05.01.2017
Haus & Garten

Wer haf­tet bei Eis und Schnee auf ver­schnei­ten Geh­we­gen?

Mit dem Wintereinbruch stellen sich viele Hauseigentümer und Mieter die Frage nach der Räum- und Streupflicht vor ihren Häusern und Wohnungen. Welche Pflichten sie haben und welcher Versicherungsschutz greift, haben wir auf dieser Seite zusammengefasst.

Wer ist für den Gehweg an einem Grundstück verantwortlich?

Haus- und Wohnungseigentümer sind verpflichtet, die Gehwege an ihrem Grundstück von Schnee und Eis zu befreien. Für sie gilt die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Sie müssen Fußgänger und Radfahrer vor Gefahren schützen, die von ihren Gebäuden und angrenzenden Wegen ausgehen. Das können Eigentümer


  1. persönlich durchführen,
  2. damit einen speziellen Winterdienst beauftragen oder
  3. diese Verpflichtung per Mietvertrag auf die Mieter übertragen.


Wer haftet, wenn sich ein Fußgänger stürzt?

Versäumt ein Hauseigentümer oder ein Mieter rechtzeitig zu streuen und Schnee zu räumen, so haftet er in der Regel, wenn eine Passantin stürzt und sich verletzt. Sie haften also, wenn sie ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen sind. Wer darüber hinaus vorsätzlich oder fahrlässig der Pflicht zur Schnee- und Glättebekämpfung nicht nachkommt, zum Beispiel weil er im Urlaub ist, handelt ordnungswidrig. Diese Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbußen bis zu 10.000 Euro geahndet werden.


Wichtig: Wer einen Winterdienst beauftragt, ist nicht automatisch aus dem Schneider. Hauseigentümer oder Mieter sollten immer kontrollieren, ob der Streudienst alle Gefahren beseitigt hat.


Welche Versicherung schützt Mieter und Hausbesitzer?

Für Mieter einer Wohnung oder Bewohner eines Einfamilienhauses besteht der Schutz der privaten Haftpflichtversicherung für alle Schäden, die von Wohnung oder Haus ausgehen.


Besitzer eines Mehrfamilienhauses, Gemeinschaften von Wohnungseigentümern und Vermieter eines Einfamilienhauses oder Besitzer eines unbebauten Grundstücks brauchen eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Auch Besitzer von Einfamilienhäusern mit Einliegerwohnungen brauchen diesen speziellen Haftpflichtschutz.


Übrigens: Die private Haftpflichtversicherung bzw. die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung übernehmen nicht die gesetzlichen Bußgelder.