27.10.2016
Haus & Garten

So schüt­zen Sie Ihr Haus vor Ein­bre­chern

Einbruch hat Konjunktur, besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit. Das haben im vergangenen Jahr auch 160.000 Hausbesitzer und Mieter zu spüren bekommen, die ihrer Versicherung einen Einbruch melden mussten. Was hilft wirklich gegen Einbrecher? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wie kann ich mein Haus möglichst einbruchssicher machen?

Wer sich besser gegen Einbrecher wappnen möchte, sollte zuerst an den Schwachstellen des Hauses ansetzen. Der Großteil der Einbrecher steigt durch Eingangs- und Fenstertüren sowie normale Fenster ein – sowohl in Mehr- als auch in Einfamilienhäusern. „Mechanische Sicherungen stehen deshalb beim Einbruchschutz an erster Stelle“, sagt GDV-Versicherungsexperte Mathias Zunk. Einbruchhemmende Haus- und Wohnungstüren sind eine sinnvolle Investition in die Sicherheit.


Gleiches gilt für Fenster und Balkontüren, da diese innerhalb weniger Sekunden von Einbrechern aufgehebelt werden können. Eine gute Lösung ist, die Fenster mit einem geprüften einbruchhemmenden Fensterbeschlag in Verbindung mit einem abschließbaren Fenstergriff auszurüsten. Die Sicherung mit einem abschließbaren Fenstergriff allein genügt nicht.


Zertifizierte Alarmanlagen sind eine sinnvolle Ergänzung der Sicherungstechnik. Gleiches gilt, wenn Hausbesitzer Außenbereiche beleuchten oder Bewegungsmelder installieren. Beides wirkt abschreckend auf Einbrecher.


Wie erkenne ich gute Sicherungstechnik?

Verbraucher sollten beim Kauf auf zertifizierte Technik achten. Die Qualität einbruchhemmender Türen etwa sollte von qualifizierten Institutionen überwacht werden. Dazu zählen unter anderem


  • VdS Schadenverhütung
  • DIN-CERTCO
  • Ift Rosenheim
  • PfB Prüfzentrum


Verbraucher erkennen entsprechende Türen an den Logos dieser Institutionen.


Wo bekomme ich eine Förderung für den Einbruchschutz?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) greift Hausbesitzern finanziell unter die Arme, wenn sie in Einbruchschutz investieren. Wer sein Haus oder seine Eigentumswohnung entsprechend nachrüstet, erhält je nach Höhe der Investitionskosten zwischen 200 und 1.500 Euro. Verbraucher müssen mindestens 2.000 Euro zum Beispiel in einbruchhemmende Türen investieren, um den Zuschuss zu bekommen. Hausbesitzer sollten die Förderung bei der KfW beantragen, bevor sie mit dem Vorhaben beginnen. Über die Webseite der KfW kann der Zuschuss beantragt werden.


Einziger Wermutstropfen: Für das Jahr 2016 sind die finanziellen Mittel für den Einbruchschutz aufgrund der hohen Nachfrage bereits aufgebraucht. Wie die KfW mitteilt, sollen für das Jahr 2017 über den Bundeshaushalt voraussichtlich 50 Millionen Euro Fördermittel bereitstehen.

 

Was nützen die neuen Smart-Home-Lösungen beim Einbruchschutz?

Das oberste Ziel einbruchhemmender Maßnahmen sollte sein, dass der Einbrecher gar nicht erst ins Haus reinkommt. Smart-Home-Lösungen sind darauf meistens nicht ausgerichtet. Wenn der im Haus installierte Bewegungsmelder einen Einbruch auf das Smartphone meldet, ist es in der Regel schon zu spät. Mechanische Lösungen sollten deshalb beim Einbruchschutz absoluten Vorrang haben.


Können auch Mieter ihre Wohnung mit Sicherungstechnik ausrüsten?

Ja, auch Mieter können ihre Wohnung zum Beispiel mit besseren Schließzylindern oder Querriegelschlössern nachrüsten. Voraussetzung dafür ist allerdings das Einverständnis des Vermieters.


Wie sind Wohnungseinbrüche versichert?

Die Schäden nach einem Einbruch übernimmt die Hausratversicherung. GDV-Versicherungsexperte Mathias Zunk: „Die Hausratversicherung ersetzt den Wiederbeschaffungspreis für gestohlenes oder irreparables Inventar, die Reparaturkosten für beschädigtes Inventar und eine Wertminderung bei beschädigten aber noch uneingeschränkt nutzbaren Gegenständen.“


Was jedoch nicht versichert werden kann, sind mögliche psychische Folgen eines Einbruchs – den Verlust der Privatsphäre inbegriffen.


Kann die Versicherung Leistungen kürzen, wenn in einem Mehrfamilienhaus häufig die Haustüre offen steht?

„Entscheidend für den Versicherungsschutz ist die Wohnungstüre“, sagt Mathias Zunk. Wer diese richtig verschlossen hat, muss keine Leistungskürzungen befürchten.


Meine Nachbarn haben Tag und Nacht die Fenster gekippt – sogar im Urlaub. Werden dadurch Einbrecher nicht geradezu eingeladen? Steigt damit nicht auch das Risiko, dass bei mir im Erdgeschoss eingebrochen wird?

Gekippte Fenster sind eine willkommene Einladung für Einbrecher. In Einfamilienhäusern sind Fenster und Fenstertüren die mit Abstand häufigste Einstiegsstelle . Nachbarn sollten deshalb in diesem Fall das Gespräch suchen und auf die erhöhte Gefahr eines Einbruchs durch die gekippten Fenster aufmerksam machen.


Wie kann ich meinen Wintergarten, der hauptsächlich aus Glas besteht, vor Einbrechern schützen?

Hochwertiges Sicherheitsglas ist für Wintergärten ein guter Schutz gegen Einbrecher. Ein Glasbruchmelder kann für weitere Sicherheit sorgen. Der laute Alarm schreckt häufig Einbrecher ab. Eine weitere Möglichkeit bieten Bewegungsmelder, die den gefährdeten Bereich hell ausleuchten.