11.05.2016
Haus & Garten

Über­lebt - dank Rauch­mel­der

Kommt es zu einem Wohnungsbrand, zählt jede Sekunde. Rauchmelder verschaffen Menschen immer wieder den entscheidenden Vorsprung, um sich zu retten. Zum Rauchmeldertag am 13. Mai dokumentieren wir aktuelle Fälle – mit überraschenden Erkenntnissen.

Rauchmelder retten Leben. Sei es in Kinderzimmern, Hotels oder Pizzerien: Lokale Meldungen zu Brandfällen belegen regelmäßig, warum Rauchmelder so sinnvoll sind.


Beispiel Kinderzimmer: Schlaf, Kindlein, schlaf – aber mit Rauchmelder

In einem älteren Bauernhaus in Oberbayern entzündet sich Anfang März eine Holzdecke. Die Eltern werden durch den Rauchmelder alarmiert. Sie retten daraufhin ihre zehnjährige Tochter aus dem Kinderzimmer im Obergeschoss, die bereits geschlafen hatte. Das Mädchen erlitt eine leichte Rauchvergiftung, zwei weitere Kinder konnten ebenfalls aus dem Haus gerettet werden.

Bei Wohnungsbränden ist nicht direkt das Feuer, sondern der Rauch die tödliche Gefahr. 95 Prozent der Brandtoten sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung.


Beispiel Hotel: Brandstifter zündeln, 26 Gäste überleben

Unbekannte zünden am 21. April den Dachstuhl des Hotels Kastanienhof in der Nähe von Leipzig an. Dank des Rauchmelders konnten die 26 Hotelgäste rechtzeitig dem Feuer entkommen. Der Hotelbesitzer hat zudem das Gebäude mitten in der Nacht schnellstmöglich evakuiert. Lediglich ein Gast erlitt nach Polizeiangaben leichte Verletzungen.



Beispiel Pizzeria: Hoher Sachschaden, aber keine Toten

In den frühen Morgenstunden des 20. April brennt in der Region Oldenburg eine Pizzeria nieder. 60 Feuerwehrleute können kaum etwas vom Inventar retten, der Sachschaden beträgt rund 200.000 Euro. Die Bewohner, die über der Pizzeria wohnen, waren zu diesem Zeitpunkt längst in Sicherheit. Ein Rauchmelder hatte sie rechtzeitig alarmiert.


Die Statistiken zeigen, dass dieser Fall auch ganz anders hätte ausgehen können. 70 Prozent der Brandopfer verunglücken nachts in den eigenen vier Wänden.


Beispiel Senioren: Rauchmelder rettet bettlägeriger Frau das Leben

Glück im Unglück hatte eine 73-Jährige Frau aus der Region Straubing, die körperlich eingeschränkt ist. Nachts gegen halb zwei alarmierte ihr Rauchmelder den Nachbarn, nachdem in ihrer Küche ein Brand ausgebrochen war. Die Seniorin konnte dadurch gerettet werden.


Senioren sind bei Wohnungsbränden besonders gefährdet, denn im Alter schwinden das Reaktionsvermögen und die Beweglichkeit. Für Senioren ist deshalb das Risiko, bei einem Feuer ums Leben zu kommen, doppelt so hoch wie für die restliche Bevölkerung. Laut Statistischem Bundesamt sind derzeit 61 Prozent der Brandtoten in Deutschland über 60 Jahre alt.


Beispiel verstecktes Feuer: Rauchmelder schlägt Alarm

Ein Holzbalken hinter einer Vertäfelung fing an einem Aprilsonntag im Raum Aachen Feuer. Weil der Rauchmelder anschlug, waren die Bewohner gewarnt. Sie konnten bereits mit Löschversuchen beginnen, noch bevor die Feuerwehr eingetroffen war. Dadurch war auch die Gefahr gebannt, dass das versteckte Feuer in der Nacht offen ausbrechen und so die Bewohner im Schlaf überraschen konnte.


Der verstärkte Einbau von Rauchmeldern hat auch dazu geführt, dass Feuerwehren früher alarmiert werden. Brände können dadurch bereits im Anfangsstadium bekämpft werden und nicht erst, wenn das Feuer unkontrollierbar geworden ist.