12.03.2019
Beruf & Freizeit

Diese 5 Ver­si­che­run­gen sind für Kin­der sinn­voll

Kinder sind aktiv und toben herum. Dabei kann schnell mal etwas zu Bruch gehen – ob die Vase des Nachbarn oder der Unterarm des Kindes. Zum Schutz der Kleinen und vor finanziellen Risiken: Das sind die wichtigsten Versicherungen für Kinder.

Rund elf Millionen Kinder benutzen regelmäßig einen der 800.000 Spielplätze in Deutschland. Beim tobenden Nachwuchs spielt das Unfallrisiko immer mit. Umso wichtiger sind passende Versicherungen für die Kleinen. Aber nicht nur Unfälle sollten über eine Versicherung abgesichert sein, auch Streitigkeiten der Eltern können schnell ins Geld gehen, wenn sie vor Gericht enden. Von der Unfallversicherung bis zur Rechtsschutzversicherung - für den Schutz der Familie sind folgende Versicherungen sinnvoll:


1. Wenn etwas zu Bruch geht: Die Haftpflichtversicherung

Für den umfassenden Schutz der Familie darf die private Haftpflichtversicherung nicht fehlen. Sie versichert das finanzielle Risiko, das nach einem Schaden auf den Verursacher zukommen kann. Die Privathaftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Kinder sind grundsätzlich über die Haftpflichtversicherung der Eltern versichert, solange sie nicht volljährig sind. Der Versicherungsschutz endet, wenn sie heiraten.


Das Kind ist unabhängig von seinem Alter weiterhin über die Eltern haftpflichtversichert, solange es


  • zur Schule geht.
  • seine erste Berufsausbildung (Lehre oder Studium) macht.
  • sich in den üblichen Wartezeiten zwischen den Ausbildungsabschnitten befindet.


Wenn der Nachwuchs Möbel von Freunden oder das Auto des Nachbarn zerstört, haften sie aber nicht immer automatisch. Bei der Haftungsfrage spielen das Alter des Nachwuchses und die Situation, in der es den Schaden verursacht hat, eine entscheidende Rolle. Kinder sind laut Gesetzgeber bis zu ihrem siebten Geburtstag deliktunfähig. Eltern müssen dann für die Beschädigung ihrer Sprösslinge aufkommen, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.


Ein Beispiel: Verletzt ein 5-Jähriger seinen Freund beim Indianerspielen mit einem Pfeil am Auge, müssen laut Gesetz die Eltern für diesen Unfall aufkommen, allerdings nur, wenn sie ihre Aufsichtspflicht nicht erfüllt haben. Mit anderen Worten: Können sie nachweisen, dass sie alles Erforderliche zur Beaufsichtigung ihres Kindes getan haben – oder der Schaden auch bei ordentlicher Aufsicht entstanden wäre – haften sie nicht. 

Stellt sich heraus, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, müssen sie haften. In diesem Fall tritt der Haftpflichtversichererder Erziehungsberechtigten für den Schaden ein. 


Wann Kinder haften und wann nicht:

  • Hat der Nachwuchs das siebte Lebensjahr vollendet, ist er bedingt deliktfähig und kann für Beschädigungen haften.
  • Die Kleinen müssen nicht haften, wenn sie die Folgen des Handelns nicht absehen konnten, also die erforderliche Einsicht fehlte.
  • Sonderfall Straßenverkehr: Hier muss der Nachwuchs erst ab zehn Jahren haften. Dies gilt aber nur bei Unfällen im bewegten Straßenverkehr. Das heißt: Ein 9-Jähriger, der ein parkendes Auto beschädigt, haftet in diesem Fall durchaus.


2. Die private oder gesetzliche Krankenversicherung

Bei kleineren und größeren Blessuren nach einem Unfall greift die Krankenversicherung. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Sprösslinge über die Eltern kostenfrei mitversichert. Ist allerdings der Elternteil mit dem höheren Einkommen privat krankenversichert, muss auch die Sprösslinge über eine eigene private Vollversicherung versichert werden.


3. Private Unfallversicherung für Kinder

Hat ein Kind bleibende Schäden nach einem Unfall, zum Beispiel eine Behinderung, leistet die Kinder-Unfallversicherung. Die private Unfallversicherung finanziert etwa den behindertengerechten Umbau des Hauses der Familie. Mit der Unfallversicherung wird der Unfall des Nachwuchses, meist schon tragisch genug, nicht auch noch zum finanziellen Fiasko für die Familie.



4. Kinder-Invaliditäts-Versicherung bei schweren Krankheiten

Mit einer Kinder-Invaliditäts-Zusatzversicherung (KIZ) – etwa als Zusatzdeckung der privaten Kinderunfallversicherung – kann das Kind zusätzlich gegen krankheitsbedingte Invalidität abgesichert werden. 


Die Kinder-Invaliditäts-Zusatzversicherung bietet als Leistung eine Rente in vereinbarter Höhe, wenn und solange ein Kind durch Unfall oder Krankheit einen bestimmten Grad der Behinderung erleidet. Anders als die Kinderunfallversicherung bietet sie daher auch Schutz bei schweren Krankheiten. Allerdings ist sie mit einer umfangreicheren Gesundheitsprüfung verbunden.



5. Für den Konfliktfall: Die Rechtsschutzversicherung

Streit und Missverständnisse gibt es in allen Lebenslagen. In vielen Situationen muss man sogar zum Anwalt oder vor Gericht gehen, wenn man zu seinem Recht kommen möchte.

 

In den Leistungen der Rechtsschutzversicherung sind unter anderem folgende Kosten bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme abgedeckt:


  • die gesetzlichen Anwaltsgebühren des Versicherten
  • Gerichtskosten
  • Kosten eines vom Gericht beauftragten Sachverständigen
  • die Anwaltsgebühren des Gegners im Falle eines verlorenen Gerichtsverfahrens
  • Mediationskosten
  • Zeugengelder.


Alle minderjährigen Sprösslinge sind über die Rechtsschutzversicherung der Eltern mitversichert. Diese Regelung gilt auch für volljährige Töchter und Söhne, solange sie unverheiratet sind und keinen eigenen Beruf ausüben. Bei einigen Anbietern besteht dieser Versicherungsschutz nur für den Nachwuchs, wenn sie nicht älter als 25 Jahre sind. Ausnahme: Im Verkehrsbereich benötigen Volljährige häufig einen eigenen Rechtsschutz, sofern auf sie ein Fahrzeug zugelassen ist.