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Das sind die Hundertjährigen in Deutschland

Altersvorsorge

Sie sind zwar nur wenige, aber keine Bevölkerungsgruppe wächst so stark wie die der über 100-Jährigen. Demografen haben sich näher mit ihnen und ihrer Lebenssituation befasst.

05.01.2026

So viele Hundertjährige gibt es in Deutschland

Ende 2024 lebten in Deutschland knapp 17.900 Menschen, die 100 Jahre oder älter waren. Das entspricht der Größe einer Kleinstadt. Die Geschlechter sind in der Gruppe sehr ungleichmäßig vertreten: Mit etwa 84 Prozent sind die allermeisten Hochbetagten Frauen. Das liegt zum einen an ihrer generell höheren Lebenserwartung. Zugleich zeigen sich bei den aktuellen Jahrgängen aber auch die Folgen des 2. Weltkrieges, in dem viele junge Männer starben.

Grafik: So viele Hundertjährige gibt es

Beeindruckender noch als die bloße Zahl der Hundertjährigen ist die Entwicklung. 1970 gab es laut Schätzungen der Vereinten Nationen in Deutschland weniger als 500 Menschen, die ihren 100. Geburtstag erlebt haben. Bis 1990 hatte sich ihre Zahl auf rund 2.600 verfünffacht, zum Zensus 2011 waren es dann bereits 13.400. Der Anstieg spiegelt die steigende Lebenserwartung wider. Wachsender Wohlstand, bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen oder medizinischer Fortschritt haben dazu geführt, dass die Deutschen immer länger leben – und entsprechend die Zahl der Hochaltrigen steigt.

Und die Entwicklung geht weiter: Das Statistische Bundesamt geht in seiner Bevölkerungsvorausberechnung davon aus, dass bei einem starken Anstieg der Lebenserwartung 2070 bis zu eine Viertelmillion über Hundertjährige in Deutschland leben könnte. Das wären dann so viele Menschen, wie heute etwa in Kiel oder Chemnitz leben.

So leben die Hundertjährigen

Die meisten Hochaltrigen in Deutschland führen noch ein relativ selbstständiges Leben, wie die letzte umfassende Bevölkerungserhebung von 2022 zeigt. So wohnen immerhin etwa sechs von zehn Personen in einem privaten Haushalt. Nur eine Minderheit (42 Prozent) der über 100-Jährigen lebt in Gemeinschaftsunterkünften wie zum Beispiel Alten- oder Pflegeheimen.

Im Vergleich zu früher sind es mittlerweile mehr Hochaltrige, die noch im eigenen Zuhause leben: 2011, bei der vorangegangen Bevölkerungsbefragung, lag der Anteil bei der Hälfte (49 Prozent). Erklärungen für die positive Entwicklung enthält die Auswertung des Statistischen Bundesamtes zwar nicht. Die Entwicklung passt jedoch zu den Ergebnissen der Heidelberger Hundertjährigen-Studie. Demnach hat sich der körperliche und geistige Zustand der 100-Jährigen im Zeitverlauf verbessert, was ihnen eben auch ein längeres selbstständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

Immerhin 6.600 Hochaltrige, als etwa zwei Drittel derjenigen mit eigenem Zuhause, sind gesundheitlich noch so fit, dass sie allein leben können. Rund 1.500 Personen lebten zum Zeitpunkt der Erhebung in Zweipersonenhaushalten (16 Prozent). Dazu passt: Immerhin vier Prozent der Hundertjährigen, also 700 Menschen, sind auch noch verheiratet. Die restlichen 1.700 Personen, die noch im eigenen Zuhause wohnen, verteilen sich auf Drei- oder Mehrpersonenhaushalte. Sie sind offenkundig bei ihrer Familie oder Freunden untergebracht.

Hier wohnen die Hundertjährigen

Die Nähe zu Ärzten, Pflege- oder Betreuungsdiensten scheint für Hochaltrige ein wichtiges Kriterium für die Wohnortwahl zu sein. Neun von zehn leben in Städten mit mindestens 5.000 Einwohnern, mehr als ein Drittel (36 Prozent) gar in Städten mit einer Bevölkerung von mehr als 100.000. Verglichen mit der Gesamtbevölkerung sind die über 100-Jährigen auf dem Land unterrepräsentiert, in den Großstädten verhält es sich umgekehrt.

Grafik: Wo die meisten 100-Jährigen in Deutschland leben

Mit 4,6 Personen je 10 000 Einwohner ist Würzburg die kreisfreie Stadt in Deutschland mit dem höchsten Anteil an Superalten, gefolgt von Bonn und Baden-Baden mit je 4,1 Personen. Im Bundesländervergleich führt Hamburg mit 2,5 Hochaltrigen je 10 000 Einwohner das Ranking an, gefolgt von Schleswig-Holstein und Sachsen mit 2,4.