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Lebensversicherung der Eltern gesucht, aber keine Unterlagen gefunden? So gehen Sie vor

Altersvorsorge

Nach einem Todesfall ist vieles gleichzeitig zu regeln und manchmal taucht dann diese eine große Frage auf: Hatten meine Eltern (oder mein Vater/meine Mutter) eine Lebensversicherung und wenn ja: bei welchem Versicherer?

23.12.2025

Gerade wenn es um mögliche Auszahlungen geht, ist die Unsicherheit belastend. Und häufig fehlt genau das, was man jetzt bräuchte: die Police, die Versicherungsnummer, der Schriftverkehr. Das Problem: „Das müsste doch irgendwo zentral gespeichert sein, oder?“

Viele Angehörige vermuten, dass es eine zentrale Stelle gibt, die „alle Verträge“ kennt, zum Beispiel beim Versicherungsverband. Verständlich gedacht, aber leider funktioniert das nicht.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist die Dachorganisation der privaten Versicherer, aber er verwaltet keine individuellen Vertragsdaten einzelner Kundinnen und Kunden. Heißt konkret: Es gibt keine zentrale Datei, aus der hervorgeht, wer bei welchem Unternehmen eine Lebensversicherung hatte oder hat.

Ebenso wichtig: Eine andere Institution, die eine systematische „Policen-Recherche“ über alle Versicherer hinweg anbietet, ist dem GDV nicht bekannt. (Kurz gesagt: Es gibt keinen „Lebensversicherungs-Finder“ als offizielle zentrale Stelle.)

Die Lösung: In zwei Schritten zur richtigen Spur

Schritt 1: Erst die „naheliegenden Beweise“ einsammeln (oft schneller als 30 Telefonate). Bevor Sie Versicherer kontaktieren, lohnt sich ein kurzer, strukturierter Suchlauf. Häufig findet sich ein Hinweis in:

  • Bankunterlagen: Abbuchungen/Lastschriften (Suchbegriff: Versicherername, „LV“, „Leben“, „Versicherung“)
  • Ordnern & Schubladen: „Versicherungen“, „Vorsorge“, „Rente“, „Nachlass“, E-Mail-Postfächern (falls Zugriff besteht): Begriffe wie „Police“, „Vertragsnummer“, „Beitrag“, „Lebensversicherung“
  • Briefpost der letzten Jahre: Beitragsanpassungen, Jahresmitteilungen, Kontoauszüge
  • Steuerunterlagen (vereinzelt): Hinweise auf Vorsorge/Versicherungen
  • Vermittlerkontakte: Makler, Ausschließlichkeitsvertreter, Bankberater,… wer hat „damals“ beraten?

Schon ein einziger Treffer (Name des Versicherers oder alte Vertragsnummer) kann die Suche drastisch verkürzen!

 

Schritt 2: Versicherer direkt anfragen. Ja, das ist mühsam, aber derzeit der realistische Weg. Wenn keine Unterlagen auffindbar sind, bleibt im Kern diese Vorgehensweise:

  • Versicherungsunternehmen kontaktieren (nacheinander)
  • Nach einem Vertrag auf den Namen der verstorbenen Person fragen (und ggf. des zuerst verstorbenen Elternteils)
  • Nachweise beilegen (siehe unten), damit der Versicherer überhaupt Auskunft geben darf

Eine hilfreiche Basis dafür ist die GDV-Übersicht der Mitgliedsunternehmen. Dort finden Sie Unternehmen samt Kontaktdaten bzw. können von dort in die Einzelseiten mit Kontaktinformationen springen.

Wichtig: Ohne Versicherungsnummer ist es für Unternehmen aufwendiger zu prüfen. Trotzdem kann eine Anfrage sinnvoll sein, besonders, wenn Sie Name, Geburtsdatum, letzte Anschrift und den Sterbezeitpunkt angeben können.

Welche Unterlagen brauchen Angehörige für eine Auskunft?

Aus Datenschutz- und Nachlassgründen verlangen Versicherer in der Regel Nachweise, z. B.:

  • Sterbeurkunde (Kopie)
  • Nachweis der Berechtigung: z. B. Erbschein oder eröffnetes Testament/Eröffnungsniederschrift
  • Eigener Ausweis (Kopie, je nach Prozess)
  • ggf. Nachweis der letzten Anschrift der verstorbenen Person

So vermeiden Sie Rückfragen und beschleunigen die Bearbeitung.