01.08.2017
Haus & Garten

Tor­na­dos gibt es in Deutsch­land häu­fi­ger als Sie ver­mu­ten

Je mehr heftige Sommergewitter entstehen, desto höher steigt das Tornadorisiko in Deutschland. Die Wirbelstürme kommen häufiger vor als gedacht.

Tornados entstehen nicht nur im Mittleren Westen der USA, wo sie regelmäßig Schneisen der Verwüstung ziehen. Auch in Deutschland sind die schnell entstehenden Wirbelstürme zu Hause. Der Deutsche Wetterdienst geht von 30 bis 60 bestätigten Tornados pro Jahr aus. 2016 soll es laut dem Portal tornadoliste.de 62 bestätigte Tornados gegeben haben und 382 Stürme, die nicht eindeutig als Tornado identifiziert werden konnten. Die Wirbelstürme treten häufig in Verbindung mit Gewitterfronten im Sommer auf.


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Wie Tornados entstehen

Ein Tornado ist ein schlauchartiger Wirbel, der in einer Schauer- oder Gewitterwolke entspringt. Trifft der Wirbel auf den Boden, spricht man von einem Tornado. In unseren Breiten entstehen Tornados, wenn drei Bedingungen vorliegen:


  • eine hohe Luftfeuchtigkeit
  • Schauer und Gewitter
  • sowie eine starke Windzunahme und -drehung in höheren Luftschichten.


Um die Heftigkeit von Tornados einordnen zu können, nutzen Fachleute die sogenannte Fujita-Skala. Sie beurteilt die Tornados nach den Schäden, die sie verursachen. Die Windstärken sind insofern theoretisch, weil eine Windmessung innerhalb eines Tornados kaum möglich ist.


Klassifizierung von Tornados mit der Fujita-Skala


Bezeichnung

Stärke

Windspitzen

Schäden

F0schwach63-117 km/hÄste, Dachziegel
F1118-183 km/hBäume, Dächer, Aufhänger
F2stark184-255 km/halle Bäume, Mauereinsturz
F3256-334 km/hHäuser stürzen ein
F4verheerend335-420 km/hTotalschäden, Baumentrindung
F5>420 km/hvöllige Zerstörung


Müssen wir uns künftig auf mehr Tornados einstellen?

Dass die Wetterextreme zunehmen, haben in den vergangenen Jahren bereits viele Menschen zum Beispiel in Form von Überschwemmungen direkt zu spüren bekommen. Das Wetter bricht immer häufiger aus seinen scheinbar festgelegten Bahnen aus.


Bei den Tornados ist das nicht anders: Meteorologen haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Zunahme der in Deutschland beobachteten Tornados festgestellt. Das hängt mit zwei Faktoren zusammen: Erstens nutzen viel mehr Menschen mittlerweile Smartphones mit Kameras, so dass deutlich mehr Tornados aufgezeichnet werden können. Richtig ist aber auch, zweitens: Da die Häufigkeit von Sommergewittern zugenommen hat, steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit von Tornados in Deutschland.


So sind Schäden durch Tornados versichert

Schäden durch Tornados und andere Stürme decken die Wohngebäude- und die Hausratversicherung ab. Voraussetzung dafür ist, dass der Wind mindestens Stärke 8, also 62 km/h, erreicht hat. Bei Tornados ist das praktisch immer der Fall.


Die Wohngebäudeversicherung leistet zum Beispiel für

  • abdeckte Dächer
  • zerbrochene Fensterscheiben
  • Schäden durch umgefallene Bäume
  • zerstörte Schornsteine


Die Hausratversicherung leistet zum Beispiel für

  • Schäden an der Wohnungseinrichtung
  • Überspannungsschäden an Elektrogeräten


Um den Schaden an überfluteten Kellern ersetzt zu bekommen, brauchen Mieter und Hausbesitzer eine Elementarschadenversicherung. Diese kann als Zusatzbaustein in eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung eingeschlossen werden.