03.12.2018
Altersvorsorge & Rente

För­de­rung von Betriebs­ren­ten: Wie Arbeit­neh­mer pro­fi­tie­ren

Die betriebliche Altersversorgung wird attraktiver, auch dank staatlicher Förderung. Wir zeigen, wie Arbeitnehmer unterstützt werden – ein Überblick.

Ab 1.1.2019: Arbeitgeber muss Betriebsrente bezuschussen

Arbeitnehmer, die einen Teil ihres Bruttolohns sozialversicherungsfrei in eine betriebliche Altersversorgung einzahlen („Entgeltumwandlung“), haben künftig auch einen Anspruch auf Arbeitgeberzuschüsse. Bislang ist die Beteiligung des Arbeitgebers freiwillig. Bei Neuverträgen, die ab 1. Januar 2019 geschlossen werden, müssen Arbeitgeber den umgewandelten Beitrag der Arbeitnehmer um 15 Prozent aufstocken.


Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer schließt zum 1. Januar 2019 eine Direktversicherung über seinen Arbeitgeber ab. Von seinem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro fließen monatlich 100 Euro per Gehaltsumwandlung in die Direktversicherung. Für diese 100 Euro muss der Arbeitnehmer keine Beiträge zur Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung zahlen. Auch der Arbeitgeber profitiert, weil er den Arbeitgeberanteil ebenfalls nicht abführen muss. Allerdings muss der Arbeitgeber monatlich mindestens 15 Euro zur Direktversicherung des Arbeitnehmers beisteuern. 


Ab 2022 gilt diese Regelung auch für Altverträge mit Entgeltumwandlung. Damit wird der Teil der Sozialversicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber spart, wenn seine Mitarbeiter sich für die Entgeltumwandlung entscheiden, an die Mitarbeiter weiter gegeben – ihre Betriebsrente steigt dadurch.



Für Geringverdiener: Staat fördert Betriebsrente

Der Staat unterstützt Menschen mit geringen Einkommen beim Aufbau einer Betriebsrente. Wer weniger als 26.400 Euro (brutto) im Jahr verdient, hat Anspruch auf die Förderung. Voraussetzung dafür: Zahlt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer zusätzlich zum Arbeitslohn mindestens 240 Euro pro Jahr an eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse, bekommt der Arbeitgeber 30 Prozent des Zuschusses vom Staat erstattet. Höchstgrenze für die Erstattung sind 480 Euro Arbeitgeberzuschuss pro Jahr.



Für Normalverdiener: Höhere steuerliche Förderung

Arbeitnehmer können seit 2018 mehr als bisher steuerfrei in ihre betriebliche Altersversorgung einzahlen: Für das Jahr 2018 bleiben Einzahlungen bis zu einer Summe von 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) von der Steuer befreit. Das entspricht einer Beitragshöhe von bis zu 6.240 Euro. Bislang galt, dass lediglich vier Prozent sowie zusätzlich 1.800 Euro pro Jahr steuerfrei eingezahlt werden konnten. 

Wichtig zu wissen bei der finanziellen Planung des Ruhestands: Ausgezahlte Betriebsrenten müssen versteuert werden. Zudem müssen dafür Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge entrichtet werden.



Riester über den Betrieb: Doppelverbeitragung entfällt

Arbeitnehmer können bei einem Neuabschluss ihrer Betriebsrente auch eine Riester-Förderung  beantragen. Die Variante ist möglich, wenn die bAV über eine Direktversicherung, Pensionskassen oder Pensionsfonds organisiert wird. Anders als bei der Entgeltumwandlung fließen die Beiträge aus dem Nettogehalt des Versicherten in die Riester-Betriebsrente – und nicht aus dem Bruttogehalt. Grundzulage (175 Euro) und Kinderzulage (300 Euro, 185 Euro bei älteren Kindern) kommen jedes Jahr auf die Eigenbeiträge obendrauf. Bedingung für die Kinderzulage: Der Versicherte muss Kindergeld beziehen.


Vor allem für Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen und Kindern kann diese Form der Altersvorsorge – je nach individueller Konstellation – rentabler sein als eine Entgeltumwandlung. Da Menschen mit geringerem Einkommen weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen, fällt entsprechend auch die Ersparnis bei einer Entgeltumwandlung geringer aus.


Das größte Hemmnis bei der Riester-Betriebsrente, dass sowohl auf die Beiträge als auch auf die Rentenleistungen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge erhoben wurden, ist mittlerweile Geschichte. Die „Doppelverbeitragung“ der riestergeförderten Betriebsrenten wurde Anfang 2018 abgeschafft.