koordiniert werden.
  3. Informieren Sie Ihren Gebäudeversicherer über die Installation der Anlage und klären Sie, welche Risiken abgesichert werden.
  4. Dokumentieren Sie bei der Übergabe der Photovoltaikanlage alle Maßnahmen des Installateurs über den Anlagenpass. Lassen Sie sich die Funktionen Ihrer Anlage verständlich erläutern.
  5. Lassen Sie Ihre Photovoltaikanlage von einem Fachbetrieb warten. Prüfen Sie regelmäßig durch Sichtkontrollen, ob Ihre Anlage in Ordnung ist. Sollten Sie Schäden feststellen, informieren Sie Ihren Versicherer und wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.