27.07.2018
Haus & Garten

Wald­brand: Wer kommt für die Schä­den auf?

Die Brandgefahr ist deutschlandweit sehr hoch.

Zuerst Schweden und Griechenland, jetzt Brandenburg und Nordrhein-Westfalen: Hitze und Trockenheit führen auch in Deutschland zu gefährlichen Waldbränden. In der Nähe von Potsdam brannten am Donnerstag rund 90 Hektar Wald, die A9 musste vorübergehend gesperrt werden.



Die Feuerwehr hat diesen Waldbrand inzwischen unter Kontrolle, die Gefahr weiterer Feuer ist aber nach wie vor sehr hoch. Waldbesucher und Autofahrer sollten deshalb gerade jetzt besonders vorsichtig sein:


  • Werfen Sie keine brennenden Zigaretten aus dem Auto!
  • Übrigens: In Wäldern gilt ein generelles Rauchverbot zwischen 1. März und 31. Oktober, in manchen Bundesländern sogar ganzjährig.
  • Machen Sie kein Feuer!
  • Parken Sie in Waldgebieten nur auf befestigten Parkplätzen! Abgase können einen Brand auslösen. 
  • Nutzen Sie zum Grillen nur offizielle Grillplätze und beaufsichtigen Sie das Feuer!
  • Bei Rauchentwicklung im Wald: 112 wählen.


Brandursache Mensch: Wie ist das versichert?

Sei es eine weggeworfene Zigarette oder das außer Kontrolle geratene Lagerfeuer: Entsteht durch fahrlässiges Verhalten ein Waldbrand, leistet die private Haftpflichtversicherung des Verursachers für den Schaden. Der Haftpflichtversicherer unterscheidet dabei nicht zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit.


Die Ausnahme: Vorsatz ist nicht versichert

Wer bewusst und gezielt einen Waldbrand auslöst, darf keine Leistungen seines Haftpflichtversicherers erwarten. Denn die private Haftpflichtversicherung kommt nicht für Schäden auf, die vorsätzlich verursacht werden. Waldbrandstifter dürften zudem Kontakt mit Strafverfolgungsbehörden bekommen. Bei vorsätzlicher Brandstiftung drohen Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr und maximal bis zu 10 Jahren. Wird dabei die Gesundheit von Menschen gefährdet, beträgt die Mindeststrafe zwei Jahre, mit Todesfolge sogar bis zu lebenslänglich.


Brandursache Auto: Welche Versicherung leistet?

Viele Feuerwehrleute kennen das Phänomen, die meisten Autofahrer nicht: Autos können Waldbrände auslösen. Abgase, die bei neueren Modellen höhere Temperaturen erreichen als früher, oder auch heiß gelaufene Katalysatoren können leicht brennbare Hölzer oder Gräser entzünden. Deshalb sollten Waldbesucher möglichst befestigte Parkplätze nutzen, um dieses Risiko zu reduzieren.


Ist das Auto die Brandursache, leisten zwei Versicherungen:


  1. Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt nach einem Waldbrand für die Schaden auf, die dem Waldbesitzer entstanden sind. Das können Privateigentümer, Kommunen oder der Bund sein.
  2. Die Teil- und Vollkaskoversicherung kommt für die Feuerschäden am eigenen Auto auf.


Wer zahlt, wenn das Feuer auf Häuser übergreift?

Feuerschäden am Haus, verursacht durch einen Waldbrand, zahlt die Wohngebäudeversicherung, Schäden am Inventar übernimmt die Hausratversicherung.