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Weniger Geld wegen Corona: Wie kann ich meine Versicherungen anpassen?

Altersvorsorge

In der Pandemie müssen viele Verbraucher finanzielle Einbußen hinnehmen. Versicherer bieten unterschiedliche Möglichkeiten an, wie Verbraucher ihren Versicherungsschutz durch den Engpass bringen können.

14.02.2022

Die Corona-Krise macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar. Wer sich fragen muss, wo er sparen kann, wirft früher oder später einen Blick auf seine laufenden Versicherungsverträge. Normalerweise gilt: Beitrag (des Kunden) gegen Leistung (der Versicherung). Doch nicht nur in der Corona-Krise können Verbraucher vorübergehend die Beiträge aussetzen, ohne ihren Versicherungsschutz zu verlieren.


In diesem Artikel klären wir,

  • was klamme Verbraucher mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung tun können;
  • wie Autofahrer ihre Kfz-Versicherung der neuen Situation anpassen können;
  • und was bei Lebens- und Rentenversicherungen gilt.


Hotline: Fragen zu Ihrem Versicherungsschutz?

Der gelernte Versicherungskaufmann Mathias Zunk beantwortet Ihre Fragen rund um das Thema Vorsorge und Versicherungen.


Mail: verbraucher@gdv.de |​​​​​​​ Telefon: 0800 33 99 399 (kostenlos)

Berufsunfähigkeitsversicherung: Stundung der Beiträge möglich

Klar ist: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen, wäre die schlechteste Lösung. Damit verlieren Arbeitnehmer nicht nur den wichtigen Versicherungsschutz. Würden sie nach der Krise einen neuen BU-Vertrag abschließen, dürften sie wahrscheinlich aufgrund des höheren Eintrittsalters auch höhere Beiträge bezahlen als zuvor – ein schlechtes Geschäft.


Zahlreiche Berufsunfähigkeitsversicherer bieten die Möglichkeit an, die Beiträge zu stunden. Dieser Aufschub hat den Vorteil, dass der Versicherungsschutz nicht verloren geht und gleichzeitig die aktuelle finanzielle Belastung reduziert wird. Für welchen Zeitraum eine Stundung möglich ist, ist in den Vertragsbedingungen festgelegt. Üblich sind Zeiträume von bis zu sechs Monaten, in bestimmten Fällen wie etwa in der Elternzeit auch länger.


Anschließend müssen die gestundeten Beiträge nachgezahlt werden. Dabei kann nach Absprache mit dem Versicherer eine Ratenzahlung möglich sein. Werden die gestundeten Beiträge nicht nachgezahlt, verringert sich die Versicherungssumme. Das bedeutet: Die Leistung im Versicherungsfall wird kleiner.


Eine weitere Möglichkeit ist, die Berufsunfähigkeitsversicherung beitragsfrei zu stellen. In diesem Fall würde der Versicherer die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente  jedoch absenken müssen. Die Rentenhöhe hängt vom Kapital ab, das bis zur Beitragsfreistellung gebildet wurde. Eine Wiederaufnahme der Beitragszahlung ist in der Regel innerhalb von bis zu drei Jahren nach der Beitragsfreistellung möglich. Allerdings kann in diesem Fall eine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich sein.


Wer die Beiträge für seine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr aufbringen kann, sollte umgehend mit seinem Versicherer Kontakt aufnehmen, um eine für beide Seiten praktikable Lösung zu finden.

Kfz-Versicherung anpassen

Der Kfz-Versicherungsbeitrag kann sich in aller Regel einer geänderten Risikosituation flexibel anpassen. So bieten zahlreiche deutsche Kfz-Versicherer ihren Kunden an, die Versicherungsbeiträge nicht nur zu stunden, sondern auch zu senken. Dazu können Kunden den laufenden Vertrag kurzfristig anpassen, etwa indem eine geringere Fahrleistung oder ein höherer Selbstbehalt im Schadenfall vereinbart wird. Einige Versicherer akzeptieren zum Beispiel auch einen Wechsel von der Voll- in die Teilkaskoversicherung oder die unterjährige Kündigung der Kaskoversicherung.

> > So setzt sich der Beitrag einer Kfz-Versicherung zusammen

Risikolebensversicherung: Beitragsfreistellung möglich, aber nicht ideal

Eine Beitragsfreistellung ist auch in der Risikolebensversicherung grundsätzlich möglich. Da allerdings kaum Deckungskapital gebildet wird, dürfte die verbleibende beitragsfreie Leistung nur sehr gering sein. Eine Alternative ist die Herabsetzung des Versicherungsbeitrags bei gleichzeitiger Anpassung der Leistung.

Was passiert mit meiner Altersvorsorge?

Lebens- und Rentenversicherer bieten seit je her unterschiedliche Möglichkeiten an, die monatlichen Beiträge für langlaufende Altersvorsorge-Verträge anzupassen bzw. zu reduzieren. Auch in der Corona-Krise können Verbraucher davon Gebrauch machen, unter anderem haben sie diese drei Möglichkeiten: 

  • Beitragsfreistellung

    Eine Versicherung beitragsfrei zu stellen bedeutet, dass der Versicherer den Rückkaufswert nicht auszahlt und die Versicherung grundsätzlich bestehen bleibt. Allerdings verringern sich Risikoschutz und Versicherungssumme erheblich. Möglich ist eine Beitragsfreistellung frühestens nach zwei bis drei Jahren Laufzeit der Versicherung.
     

  • Beiträge stunden

    Viele Versicherungsunternehmen sind bereit, die Beiträge für einen Lebensversicherungsvertrag zu stunden. Das heißt, der Kunde kann seine Zahlungen aufschieben. Üblich ist die Stundung der Beiträge für ein halbes Jahr.

  • Versicherungssumme herabsetzen

    Um die Beiträge zu verringern, kann der Versicherte auch die Versicherungssumme herabsetzen. Dabei darf jedoch ein bestimmter Mindestbetrag nicht unterschritten werden.


Versicherungskunden, die in Geldnöte geraten, können zudem auf ihre Lebensversicherung ein sogenanntes Policendarlehen aufnehmen. Das ist eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung. Weitere Optionen, wie sich die finanzielle Belastung reduzieren lässt, haben wir auf dieser Seite zusammengefasst.

Betriebliche Altersversorgung: Wie wirkt sich Corona auf die Betriebsrente aus?

Kurzarbeit, Gehaltseinbußen oder die Pleite des Betriebs: Zahlreiche Arbeitnehmer mussten in den vergangenen zwei Jahren weniger Einkommen hinnehmen. Das führt auch zu Fragen bei der Betriebsrente:

  • Sinkt durch Kurzarbeit meine Betriebsrente? 

    Hat der Arbeitgeber bislang die Beiträge zur Direktversicherung allein übernommen (sog. Arbeitgeberfinanzierung), werden diese bei Kurzarbeit Null ausgesetzt.

    Finanziert der Arbeitnehmer die Beiträge zur Direktversicherung selbst (so genannte Entgeltumwandlung), führt die Kurzarbeit dazu, dass während dieser Zeit gar keine (Kurzarbeit Null) oder aber nur verminderte Beiträge gezahlt werden können.

  • Kann ich meinen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) absenken, wenn ich weniger verdiene?

    Bei Kurzarbeit können Arbeitnehmer ihre Erklärung zur Entgeltumwandlung widerrufen bzw. den Beitrag herabsetzen, bis das alte Entgeltniveau wieder erreicht ist. Zu beachten ist dabei aber, dass die bislang bestehende Entgeltumwandlungsvereinbarung mit dem Arbeitgeber entsprechend geändert werden muss.

  • Bei Arbeitslosigkeit: Was passiert jetzt mit meinem bAV-Vertrag?

    Hat der Arbeitgeber die Beiträge zur Direktversicherung finanziert, bleibt der Anspruch auf die Leistungen bestehen, wenn das Arbeitsverhältnis bei Ausscheiden mindestens drei Jahre bestanden hat und Sie zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens 21 Jahre alt waren (sog. unverfallbare Anwartschaft der bAV).



Die ausführlichen Antworten auf diese und weitere Fragen zur betrieblichen Altersversorgung während der Corona-Krise beantworten wir an dieser Stelle.

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